Basel

27. März 2018 09:50; Akt: 29.03.2018 11:39 Print

Starke Zunahme von Tötungen im Jahr 2017

Drei vollendete und 16 versuchte Tötungen verzeichnete die Basler Kriminalstatistik im Jahr 2017. Auch die Gewalt gegen Beamte nahm stark zu.

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Mirjan B.* (28), Orges S.* (39) und Georges C.* (60) sind die Namen hinter den drei vollendeten Tötungsdelikten, die in Basel 2017 begangen wurden. So viele Tote forderte das Verbrechen in der Stadt zuletzt 2014. Immerhin: Alle drei Tötungsdelikte wurde aufgeklärt. Keine einzige vollendete Tötung war in der Statistik 2016 verzeichnet. Auch die Zahl der versuchten Tötungen hat im letzten Jahr gegenüber 2016 um 100 Prozent auf 16 zugenommen.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr im Stadtkanton mit 21'910 Straftaten vier Prozent mehr registriert als 2016. Die 2460 Ausländergesetzes-Verstösse hingegen bedeuten ein Minus von 6 Prozent. Die Aufklärungsquote stieg leicht bei Drogendelikten auf 95,9 Prozent, sank aber bei StGB-Taten leicht auf 36,3 Prozent.

Deutlich mehr Gewalt gegen Polizisten

Derweil gingen die angezeigten Gewaltdelikte in den Kategorien Körperverletzung und Angriff zurück, nicht aber die Gewalt gegen Beamte, die letztes Jahr erneut stark zugenommen hat. Die Fallzahl stieg um 50 Prozent von 248 (2016) auf 373.

Stark Rückläufig gegenüber 2016 waren letztes Jahr die Sexualdelikte, die um insgesamt 30 Prozent auf 277 Fälle zurückgingen. Bei den Vermögensdelikten wurde eine leichte Zunahme von zwei Prozent verzeichnet.

Zentrumfsfunktion auch für Kriminelle

Mit 113,5 Delikten pro 1000 Einwohnern weist Basel-Stadt die höchse Kriminalitätsquote aller Schweizer Kantone aus. Die Staatsanwaltschaft verweist in diesem Zusammanhang darauf, dass ein nahmhafter Anteil der Kriminalität importiert ist, Basel habe diesbezüglich eine Zentrumsfunktion. Eine Vielzahl von Straftaten werde von nicht in Basel wohnhaften Schweizern und Ausländern begangen.

Die SVP hat am Dienstag postwendend auf die Zahlen reagiert. «Alles schönreden nützt nichts», poltert die Partei in einer Mitteilung. Es brauche Videoüberwachung, eine Aufstockung des Korps und notfalls eine Wiedereinführung von Grenzkontrollen.



(lha)