Basel-Stadt

28. Juni 2015 18:12; Akt: 28.06.2015 18:42 Print

Mann in Park attackiert – waren es Schwulenhasser?

Eine Gruppe junger Männer griff im Schützenmattpark mehrere Männer an. Die Staatsanwaltschaft schliesst nicht aus, dass die Attacken gezielt gegen Schwule gerichtet waren.

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In der Nacht zum Sonntag wurde ein 50-jähriger Mann von einer Gruppe junger Männer niedergeschlagen. Ein homophober Übergriff kann nicht ausgeschlossen werden. (Bild: mak)

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Es geschieht am frühen Sonntagmorgen. Gegen zwei Uhr nachts greifen junge Männer im Schützenmattpark in Basel einen 50-jährigen Mann an. Dieser wird plötzlich von mehreren Unbekannten umringt, beleidigt und zu Boden geschlagen. Am Boden liegend wird er mit Fusstritten traktiert. Einer der Täter droht ihm gar, ihn mit einem Messer das Gesicht zu zerschneiden. Aufgrund heftiger Gegenwehr lassen die Angreifer aber vom Mann ab. Dieser muss seine Verletzungen ambulant behandeln lassen.

Nach einer sofortigen Fahndung der Polizei können drei Tatverdächtige festgenommen werden. Es handelt sich um drei Schweizer im Alter von 18 bis 21 Jahren. Laut dem Opfer hatte die Gruppe zuvor bereits weitere Personen angepöbelt und geschlagen. Das Motiv der Täterschaft sei noch nicht geklärt, sagt Peter Gill, Sprecher der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt. «Wir können aber nicht ausschliessen, dass es sich um einen homophoben Angriff handelt.»

Der Schützenmattpark ist gerade in der Nacht bekannt als Treffpunkt der Schwulenszene. In den letzten Jahren habe es aber keine Übergriffe auf Homosexuelle mehr gegeben. Gill mahnt allerdings zur Vorsicht: «Wir gehen von einer Dunkelziffer aus, da Vorkommnisse von Betroffenen nicht gemeldet werden.»

Mit der Dunkelheit ändert das Publikum

Mario de Feo, Betreiber des Schützenmatt-Pavillons, hat vom Angriff am frühen Sonntagmorgen nichts mitbekommen. Es überrascht ihn aber auch nicht sonderlich. «Übergriffe im Park passieren immer nach Mitternacht, wenn niemand mehr hier ist.» Die Homosexuellen kämen bei Einbruch der Dunkelheit. Sie seien aber kein Problem. «Uns bereiten diejenigen Sorgen, die Scherben und Abfall hinterlassen.»

Eine Lösung zum Schutz der Homosexuellen vor Übergriffen sieht De Feo einzig in der Schliessung des Parks. «Ich denke, nur so kann der Park sauber gehalten und die Sicherheit für die Menschen garantiert werden.» Die drei Schläger sitzen derweil in Untersuchungshaft. Seitens der Staatsanwaltschaft wird nicht ausgeschlossen, dass die gleiche Tätergruppe auch in den vorigen Tagen Personen im Schützenmattpark belästigt und angegriffen hat. Peter Gill bittet alle, die im Schützenmattpark belästigt wurden, sich bei der Polizei zu melden.

(mak)