Basel

30. Juli 2019 04:49; Akt: 30.07.2019 11:16 Print

Für Rheinschwimmer gibt es jetzt eine Fotofalle

Eine aufwändige Kamerainstallation macht Fotos von Rheinschwimmern vor malerischer Kulisse. Nicht unproblematisch, finden Datenschützer.

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Ein Selfie vom Rheinschwimmen? So manche hätten gerne ein Erinnerungsbild und so manches Handy erlitt dabei schon einen Wasserschaden. Das geht jetzt viel einfacher: Zwei Kameras, ein Blitz und eine entsprechende Software sorgen nun für szenische Fotos von den Flussschwimmern. Die Anlage ist seit Montag am Floss des Imfluss-Festivals in Basel befestigt und wird durch Winken ausgelöst. Sie bleibt bis zum Ende des Events am 17. August.

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Alle drei Sekunden – angezeigt durch grüne LED-Leuchten – ist das Gerät bereit, eine neue Postkarte zu schiessen. Die Bilder werden direkt in die Fotopoint-Gallerie hochgeladen und können öffentlich eingesehen werden. Wer mag, kann sich da auch gleich sein Erinnerungsfoto vom Rheinschwimmen herunterladen, um es der Welt zu zeigen.

Rheinschwimmer als Werbebotschafter

Der Spass hat für Schwimmer mit Hang zum Modeln jedoch einen Preis: Laut der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sichert sich Basel Tourismus mit der Zustimmung durch das Winken das Recht, die Fotos «ohne Einschränkung zu verwenden».

Das Standortmarketing will mit den von Rheinschwimmern generierten Bildern Basel als attraktiven Ort für einen Sommerurlaub bewerben, wie Anneke Geyer, Projektleiterin bei Basel Tourismus, am Montag sagte. Die Fotos ebenfalls verwenden dürften die Partner des 30'000-Franken-Projekts, also das Imfluss-Festival, der Uhrenhersteller Oris, das Museum Tinguely sowie die Raiffeisen-Bank, so die Agentur.

«Nachträgliche Löschung muss möglich sein»

An heissen Tagen kann die Dichte von Rheinschwimmern schnell in die Höhe schiessen. Was passiert also, wenn jemand zufällig fotografiert wird, ohne das zu wollen?

«Grundsätzlich sollten alle Personen, die fotografiert werden, zunächst ihre Einwilligung geben», sagt Silvia Böhlen, Sprecherin des Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (Edöb). Sei dies nicht möglich, müsse transparent informiert werden, dass fotografiert wird. «Zudem müssen die Betroffenen ihr Recht auf Löschung der Bilder geltend machen können», so Böhlen.

Basel Tourismus verspricht Kooperation

Wer sich ungewollt als Beifang auf einem der Bilder findet, kann sich über ein Formular direkt an Basel Tourismus wenden und die Entfernung des Fotos verlangen. Dies werde umgehend in die Wege geleitet, versichert Projektleiterin Geyer. Zudem werde an mehreren Orten am Rheinbord mit Plakaten auf die Aktion hingewiesen.

«Da es sich nicht um besonders schützenswerte Personendaten, wie zum Beispiel die Intimsphäre handelt, reicht die Möglichkeit zur nachträglichen Löschung aus», hält Böhlen fest.

(las)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sodala am 30.07.2019 06:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kein Problem

    Ein Fluss ist nun mal öffentlicher Raum. Es gibt dort keine zufälligen Passanten sondern nur bewusste Schwimmer. Und ansonsten Badekappe und Sonnenbrille montieren.... Scheint eher ein Problem für Blaumacher zu sein?!

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  • Paul Gross am 30.07.2019 06:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mr.

    Lustig, Datenschutz. Einfältiges Gequatsche, schaut doch mal in den Ferien wie viele Überwachung Kameras es hat. Bereits an vielen Flughäfen werden Fingerprints genommen, wer sich weigert kann umdrehen. Macht das ein Tourist? Einfach mal überlegen bevor man dummes Zeug von sich gibt.

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  • Bea Egger am 30.07.2019 06:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anwälte braucht es immer

    Die Jungen und Mädels sollen fleissig ins Gymi. gehen und später Anwalt werden. Wir produzieren unmengen von Arbeit mit dem Datenschutz und gleichzeitig dem Überwachungswahnsinn.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Luki am 31.07.2019 11:01 Report Diesen Beitrag melden

    Der Wickelfisch verfängt!

    Diese Fotofalle zeigt ganz deutlich, dass über 80% sich nicht an die Schwimmregeln in einem Fiessgewässer halten. Die meisten nehmen den Wickelfisch als Schwimmhilfe. Die Polizei hat jetzt ein gutes Mittel, bei diesen Leute, die Bussen einzutreiben. Glückliches Basel wird dadurch noch REICHER!

  • Mutti am 31.07.2019 09:01 Report Diesen Beitrag melden

    30'000 Projekt?

    Da kann man auch einen schlechten Fotografen hinstellen, der kann lange Bilder machen.

  • Ausbildner am 30.07.2019 21:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unbelehrbar

    Ist laut Datenschutz verboten seit Jan. 2019 ohne Einwilligung dürfen keine Fotos gemacht werden. Hatte gerade ein Kurs darüber.

    • Sandmännchen am 30.07.2019 23:20 Report Diesen Beitrag melden

      Traumwelt

      Dann leben sie, Leber Ausbildner in einer Traumwelt. Wir werden auf Schritt und tritt von Überwachungskameras aufgenommen und vielfach ohne unser Wissen. Also, Ball flach halten.

    • mensch am 31.07.2019 07:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ausbildner

      ja klar, man muss ja auch winken um fotografiert zu werden. wer nicht winkt wird nicht fotografiert. falls einer angst vor der anlage hat, soll er der gut markierten stelle einfach den rücken zukehren. noch fragen?

    • Luki am 31.07.2019 11:09 Report Diesen Beitrag melden

      @Traumwelt

      Sie leben in einer Traumwelt,indem sie diese paranoiden Überwachungen mit ihrem Kommentar befürworten. Bestes Beispiel ist Grossbritanien,dort hat es mehr Überwachungskameras als Einwohner,ganze Quatiere sind vermeindlich überwacht.Doch ist dadurch die Kriminalitätsrate zurückgegangen?Nein!Wurde je eine Verbrechen durch Überwachungskamera vereitelt?Nein.Es geht nicht um den Schutz der BürgerInnen,sondern um Überwachung vom Staat.So lassen sich Bewegungsprofile anlegen,kann man eine Gesellschaft willig machen.Jeder der einer Videoüberwachung zu jubelt,hat seine Freiheit längst verloren!

    • Gretchen am 31.07.2019 13:59 Report Diesen Beitrag melden

      Klick

      Wo hast du diesen Kurs besucht, bei Greta?

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  • Mike Cavin am 30.07.2019 17:09 Report Diesen Beitrag melden

    Fremdschämen

    Qualitativ hochstehendes Marketing zu betreiben sieht anders aus. Das Niveau von Basel Tourismus ist tief gesunken. Zum Fremdschämen.

    • Gero F am 31.07.2019 15:23 Report Diesen Beitrag melden

      dies doch Standesgemäß

      @ Mike Cavin: Etwas anderes von Basel erwartet? Für die Notstand Stadt ist dies doch Standesgemäß da Aktivisten und Aktivistinnen stets im Fokus stehen wollen......

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  • Mario Basler am 30.07.2019 14:22 Report Diesen Beitrag melden

    Finde ich nicht gut

    Das kann und will ich nciht akzeptieren. Wenn ich einmal auf so ein Bild komme wenn ich im Rhein schwimme werde ich Klagen.