Bed and Breakfast

17. Juli 2014 09:29; Akt: 17.07.2014 10:38 Print

Landratspräsidentin am Rande der Illegalität

Die höchste Baselbieterin Daniela Gaugler (SVP) betreibt in der Lausner Gewerbezone ein Bed and Breakfast. Ihre Gäste sind allerdings Dauermieter. Das ist dort nicht erlaubt.

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Buchen? Fehlanzeige. Daniela Gauglers Bed and Breakfast ist dauernd voll ausgelastet offenbar mit Dauermietern. (Bild: Screenshot)

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«24 Kilometer von der Messestadt Basel entfernt, finden Sie bei uns komfortable, moderne, rollstuhlgängige Zimmer in Lausen Baselland», heisst es auf der Website von Daniela Gauglers Bed and Breakfast namens Kanal 17. Kurzaufenthalte sind allerdings nicht möglich. Denn das B'n'B der frisch gekürten Landratspräsidentin (SVP) ist dauerbesetzt.

Ihre Gäste sind keineswegs Touristen, sondern Dauermieter, wie die «Basellandschaftliche Zeitung» am Donnerstag aufdeckte. Das wäre an und für sich kein Problem, läge der Hotelleriebetrieb an der Kanalstrasse 17 nicht mitten in der Gewerbezone, wo Wohnungen nicht zulässig sind. Das beschäftigt jetzt auch das Baselbieter Bauinspektorat. Gaugler muss nun bis zum Ende der Sommerferien belegen können, dass die «Gäste» in ihrer Liegenschaft nicht in normalen Mietverhältnissen leben.

«Dauermieter sind ein Trend»

Gaugler betont gegenüber der BZ, dass alles rechtens zugehe. Es gebe kein Gesetz, das vorschreibe, wie lange Gäste bleiben dürfen, sagt sie. Und schiebt nach: «Dauergäste sind ein Trend bei B'n'Bs.» Zudem sei alles mit der Gemeinde Lausen abgesprochen. Demnach meldeten sich ihre Dauermieter bei der Einwohnergemeinde an, wenn sie längerfristig im K17 abstiegen.

Wie unbefangen die Lausner Exekutive in dieser Sache ist, ist jedoch fraglich. Gemeinderätin Nicole Thüring wohnt nämlich ebenfalls in Gauglers B'n'B. In fixem Mietverhältnis. Sie nehme in Abwesenheit von Gaugler operative Aufgaben im Betrieb wahr, so die Begründung. Wohnungen für Betriebspersonal sind laut Raumplanungsgesetz zulässig.

Nur: Thüring nehme keine Betriebsaufgaben wahr, will man den Aussagen von Dauermieter André Kaiser glauben. Er habe immer wieder Abwartarbeiten erledigt und sei dafür nicht einmal eine Mietreduktion erhalten – trotz entsprechender Abmachung. Jetzt erhielt er die Kündigung. Bis Freitag soll er seine Sachen packen. Jetzt hat er den Mieterverband eingeschaltet. Auch ohne Vertrag ist eine Kündigungsfrist von drei Monaten einzuhalten, wenn jemand längere Zeit an einem Ort gewohnt hat.

Hauseigener Club musste schliessen

Gegen Gauglers Darstellungen spricht ausserdem, dass die Club-Lounge an selbiger Adresse, die seit Jahren die Dachterrasse nutzte, Ende Mai schliessen musste – wegen Lärmklagen der Hausbewohner, die ja im eigentlichen Sinn keine sein dürften. Es kam sogar zu Polizeieinsätzen deswegen, die Beamten entdeckten dabei aber keine Verstösse seitens des Clubs. Die ehemaligen Betreiber Franz Buess und Kai von Arx stehen nun am Anfang eines Rechtsstreits mit den Gauglers.

(lha)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hausi am 17.07.2014 10:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aber nei au

    Es sollte genau geprüft werden und bei Fehlverhalten gebüsst inkl öffentlichem Urteil da sie in der Politik ist (Partei ist dabei egal) und sich das Volk ein Bild machen soll/kann.

  • Robert Aeschlimann am 17.07.2014 10:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist das Problem

    Untersuchung einleiten , Sachlage prüfen und bei Verstoss büssen. Spielt es dabei eine Rolle welche Partei sie bevorzugt oder gar tätig ist?

  • Martha am 17.07.2014 10:50 Report Diesen Beitrag melden

    nix neues

    Klassisch SVP Wasser predigen und Wein saufen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Souichi Sugano am 20.07.2014 22:40 Report Diesen Beitrag melden

    Immer gegen die SVP...

    Es ist unglaublich. Immer gegen die SVP. Wenn es nun eine SP Leiterin des BnB gewessen waehre, denn haette niemand eine Untersuchung angefordert. Ich darf erinnern das bei solchen Aktionen immer mehr SVP waehlen werden und auch die Meinungen der SVP vertetten wird, den dass was die Behoerden und die Linken machen, laesst einem keine andere Wahlt mehr.

  • Echo vom Bärgli am 18.07.2014 09:40 Report Diesen Beitrag melden

    Es lebe die Bürokratie!

    Da macht jemand erfolgreich ein Projekt. Niemanden stört es und flugs folgt die Strafe unserer engstirnigen Gesetze...

    • Sirius am 20.07.2014 12:00 Report Diesen Beitrag melden

      Es lebe das Gesetz

      Darum hat sie als Politikerin die Möglichkeit Veränderungen der Gesetze anzustossen. Ich kann auch nicht einfach Cannabis verkaufen und sagen, es stört ja niemanden und die Gesetze sind engstirnig. Ich würde trotzdem bestraft werden, falls ich auffliege.

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  • Martin Lang am 17.07.2014 20:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Grenzfall sagt das Bauamt..

    In Hildisrieden ist auch ein B&B in der gewerbezohne. Was sehrfragwürdig ist.

  • Hans Meister am 17.07.2014 18:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schön langsam bitte

    Hört doch auf. Da macht eine Frau saubere Arbeit und schon wird gemotzt. Nur weil sie SVP ist. Das ist doch typisch. Ist es besser wenn sie stempeln würde. Also gebt Ruhe.

  • Hausi am 17.07.2014 10:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aber nei au

    Es sollte genau geprüft werden und bei Fehlverhalten gebüsst inkl öffentlichem Urteil da sie in der Politik ist (Partei ist dabei egal) und sich das Volk ein Bild machen soll/kann.