Neben ihrem Haustier

12. November 2013 23:42; Akt: 12.11.2013 23:42 Print

Menschen wollen letzte Ruhe auf Tierfriedhof

In Ewigkeit vereint: Immer mehr Menschen möchten neben ihrem Haustier begraben werden. Auf dem Tierfriedhof im Baselbiet wurden bislang vier Personen bestattet.

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Bei einigen Tierhaltern geht die Liebe zum eigenen Vierbeiner so weit, dass sie bis zum jüngsten Tag neben dem Haustier ruhen möchten. Eine Möglichkeit hierzu bietet der erste Tierfriedhof der Schweiz in Läufelfingen BL. Vier Menschen hat Betreiber Urs Mörgeli bislang auf seinem Areal bestattet, berichtet die Zeitung «reformiert». «Rund ein Dutzend Personen haben zudem den dafür nötigen Vertrag schon unterschrieben, andere sind interessiert», sagt Mörgeli zu 20 Minuten. Damit die letzte Ruhe auf dem Tierfriedhof möglich ist, muss der Wunsch zu Lebzeiten schriftlich festgehalten und ein Vertrag unterzeichnet werden. Dieser regelt die Modalitäten rund um die letzte Ruhestätte. «Für die Angehörigen mag das etwas merkwürdig sein. Der letzte Wunsch der Verstorbenen muss aber respektiert werden.»

Die ersten vier auf dem Tierfriedhof begrabenen Personen kamen von sich aus auf Mörgeli zu. «Beim ersten Fall liess ein älteres Ehepaar seinen Hund bei uns bestatten. Bereits da äusserte die Frau, dass sie gerne neben ihrem Haustier ihr Grab hätte.» Kurz darauf sei sie an Alzheimer erkrankt und verstorben. Heute ist ihre Urne auf dem rund 15'000 Quadratmeter grossen Areal neben dem Vierbeiner begraben. Mit allen üblichen Ehren: Wie auch auf einem normalen Friedhof können in Läufelfingen Trauerfeiern abgehalten werden. «In einem Fall geschah das im grossen Stil. Die Trauergemeinde war gross und brachte sogar einen Pfarrer mit», so Mörgeli. Nach der Beerdigung dürfen die Urnen für den Preis von 4900 Franken 50 Jahre in Läufelfingen bleiben.

Tierische Asche auch auf Zürcher Friedhöfen

Nicht nur auf dem Tierfriedhof können die sterblichen Überreste von Mensch und Haustier zusammen im Grab liegen: In der Stadt Zürich etwa dürfen Urnen mit der Asche von Kleintieren auf regulären Gottesäckern zusammen mit Menschen in bestehende Gräber bestattet werden. Diese Möglichkeit besteht seit einigen Jahren und wird jedes Jahr von bis zu zehn Personen genutzt. Während dies beispielsweise in Basel aus ethischen Gründen tabu ist, ziehen die Zürcher die Grenze anders: «Problematisch wäre etwa, wenn der Hundenamen mit auf dem Grabstein wäre oder jemand das Tier mit in ein Gemeinschaftsgrab nehmen möchte. Dies ist nicht möglich.», sagt Rolf Steinmann, Leiter Bestattungs- und Friedhofsamt Stadt Zürich. Kremiert werden müssen die Vierbeiner ausserdem in speziellen Tierkrematorien.

Auf dem Tierfriedhof möchte Mörgeli umgekehrt Grabsteine, die auf einen Menschen hinweisen, vermeiden. Auf den Plaketten bei den Gräbern steht denn auch nur der Vorname der menschlichen Kundschaft, ohne Nachnamen oder Geburts- und Sterbedatum. «Wir sind in erster Linie ein Tierfriedhof und das soll auch so bleiben.»

(nj)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • hundefreund am 13.11.2013 08:16 Report Diesen Beitrag melden

    genau darum

    genau wegen teilweise solchen doofen und engstirnigen kommentaren hier bevorzuge ich die gesellschaft der tiere anstatt der menschen. lasst den tierfreunden zu denen ich mich auch zähle ihren letzten willen. tiere entäuschen niemanden und sind vorbehaltslos treu!

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  • Adriano am 13.11.2013 02:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Respekt

    Das will ich auch wenns soweit ist! Mensch und Tier vereint! Ich sags immer wieder wer tiere respektiert hat auch meinen respekt verdient.

  • Dorothea Streuli am 13.11.2013 07:21 Report Diesen Beitrag melden

    Jedem das seine

    Lasst doch jedem seinen eigenen willen, ich verstehe nicht wie man sich da aufregen kann. Es kommt dazu das es in unserer Gesellschaft mehr verdrehte Menschen gibt als Tiere

Die neusten Leser-Kommentare

  • Pit61 am 13.11.2013 13:01 Report Diesen Beitrag melden

    Treue Begleiter

    Das Zusammensein mit einem Tier muss man erleben können. Ansonsten kann man eine solch tiefe Bindung kaum verstehen und es entstehen sichtbar höchst unqualifizierte Kommentare. Nie im Leben hätte ich früher eine solch wertvolle Begegnung mit unseren Hunden für möglich gehalten. Das der Mensch nicht zum besten Freund des Menschen gehört, hat sich der Mensch leider selber zu verdanken. Ich selber bin leider Gottes auch bloss ein Mensch und bin überaus dankbar, dass ich mein Leben mit guten und treuen Tieren verbringen darf.

  • Urs Bär am 13.11.2013 11:58 Report Diesen Beitrag melden

    Neben meinem Haustier?

    Das ist ein sehr schöner Gedanke, denn wenn ich Abends mit meiner Frau auf dem Sofa sitze, sind unsere beiden Hunde mit dabei. Das ist für meine Frau und mich der schönste Platz auf dieser Welt. Jeder, der die dankbare Liebe eines Haustieres erleben darf, versteht dies. Jeder, der dies nicht versteht, hat einfach ein kaltes und grausames Leben. Diese Menschen tun mir unendlich leid. Warum soll ich mich nicht neben meinem Haustier beerdigen lassen? Ein sehr schöner Gedanke.

  • Sergio am 13.11.2013 10:49 Report Diesen Beitrag melden

    treue seele...schwachsinn!!!

    ja klar ein tier enttäuscht nie und lässt euch nie in stich...in schweren wie auch in guten zeiten...was soll es denn sonst machen? ausgehen?sich mit freunde treffen? menschen haben die wahl, das haustier jedoch ist abhängig vom besitzer, mehr nicht!

    • Dany am 13.11.2013 17:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @sergio

      besonders viel weisst du nicht über Tiere sonst würdest du wohl kaum einen solchen Stuss von dir geben.

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  • Sera am 13.11.2013 10:07 Report Diesen Beitrag melden

    Finde ich eine gute Idee

    Also immer noch besser neben einem Tier als neben einem Nekrophilen liegen!

  • Fischstääbli am 13.11.2013 08:54 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn man die Kommentare hier liest....

    Ohne den Menschen wäre die Erde ein so viel besserer Ort.......