Zoo Basel

03. Juli 2019 04:48; Akt: 03.07.2019 07:50 Print

«Vermehrt Parasiten bei Störchen gefunden»

47 Jungstörche wurden in den letzten Wochen im Basler Zolli beringt. Die Tiere sind oft von Parasiten befallen. Nun wird der Befall gründlich untersucht.

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Mit einem Trick sorgt der Tierpfleger dafür, dass die Störche bei der Beringung stillhalten: Er legt ihnen einen Jutesack über den Kopf. Aufgrund der vermeintlichen Gefahr stellen sich die Jungstörche tot und bleiben regunglos im Horst liegen. 47 Jungstörche wurden so in den letzten Wochen im Zoo Basel beringt.

Wie der Zolli in einem Facebook-Post mitteilte, nahm die Aktion in diesem Jahr mehr Zeit in Anspruch als üblich. Eine Doktorandin entnahm den Jungstörchen vor der Beringung Proben, um deren Befall von Parasiten zu erforschen.

Dafür wurden den Vögeln mit Klebestreifen Federproben am Kopf, unter den Flügeln und an der sogenannten Kloake genommen. Mit einem Tupfer wurden Rachen und Speiseröhre untersucht. Auch eine Blutabnahme erfolgte, um Blutparasiten nachzugehen.

«Vermehrt Parasiten bei Einzeltieren gefunden»

«In den letzten Jahren wurden vermehrt Parasiten bei Einzeltieren gefunden, deshalb geht es in der Doktorarbeit darum, die Häufigkeit sowie die Relevanz dieser Parasiten zu untersuchen», schreibt der Zoo Basel. Das dürfte möglicherweise daran gelegen haben, dass man auch mehr Störche untersucht hat, so Zoosprecherin Tanja Dietrich.

Die Doktorandin will herausfinden, wie viele Störche von Parasiten befallen sind und welche Auswirkungen dies hat. «Wir wissen nicht, wie stark der Parasiten-Befall bei unseren Störchen ist. Momentan befinden wir uns mit den Untersuchungen noch ganz am Anfang», so Fabia Wyss, Tierärztin beim Zolli.

In Basel werden Jungstörche untersucht

Die Parasiten wecken Assoziationen zu den Bildern der spanischen Mülldeponien, wo sich die Störche zur Überwinterung aufhalten. «Es ist möglich, dass eine Verbindung zwischen einem stärkeren Parasiten-Befall und dem Winterquartier der Störche besteht, weil die Tiere dort mit Abfall in Kontakt kommen, der für sie nicht gut ist», mutmasst Bruno Gardelli, Leiter der Möhliner Storchen- und Wildvogelstation.

Für die Studie, die mit den Störchen des Zollis durchgeführt wird, würden jedoch Jungvögel untersucht, die noch gar nicht mit Mülldeponien in Kontakt gekommen seien, betont Dietrich.

Die genaue Anzahl Parasiten liesse sich bei einem Tier auch nur sehr schwer ausmachen: «Dafür müsste man den Storch minutiös untersuchen», erklärt die Zolli-Tierärztin. Die Parasiten- und Wildtier-Beziehung sei eine, die überall vorkomme, wie Wyss weiss: «Problematisch für den Storch werden die Parasiten, wenn sie überhand nehmen, oder der Storch geschwächt ist.»

(lb)