Rauch über Basel

29. Juli 2018 15:06; Akt: 30.07.2018 15:37 Print

Kritik an Behörden nach Grossbrand im Hafen

Nach dem Brand der giftigen Eisenbahnschwellen im Basler Rheinhafen ist der Rauch zwar verzogen. Zurück bleiben aber Fragen, etwa zur Informationspolitik der Behörden.

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Der Brand im Basler Rheinhafen machte am Freitag landesweit Schlagzeilen. Die gigantische Rauchsäule verdunkelte den Himmel über der Stadt zeitweise «wie bei einem Gewitter», wie eine Leserreporterin schrieb. Die wichtigsten Fakten zum Brand.

Was hat genau gebrannt?
Aus noch nicht geklärten Gründen haben alte Bahnschwellen, die von der Rhenus Logistics am Hafen gelagert werden, Feuer gefangen. Es handelt sich um ausrangierte Holzschwellen der SBB, die mit Teeröl behandelt wurden. In Brand geraten ist auch Schrott, der daneben gelagert wurde. Zur Brandursache haben die Behörden noch gar keine Aussagen gemacht.

«Schliessen Sie die Fenster!», wurde gewarnt. War der Rauch giftig?
Gemäss Messungen der Feuerwehr bestand keine Gefahr für die Bevölkerung. Wegen des Gestanks wurde diese dennoch angewiesen, die Fenster zu schliessen. Das Messfahrzeug war aber erst später am Nachmittag vor Ort. Die SBB hielten allerdings in einem Dokument aus dem Jahr 2014, das die «Tageswoche» zitierte, fest: «Alte Eisenbahnholzschwellen müssen in einer Kehrichtverbrennungsanlage entsorgt werden. Das Verbrennen von alten Eisenbahnholzschwellen oder Schwellenresten im Freien (…) ist verboten, da dabei aufgrund der zu geringen Verbrennungstemperatur hochgiftige Gase entstehen.» Die Polizei warnte zunächst ebenfalls per Megafon vor giftigem Rauch. Die Staatsanwaltschaft hielt in ihrer Mitteilung dann aber fest, dass keine Gefahr für die Bevölkerung bestand.


Erst nach drei Stunden wurde Entwarnung gegeben. Warum dauerte das so lange?
Bilder der Rauchsäule über dem Basler Rheinhafen verbreiteten sich am Freitag rasant im Web. Auch 20 Minuten erreichten Minuten nach dem Ausbruch des Brandes kurz nach 14 Uhr zahlreiche Leserbilder. Bis die Medien und damit auch die Bevölkerung zuverlässige Informationen zum Ereignis erhielten, dauert es aber beinahe drei Stunden. Bis dahin kursierten widersprüchliche Informationen. Auf Twitter schrieben mehrere verunsicherte Basler das Justiz- und Sicherheitsdepartement an, das aber keine Antworten lieferte. Ganz im Gegensatz zu den Behörden in Deutschland, wie die «BZ Basel» kritisierte.


Die zuständigen Behörden haben sich bislang nicht zu ihrer Kommunikation des Ereignisses geäussert.

Verschwinden die giftigen Schwellen jetzt aus dem Hafen?
Nach Aussagen der Sprecherin der Rhenus Logistik will das Unternehmen das Geschäft mit den Bahnschwellen nicht aufgeben. Man werde nun analysieren, was man in Zukunft optimieren könne, sagte Claudia Bracher gegenüber Telebasel. Wie sie weiter ausführte, war auch noch nicht klar, wie lange die Schwellen im Hafen bleiben würden. Einen Entsorgungstermin gab es nämlich noch nicht. Die Lagerung sei mit den Behörden abgesprochen worden und die Rhenus halte sich an sämtliche Richtlinien.

(lha)