Liestal

02. März 2011 15:20; Akt: 02.03.2011 20:39 Print

Lehrerlöhne sind überdurch-schnittlich

Baselland zahlt Lehrerlöhne über dem Durchschnitt der Kantone und hat zum Teil gar einen Spitzenplatz - das erklärt die Baselbieter Regierung in ihrer Antwort auf eine Interpellation. Eine Lehrerumfrage hatte dagegen vor kurzem Kritik zu Tage gefördert.

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In ihrer am Mittwoch vorgelegten Interpellationsbeantwortung sieht die Regierung das Baselbiet «im Mittelfeld jener Kantone, welche höhere Löhne als im Durchschnitt bezahlen». Damit nimmt sie Bezug auf die Frage, wo der Kanton unter Berücksichtigung von Wochenstunden und mittleren Klassengrössen im interkantonalen Vergleich stehe.

«In verschiedenen Fällen» sei der Kanton gar «auf einem Spitzenplatz, so auf der Primarschulstufe und Sekundarstufe I», heisst es in der Antwort auf den Vorstoss aus den Reihen der CVP zudem. Auch die Löhne in Kindergärten und Berufsschulen lägen «vorne».

Keine Anpassungen

Dabei stützt sich die Regierung auf die jährliche Besoldungsstatistik des Dachverbands der Schweizer Lehrerinnen und Lehrer (LCH), die von der Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) mitfinanziert werde. Aus ihrer Sicht drängten sich aufgrund des interkantonalen Vergleichs «keine Anpassungen auf».

Ebenfalls aufgrund der LCH-Statistik listet die Regierung die Baselbieter Lehrerlöhne im 1. und 11. Dienstjahr auf. Im Kindergarten sind dies 70 762 und 97 000 Franken, an der Primarschule 75 463 und 103 534 Franken, an der Sekundarschule 92 479 und 126' 920 Franken, an der Mittelschule 99 099 und 135 907 Franken und an der Berufsschule 92 479 und 126 920 Franken.

Kritik in Umfrage

Im Kontrast zum Befund der Regierung stehen Resultate der ersten Mitarbeitendenbefragung an den Baselbieter Schulen, die am 18. Februar von der Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion (BKSD) sowie Lehrerorganisationen präsentiert wurden: Hoher Berufszufriedenheit stand dabei Kritik an Arbeitsbelastung und Löhnen gegenüber.

Die Entlöhnung sei «unterschiedlich und grundsätzlich kritisch betrachtet» worden, hiess es im Umfragebericht. Auf einer Skala von 1 bis 100 erreichte sie lediglich den Wert 56. Positiv erwähnt würden zwar Sozial- und Lohnnebenleistungen, «kritisch beurteilt» aber Aspekte wie Leistungs- oder Anforderungsgerechtigkeit des Lohns.

Auch die Lohngleichheit für vergleichbare Tätigkeiten werde kritisch betrachtet. Zudem gebe es Unterschiede nach Schulstufen: Leicht besser seien die Werte an den Musik- und Berufsfachschulen gewesen, negativ falle indes vor allem die Sekundarstufe I auf. Einen Einfluss auf die Einschätzung habe zudem das Pensum.

(sda)