Zu politisch

02. Juni 2017 11:38; Akt: 02.06.2017 11:41 Print

Moscheen distanzieren sich von Dachverband

Graue Wölfe als Mitglieder, Pro-Erdogan-Posts im Internet – ersten Basler Moscheen reichts: Sie wehren sich gegen ihren Dachverband.

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Basler Moscheen haben genug vom Dachverband und wollen künftig für sich selbst sprechen. (Symbolbild) (Bild: Keystone/Alessandro Della Bella)

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Die Basler Muslim Kommission (BMK), Dachverband der Basler Moscheen, geriet in den letzten Monaten in die Kritik. Es wurde publik, dass die Grauen Wölfe, eine Gruppierung aus rechtsextremen Anhängern des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, der BMK angehören. Und dass Verbandssprecher Serhad Karatekin Pro-Erdogan-Inhalte im Internet verbreitet. Trotzdem bleibt die Kommission der Ansprechpartner des Präsidialdepartements und der Religionsbeauftragten Lilo Roost Vischer.

«Wir sehen die BMK nicht als Dachverband an», sagt Hasan Özcelik, Präsident der Merkez-Moschee, nun zur «Basler Zeitung». Und auch die Moschee Said i Nursi will nicht mehr von der Kommission vertreten werden, welche sich seit dem Putschversuch in der Türkei zunehmend politisiere, wie Mitglieder kritisieren. «Wer zu uns kommt, lässt seine politischen Ansichten in der Türkei», sagt Mustafa Bulanik von der Nursi-Moschee zur Zeitung.

Kritik auch an der Regierung

Die beiden Moscheen wollen auf kantonaler Ebene und generell in der Öffentlichkeit künftig für sich selbst sprechen. Ein Austrittsschreiben der Merkez-Moschee wurde von der Kommission jedoch ungeöffnet zurückgesandt.

Auch der Kanton wird von den Moscheen aufgrund seiner engen Zusammenarbeit mit dem BMK kritisiert. Generell habe man Ansprechperson Vischer, die seit zwölf Jahren das Amt der Religionsbeauftragten bekleidet, kaum zu Gesicht bekommen.

«Politisch neutral»

Vischer bezieht keine Stellung zu den Vorwürfen, und auch Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann äussert sich gegenüber der Zeitung nicht konkret zur Kritik der Moscheen an ihrem Dachverband.

Dachverbandsprecher Serhad Karatekin sagt derweil, dass die BMK politisch neutral sei. «Privat ist es aber jedem freigestellt, sich politisch zu betätigen», so Karatekin. Auch beteuert er, die Kündigung der Merkez-Moschee sei lediglich «mangels personeller Ressourcen» innerhalb der Moschee eingereicht worden. Sie unterstütze die BMK in ihren Tätigkeiten.

(rob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Troublebloger am 02.06.2017 12:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super reagiert

    Finde ich super. Solche Moscheen stören auch niemanden. Raus mit den schwarzen Schafen, damit wir wider friedlich zusammenleben können. Lasst eure Religion nicht von solchen Leuten durch den Dreck ziehen und distanziert euch, so kann auch wider unterschieden werden.

    einklappen einklappen
  • Angela am 02.06.2017 13:09 Report Diesen Beitrag melden

    weiter so, wird langsam Zeit

    Bravo! Wenn Moslems hier eine gute und vor allem eine langfristige Zukunft wollen, müssen sie dafür sorgen, dass wir ihnen vertrauen. Bis jetzt haben wir in Bezug auf den Terror und sonstigen Konflikten zu wenig Wiederstand wahrgenommen. Es wird Zeit, dass sie anfangen ihre Verantwortung wahr zu nehmen, sonst kommt der Tag, wo ihre Zukunft nicht mehr hier sein wird. Denn dieses Theater wird auch die dumme Schweiz nicht unendlich lange mitmachen. Das müssen sie sich einfach endlich mal bewusst sein.

  • Mr Spock am 02.06.2017 13:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr gut!!

    Weiter so! Nur mit solch klaren Positionierungen/Distanzierungen wird man bewirken, dass die Menschen den unterschied zwischen dem friedlichen Islam und den radikalisierten Terroristen erkennen

Die neusten Leser-Kommentare

  • ritter am 02.06.2017 17:36 Report Diesen Beitrag melden

    bravo!

    so wenig wie man politik mit religion mischen sollte, so sollte man auch religion nicht mit politik vermengen! falsches gedankengut an den falschen orten vergiften die ruhe im glauben, wie auch ruhe in der politik.. seid friedlich und bleibt stark! ich finde es wichtig dass sich auch hierzulande die gesellschaften innerhalb der moscheen deutlich aussprechen und sich von falschem einfluss distanzieren. so bildet es die grundlage zwischen verschiedenen religionen endlich die gemeinsamkeiten zu erkennen!

  • Fredy am 02.06.2017 14:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schritt nach innen

    Das ist die wichtigste Einsicht und der grundlegenste Gedanke der Religion, um sie ernst zu nehmen - man macht einen Schritt nach innen (zu sich selbst/Gott) und nicht nach aussen (Politik, Krieg, Terror etc.)

  • Waltraut am 02.06.2017 14:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Prediger

    Muslemische Prediger sollten endlich in der Schweiz ausgebildet werden müssen und nach einer Übergangszeit nur noch solche predigen dürfen.

  • Mr Spock am 02.06.2017 13:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr gut!!

    Weiter so! Nur mit solch klaren Positionierungen/Distanzierungen wird man bewirken, dass die Menschen den unterschied zwischen dem friedlichen Islam und den radikalisierten Terroristen erkennen

  • Angela am 02.06.2017 13:09 Report Diesen Beitrag melden

    weiter so, wird langsam Zeit

    Bravo! Wenn Moslems hier eine gute und vor allem eine langfristige Zukunft wollen, müssen sie dafür sorgen, dass wir ihnen vertrauen. Bis jetzt haben wir in Bezug auf den Terror und sonstigen Konflikten zu wenig Wiederstand wahrgenommen. Es wird Zeit, dass sie anfangen ihre Verantwortung wahr zu nehmen, sonst kommt der Tag, wo ihre Zukunft nicht mehr hier sein wird. Denn dieses Theater wird auch die dumme Schweiz nicht unendlich lange mitmachen. Das müssen sie sich einfach endlich mal bewusst sein.