Freizeit-Kapitäne

12. Juli 2017 06:52; Akt: 12.07.2017 06:52 Print

Mit Boot, Bier und im Kostüm die Birs hinunter

Auf dem Rhein ist es verboten, doch auf der Birs darf man sich auf einer Schwimmhilfe den Fluss hinuntertreiben lassen. Ein Böötli-Event soll nun an den Harassenlauf erinnern.

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Wieso normal, wenn es auch ausgeflippt geht? Dies dachte sich die rund 20-köpfige Männer-Gruppe Rainpant Guards, als sie die Veranstaltung «D Birs ab!» ins Leben rief. Die Teilnahmebedingungen lesen sich ZUNÄCHST wie ein unbeholfener Witz: Eine mit Team-Namen gekennzeichnete Halbliter-Bierdose, eine aufblasbare Schwimmhilfe und ein Kostüm sind Pflicht: «Badesache sin nid erlaubt. Je weniger der das normalerwiis zum Baade aazieh würdet, desto besser», so das Credo.

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Waren sie schon mal auf einem Fluss-Böötli?
44 %
26 %
14 %
16 %
Insgesamt 292 Teilnehmer

Am 26. August findet die Veranstaltung, die laut Organisatoren an den legendären Harassenlauf angelehnt ist, bereits zum zweiten Mal statt. «Ein cooler Event wurde damals untergraben. Deshalb kam der Gedanke, halt mal was in der Birs zu machen», sagt ein Kopf der «gepflegt flegeligen Trink-Genossenschaft», der anonym bleiben möchte. Letztes Jahr hatten sich 500 Personen für den Birs-Ausflug angemeldet. Doch die Konkurrenz-Angebote waren an jenem Wochenende gross: Aufgrund der zeitgleich stattfindenden Streetparade hätten lediglich fünf verkleidete, bierselige Gruppen ihre Boote über die Birs manövriert.

Alle wollen bööteln

Wer im Netz nach #Bööteln sucht, dem offenbart sich schnell: Sich auf einem fliessenden Gewässer treiben zu lassen liegt voll im Trend. Die Polizei Basel-Landschaft bestätigt dies: «Seit Jahren werden vermehrt solche Aktivitäten auf der Birs festgestellt», so Sprecher Roland Walter. Einige Regeln gelte es jedoch zu beachten. «In manchen Abschnitten der Birs existieren Schwellen. Es wird abgeraten, mit Schlauchbooten, Luftmatratzen oder Schwimmringen über diese zu fahren.» Zudem gelten in der Nähe von Kraftwerken besondere Vorsichtsregeln, die auf Hinweistafeln signalisiert seien.

Reto Abächerli, Geschäftsführer der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG), konstatiert ebenfalls eine Zunahme von Freizeit- und Hobby-Kapitänen auf Flüssen. Aufblasbare Schwimmkörper würden zwar keine Sicherheit bieten, betont er. Ein Verbot hält er jedoch nicht für sinnvoll. «Es gibt in dieser Hinsicht kein Null-Risiko. Daher ist es wichtig, Risikokompetenz zu entickeln.».

(jd)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Selber erlebt am 12.07.2017 08:21 Report Diesen Beitrag melden

    SCHWELLENGEFAHR

    Mein Vater und ich sind bei einer harmlosen Bootsfahrt auf der Birs beide fast ertrunken weil wir über eine Schwelle fahren wollten. Das Boot kippte und obwohl wir beide gute Schwimmer sind und nicht mit Alkohol unterwegs waren kamen wir in einen extrem starken sog rein der uns einfach unter Wasser gezogen hat. Zum Glück war das Loch im Stein gross genug, sodass wir beide ohne Schrame durchgezogen wurden und unterhalb der Schwelle mit einem riesen Schock wieder rauskamen. Diese Gefahren sind nicht sichtbar und daher nicht einzuschätzen!

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  • Martin am 12.07.2017 08:10 Report Diesen Beitrag melden

    Super

    «Es gibt in dieser Hinsicht kein Null-Risiko. Daher ist es wichtig, Risikokompetenz zu entwickeln.» Dabei hilf sicher das Bier und das Verbot von zweckmässiger Kleidung ungemein.

  • DwT am 12.07.2017 07:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hätte ich niemals gedacht

    wow ein Wunder dass es nicht verboten ist in der Schweiz es ist ja schon alles verboten oder man bräuchte eine Bewilligung hut ab genial

Die neusten Leser-Kommentare

  • dorismaria am 13.07.2017 08:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    "geniale" idee......

    ..... so sieht man(n)/frau zumindest die scherben der bierflaschen nicht rumliegen und auch die bierleichen stören dann wenig und nutzen noch als fischfutter *ironieaus* betrunken sollte schon gar nicht die birs runter gepaddelt werden - alles fahren von fahrzeugen ist ja unter alkoholeinfluss untersagt-und ein schlauchboot gehört in meinen augen dazu!

  • Tycho am 12.07.2017 19:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bierseelige Litterer?

    Hoffentlich artet das Event nicht auch in eine Müll-Orgie aus. Irgendwie sehe ich bereits das Birsköpfli im OAFF Zustand vor meinem geistigen Auge, nur mit hinterlassenen Schlauchbooten statt Zelten.

  • widähupf am 12.07.2017 15:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Novartis und co.

    Basel hat eben zu viel Chemie im Wasser,da würd ich nicht mal schwimmen gehn...

  • Kain Spam am 12.07.2017 13:02 Report Diesen Beitrag melden

    Betrunken Böötli fahren?

    Nun ja, wenn das jemand machen will soll er. Es soll sich einfach Niemand nachher beschweren wenn so ein Promillierter ertrunken ist. Muss man dann wohl einfach unter natürliche Auslese abbuchen...

  • Triathlet am 12.07.2017 10:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abfall bitte wieder mitnehmen...

    Ich hoffe sehr, dass die Bierdosen und -Flaschen in der selben Anzahl vom Boot kommen wie mitgenommen wurden.... ansonsten gute und spassige Fahrt!