Versuchte Vergewaltigung

17. September 2019 04:52; Akt: 17.09.2019 10:18 Print

«Er sagte zu ihr, dass sie es ja auch wolle»

Ein 36-jähriger Nigerianer soll über eine 45-jährige Bewohnerin eines Basler Wohnheims hergefallen sein. Zuvor hatte er mit seiner Ehefrau die Nachbarin des Opfers besucht.

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Am Dienstag, 17. September wird einem 36-jährigen Nigerianer vor dem Basel-Städtischen Strafgericht der Prozess gemacht. Ihm wird versuchte Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und Fälschung von Ausweisen vorgeworfen.

Das angeklagte Sexualdelikt ereignete sich am 22. April dieses Jahres. Der Beschuldigte besuchte damals gemäss der Anklage der Staatsanwaltschaft mit seiner Ehefrau eine Freundin in einem Basler Wohnheim. Sein späteres Opfer war an jenem Nachmittag auf dem benachbarten Balkon und weinte. Als er sie darauf ansprach und sich vorstellte, nannte sie zwar ihren Vornamen, gab ihm aber zu verstehen, dass ihn ihre Gefühle nichts angingen und verschwand in ihr Zimmer.

Nachdem Beschuldigte gemeinsam mit seiner Frau das Wohnheim wieder verlassen hatte, kehrte er nur Minuten später mit der Begründung, sein Handy liegengelassen zu haben, zurück. Als er dieses vom Balkon der Freundin seiner Frau geholt hatte, klingelte er bei der Nachbarin.

Bis sie laut um Hilfe schrie

Als die 45-Jährige ihm öffnete war sie nur mit Slip und BH bekleidet in ein Badetuch gehüllt. «Warum bist du so traurig», soll er sie erneut gefragt haben. Sie habe ihm sofort klar und deutlich gesagt, dass er hier nichts zu suchen habe und verschwinden solle, heisst es in der Anklage.

Er aber versuchte sie zu küssen, sie stiess ihn aber von sich weg. «Danach öffnete er seine türkise Hose, entblösste seinen erigierten Penis und signalisierte gestikulierend, dass er mit ihre Geschlechtsverkehr haben wolle und sagte zu ihr, dass sie es ja auch wolle», so die Anklage. Mit beiden Händen soll er sie an den Oberarmen gepackt und rücklings aufs Bett geworfen haben. Sie habe erfolglos versucht, ihn wegzustossen und sich abzuwenden. Erst als sie laut um Hilfe geschrien hatte, liess er von ihr ab und flüchtete aus dem Wohnheim.

Als Folge der versuchten Vergewaltigung erlitt das Opfer eine scharf begrenzte Schürfung im Intimbereich.

Er tappte in die Videofalle

Der Beschuldigte wurde einen Tag später verhaftet und in Untersuchungshaft genommen. Die Videoüberwachung des Wohnheims belegt zumindest, wann er dort ein und ausgegangen ist.

Noch ist unklar, welches Strafmass die Staatsanwaltschaft fordern wird. Sie forderte aber die Besetzung des Basler Strafgerichts als Dreiergericht. Das Tribunal kann Freiheitsstrafen von maximal fünf Jahren aussprechen. Der Fall wird am Dienstag, 17. September vor dem verhandelt. Für den Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.

(kom)