Fantasy Basel

07. Mai 2018 12:05; Akt: 07.05.2018 14:57 Print

Luisa soll Cosplayerinnen vor Grabschern schützen

Die Charaktere vieler Cosplayerinnen sind mit einer guten Portion Sex-Appeal ausgestattet. Die Veranstalter der Fantasy Basel wollen sie noch besser vor sexueller Belästigung schützen.

Bildstrecke im Grossformat »
An der Fantasy Basel werden fast so viele verkleidete Besucher erwartet wie Unverkleidete. Anders als an der Fasnacht spricht man hier nicht von Goschdym, sondern von Cosplay. Noemi (24) sass ein ganzes Jahr an ihrem ersten selbst gemachten Kostüm. Das Resultat kann sich sehen lassen. Im Cosplay werden typischerweise Figuren aus der Game-Welt verkörpert. An der Fantasy Basel finden mehrere Cosplay-Wettbewerbe statt. Der horrende Aufwand für die Verkleidungen kann sich durchaus lohnen. Gina (25) aus Sissach hat 2017 zum ersten Mal ein Kostüm selber zusammengestellt. Sie ist Ginas grosses Idol: US-Cosplay-Star Yaya Han. Han ist professionelle Cosplayerin und verdient als Stargast bei grossen Conventions ordentlich Geld mit ihrer Leidenschaft. Gina trifft ihr Idol an der Fantasy Basel. Han verkörpert mehrere Figuren. Fiora Kristof ist ein Charakter des Computerspiels «League of Legends». Der Dark Elf ist ein Online-Multiplayer-Roleplay-Spiel-Charakter von «Lineage 2». Die Verkleidungen vieler Cosplayerinnen sind mit einer guten Portion Sex-Appeal ausgestattet. Die Veranstalter rufen darum zu Respekt auf. Fotorgrafieren ohne zu fragen, ist beispielsweise ein No-Go. Die meisten Cosplayerinnen führen allerdings auch schlagkräftige Argumente mit sich, um sich gegen unerwünschte Anmache zu wehren. Die aufwendig gestalteten Kostüme sollen auch nicht befummelt werden, damit sie keinen Schaden nehmen. An der Fantasy hat es für Schäden extra ein Cospital. 2018 kommt erstmals der aus dem Clubleben bekannte Code «Ist Luisa da» an der Fantasy zur Anwendung. Cosplayerinnen können sich damit an die Security oder das Messepersonal wenden, wenn sie sich belästigt fühlen. «Es ist uns wichtig, dass sich alle unsere Besucher wohl fühlen», sagt Fantasy-Sprecherin Jenny Michel. Sie darf nicht fehlen: Lara Croft zählt wohl zu den bekanntesten und am meisten verkörperten Cosplay-Charakteren. Den Veranstaltern ist aber nicht bekannt, dass es in der Vergangenheit zu Übergriffen gekommen wäre. Unter Cosplayern sei der gegenseitige Respekt sehr hoch, betonen die Veranstalter. An der Fantasy 2017 wurden rund 50'000 Besucher verzeichnet. Die noch junge Messe ist in den letzten Jahren schnell gewachsen. Cosplay und die Game-Industrie boomen. An der Fantasy wird ausgelebt, was sonst nur im digitalen Raum stattfindet. Cosplay schlägt die Brücke vom virtuellen in den realen Raum. Die Fantasy findet an Auffahrt vom 10. bis 12. Mai statt. Tausende Cosplayerinnen und Cosplayer werden erwartet.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Tausende Cosplayer werden an Auffahrt nach Basel pilgern. Die Fantasy wurde schon letztes Jahr von 50'000 Personen besucht, dieses Jahr dürfte der nächste Besucherrekord ins Haus stehen. Tausende werfen sich für diesen Anlass in Schale, oder verwandeln sich vielmehr in einen Game- oder Film-Charakter. Diese Art der Darstellung wird Cosplay genannt. Superhelden und Actionfiguren erwachen so zum realen Leben.

Umfrage
Gehen Sie an die Fantasy Basel?

Einige der Charaktere von Lara Croft bis Wonder Woman sind «mit einer guten Portion Sex-Appeal ausgestattet», wie die Veranstalter der Fantasy in einer Mitteilung vom Montag schreiben. Sie rufen deshalb zu Respekt auf. «Unter Cosplayern ist der gegenseitige Respekt sehr hoch, wir möchten, dass sich auch alle Besucher korrekt verhalten», sagt Sprecherin Jenny Michel.

Luisa kennt kein Pardon

Um die Frauen vor Belästigungen und Übergriffen zu schützen, sind der Sicherheitsdienst und das Personal der Fantasy auf die von Bars und Clubs bekannten Codes wie «Ist Luisa da?» sensibilisiert. Der Luisa-Code wird damit erstmals auch an einem Event verwendet.

«Wir wollen, dass sich alle bei uns wohl fühlen», erklärt Michel. Mit der Kampagne reagiere man allerdings nicht auf konkrete Vorfälle. Den Veranstaltern seien in den letzten Jahren keine Übergriffe gemeldet worden. «Wir sind aber nicht über alles informiert», fügt sie an. Es gehe deshalb auch um Prävention vor sexueller Belästigung. Michel stellt aber klar: «Gegen Belästigung wird rigoros vorgegangen.»

Auch für Fotografen gelten Anstandsregeln

An der Fantasy finden mehrere Cosplay-Contests statt. Zu diesen erwarten die Veranstalter so viele Teilnehmer wie noch nie. Schätzungsweise rund zehn Prozent aller Besucher kommen als Cosplayer an die Messe. Sie sind auch ein beliebtes Sujet der Fotografen. Die Veranstalter mahnen aber: «Vor dem Fotografieren muss immer gefragt werden.» Und Körperkontakt ist gar nicht erwünscht, nicht zuletzt, damit die aufwendig gestalteten Kostüme keine Schaden nehmen.


Profi-Cosplayerin Yaya Han ist ein Star in der Szene, 20 Minuten traf sie an der Fantasy 2016 zum Interview.

(lha)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dennis am 07.05.2018 13:14 Report Diesen Beitrag melden

    Nur wie soll das helfen

    Luisa gilt für Frauen, die aktiv belästigt werden, sprich einen typen nicht loswerden. Grabscher fassen schnell an und verschwinden in der Menge.

  • Marco am 07.05.2018 13:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hehe

    Genau an Cosplay events hab ich das jetzt am wenigsten erlebt, liegt wohl auch daran das die meisten Gamer sind und vor denen erstarren.

    einklappen einklappen
  • Butch am 07.05.2018 13:15 Report Diesen Beitrag melden

    Kompliziert!

    Was ist aus "Hilfe", "da begrabscht einer Frauen" oder so was geworden? Weshalb so kompliziert? Ich finde dieses "Luisa"-Ding eher merkwürdig und nervend. Braucht es jetzt für alles einen Code?

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Bin Dabei am 07.05.2018 17:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bünzli?

    Wie viele Leute sich hier gleich über die Cosplayer lustig machen müssen. Das hat weder etwas mit "verpasste Kindheit" noch mit "aus der Realität fliehen" zu tun. Einzig der Spass zählt hier und die Leute finden ihn auch. Nur weil man selber nichts im Leben hat, müssen die anderen nicht gleich auch so verklemmt sein. Und ein wenig Abwechslung von der Routine fördert Kreativität und Optimismus.

  • Kubi Matze am 07.05.2018 16:33 Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Typischerweise von der Game welt, naja also ich finde es hatt mehr Marvel/DC Superhelden in Europa, aber ok.

  • Herr Paternoster am 07.05.2018 16:29 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    meine Frau heißt Luisa, darf ich die gute Frau nun nicht mehr rufen

  • Nico am 07.05.2018 15:56 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur Frauen sind Opfer.

    Ich als Mann wurde auch schon öfters begrapscht, welche Massnahmen gibt es für mich?

  • Ruedi am 07.05.2018 15:48 Report Diesen Beitrag melden

    Wie bitte?

    Wenn ich die Schweizer Frauen nur anschaue (ungewaschen, schlechte "Frisuren", gekleidet wie les Clochards de paris, usw.) vergeht mir jegliche Lust mit diesen zu sprechen, von Grapschen wollen wir besser gar nicht reden!