DIY-Boot

20. August 2018 19:04; Akt: 20.08.2018 19:04 Print

Hier fährt eine Badewanne den Rhein hinunter

Schüler Max (16) fuhr am Sonntag mit seinem selbstgebastelten Badewannen-Boot den Rhein hinunter. Ganz legal war die Aktion allerdings nicht.

Hier sieht man Max bei der Jungfernfahrt mit seiner Badewanne. (Video: 20 Minuten/Leserreporter Ariel Dunkel)
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Die Rheinschwimmer in Basel mussten am Sonntagnachmittag etwas enger zusammenrücken. Der selbsternannte Süsswasserkapitän Max Dunkel stach da nämlich mit seinem Badewannen-Boot Marke Eigenbau in See beziehungsweise in den Fluss. Die Jungfernfahrt war gleichzeitig aber auch der letzte Einsatz der schwimmenden Badewanne.

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«Die Badewanne hat leider nicht so gut gehalten, das habe ich gleich zu Anfang bemerkt. Die Seitenausleger sind mir ein bisschen auseinandergefallen, aber es hat gereicht, um ans Ziel zu kommen», erzählt der 16-jährige Schüler. Die Fahrt über rund 2,5 Kilometer vom Tinguely-Museum bis zur Johanniterbrücke fand er trotzdem super. «Sehr bequem» sei es in der Badewanne gewesen.

Beim ersten Versuch gesunken

Auf die ungewöhnliche Idee kam der Teenager aus heiterem Himmel: «Ich habe oft schräge Ideen. Meistens setze ich die nicht um, aber diesmal dachte ich mir, das mache ich mal», erzählt er. Zuhause habe er schon öfter kleinere Sachen und Tische gebastelt oder mal etwas geflickt. «Ich habe Spass an solchen Sachen.»

Über Monate tüftelte er an der Wanne aus Fiberglas herum. Beim ersten Schwimmversuch kenterte sie jedoch und lief in der Birs auf Grund. Schnell wurde eine Lösung gefunden. «Sie hat erstaunlich viel Auftrieb, weshalb wir sie teilweise mit Sand gefüllt haben, was den Schwerpunkt niedriger machte. So konnte man schon ziemlich gut aufrecht bleiben und sich fortbewegen», schreibt der Süsswasserkapitän auf Kickstarter.com.

Zur Finanzierung seines Badewannen-Projektes stellte er nämlich eine Crowdfunding-Kampagne auf die Beine. Die angepeilten 500 Franken wurden sogar leicht übertroffen. «Meine Familie und Freunde haben mich da schon sehr unterstützt», freut sich der junge Tüftler. Gebaut habe er das Konstrukt aber selbst.

War die Fahrt legal?

Ist das Fahren auf dem Rhein mit selbstgebastelten Booten eigentlich erlaubt? Max informierte sich darüber zuvor im Internet: «Da stand, so lange das Boot unter einer gewissen Länge ist, keinen Motor hat und man keine Passagiere befördert, sei es legal», erzählt er.

Toprak Yerguz von der Kantonspolizei Basel-Stadt sieht das jedoch anders: «Die abgebildete Badewanne gilt nicht als Boot, sondern allenfalls als (sehr schlechte) Schwimmhilfe» erklärt er auf Anfrage. Als solche sei sie verboten, wie in den «Polizeivorschriften betreffend das Baden in den öffentlichen Gewässern des Kantons Basel-Stadt» stehe.

Weiter warnt der Sprecher: «Schwimmhilfen sind verboten, weil sie eine falsche Sicherheit vermitteln. Wer sich mit einer solchen Schwimmhilfe aufs Wasser begibt, kann schnell in Gefahr geraten. Namentlich in den Rhein sollten sich nur gute Schwimmer wagen, die sich selbstständig im Wasser fortbewegen können.»

Berufswunsch Designer oder Künstler

Eine Zukunft als Kapitän plant Max aber nicht. In seiner Fachmaturitätsschule hat er die Schwerpunkte Kunst und Gestaltung gewählt. «Ich möchte später mal in Richtung Designer oder Künstler gehen», sagt er. Genügend «schräge» Ideen hätte er ja.

Die Badewanne auf dem Rhein

(sis)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bootsbauer Kurt am 20.08.2018 19:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Boot

    Das ist keine Schwimmhilfe, er benutzt es ja nicht zum Schwimmen, sondern sitzt darin. Also ist es ein Boot! Und übrigens: Cooler Typ, hab weiterhin schräge Ideen.

  • Käpten Blaubär am 20.08.2018 19:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Badewanne Ahoi

    Ist ein toller Spass. Der Badewanne- Kapitän hat ja auch eine Rettungsweste an.

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  • Herr Paternoster Live us de Chnelle am 20.08.2018 19:35 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    vermutlich ist nun sogar das Militär informiert über das Geschehen da im fluss

Die neusten Leser-Kommentare

  • Thomas Schweizer am 20.08.2018 23:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schifffahrtsrinne

    Der Rhein in Basel ist eine internationale Schifffahrtsstrasse. Auch wenn ich die Badewanne lustig finde ist die gewählte Fahrstrecke nicht gerade schlau gewählt. Da ein Binnenschiff in der Kurve die mittlere Brücke anpeilen muss und nicht ausweichen kann wird ein solches Da Vinci Gefährt schlimmstenfalls überfahren. Egal ob Boot oder Schwimmhilfe

  • Hobbybastler am 20.08.2018 22:19 Report Diesen Beitrag melden

    Vom Himmel hoch... kommen die Meister

    Ein grosser Tüftler nimmt sich der nächsten Herausforderung an... eine Vorrichtung, welche das Handy beim Filmen automatisch um 90 Grad dreht....

  • loka am 20.08.2018 21:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    toll gemacht

    Mach weiter so Junge! Menschen wie Dich braucht die Welt. Neugierig, erfinderisch und mutig!

  • Spiritualist am 20.08.2018 21:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es leben die Tüftler und Erfinder

    Also die Definition 'Schwimmhilfe' ist doch etwas 'weit her geholt'. Auch wenn es viele ähnliche Ideen gibt, was wäre die Welt ohne Tüftler und Erfinder?

    • Mike Wunderlin am 20.08.2018 21:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Spiritualist

      Ein aufblasbares Paddelboot ist auch eine Schwimmhilfe, obwohl man drin sitzt. ;-) Somit ist der Begriff nicht sp weit hergeholt.

    einklappen einklappen
  • Olly am 20.08.2018 20:54 Report Diesen Beitrag melden

    Endlosschleife

    Gab es alles schon hundertfach. Sensationell !