«Falsch verstanden»

29. Januar 2015 14:38; Akt: 29.01.2015 17:10 Print

Nach Protesten – BLT lässt Kuss-Plakate zu

Die BLT akzeptiert die komplette Plakat-Kampagne des Jugendtreffs Anyway. Die geplante «Kiss-in»-Aktion findet aber dennoch statt.

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Am Mittwoch noch sagte BLT-Direktor Andreas Büttiker: «Wir stehen zu unserem Entscheid, einige der Plakate nicht aufzuhängen.» Dies, weil sich einige der Fahrgäste durch die sich küssenden, homosexuellen Paare verletzt fühlen könnten. Am Tag darauf lässt das Unternehmen via Medienmitteilung verlauten: «Wir haben im Nachhinein realisiert, dass die Überlegungen, die zu diesem Entscheid geführt haben, falsch verstanden wurden.»

«Unser Ziel war es nie, uns gegen Homosexuelle zu stellen. Wir suchten lediglich den Kompromiss, um es allen unseren Fahrgästen recht zu machen», so Büttiker. In eine politische Debatte wollten sie jedoch nicht involviert werden. Nach einem netten Anruf von Bastian Baumann, Geschäftsführer von Pink Cross, haben Büttiker und die BLT die interne Beurteilung der Werbekampagne von Anyway nochmals hinterfragt und kamen zum Schluss, alle Sujets zum Aufhängen zu gewähren.

Dialog suchen

«Herr Baumann hat mir ein Gespräch angeboten, das ich gerne wahrnehmen werde. Eine konstruktive und sachliche Diskussion ist der beste Weg, gemeinsam eine Lösung zu finden», so Büttiker. In dem Gespräch soll laut Baumann über Homophobie und deren Auswirkungen gesprochen werden. Auch möchte er mit der BLT besprechen, wie das Unternehmen auf zukünftige Anfragen von Homosexuellen-Verbänden reagieren und auch die eigenen schwul-lesbischen Mitarbeiter in ihrem Arbeitsumfeld unterstützen kann.

An dem Gespräch wird auch Alexandra Barth von Anyway teilnehmen: «Ich freue mich auf den Dialog mit der BLT und Pink Cross. Ich glaube, wir sind auf dem richtigen Weg.» Noch mehr freut sie sich jedoch über das grosse Engagement und die zahlreichen Reaktionen, die der ablehnende Entscheid ausgelöst hat. «Dass wir eine solch enorme Rückendeckung und so viel Unterstützung erhalten haben, finde ich toll. Dank der Mithilfe von so vieler können wir unsere Aktion nun wie geplant durchführen», so Barth.

Problem der Homophobie nicht gelöst

Auf Facebook wandten sich mehrere Dutzend Personen öffentlich an die BLT und bezeichneten das Transportunternehmen als menschenfeindlich. So forderte die Juso einen Rückzug des Entscheids und die Gay-Organisation Pink Cross rief aus Protest zum öffentlichen «Kiss-in» auf.

«Wir werden die Kiss-in-Aktion am Mittwoch trotzdem durchführen, aber nicht als Protest, sondern als freudiger Anlass, welcher für Liebe und Vielfalt steht», sagt Baumann. Denn schliesslich sei das Problem der Homophobie als Ganzes mit dem Entscheid der BLT noch nicht gelöst. «Ich freue mich aber, dass die BLT unsere Ansichten von Respekt, Offenheit und Akzeptanz nun zu teilen scheint und die vielen Stimmen gehört hat. Damit sendet die BLT ein wichtiges Signal an alle jungen Menschen, die unter Homophobie und Diskriminierung zu leiden haben.»

Tramplakat-Kampagne wie geplant

Damit kann die fünfwöchige Plakat-Kampagne des Jugendtreffs Anyway wie geplant am 2. Februar starten, und zwar in allen Trams auf dem regionalen Schienennetz. Denn die Basler Verkehrsbetriebe BVB hatten die Kampagne bereits zuvor akzeptiert. Mit den Werbeplakaten soll laut Initiantin Alexandra Barth «die Sichtbarkeit von Anderssexuellen erhöht und die Öffentlichkeit zum Nachdenken angeregt werden».

(da/huf)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bündnari am 27.01.2015 19:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach bitte...

    Sorry...wie kann man denn immer noch so prüde und verklemmt sein? Ich finde es wunderschön wenn sich 2Menschen gefunden haben und sich lieben. Egal ob MM, FF oder MF! Leben und leben lassen.

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  • Ich am 27.01.2015 19:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo is das Problem ??

    Päarchen is Päarchen. Basta. 2015 nicht 1915..... Meine Güte.

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  • Calvin W. am 27.01.2015 18:55 Report Diesen Beitrag melden

    Ich kann nichts Anstössiges erkennen.

    Wems nicht gefällt soll nicht hin schauen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dave am 30.01.2015 11:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Angst vor dem Unbekannten

    Ich als Hetero finde einige der Kommentare gegen Homosexuelle sehr befremdlich. Diese Leute stellen sich über das Gesetz und die Menschenrechte, welche festhalten, dass alle Menschen gleich sind. Bitte öffnet euch für eine tolerantere Schweiz. Und seid doch einfach auch glücklich darüber hetero zu sein und nicht ständig von Leuten wie euch diskriminiert zu werden. Wir heteros haben weniger Hürden, weil wir es sind die sie aufstellen.

  • Timon am 30.01.2015 07:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlechte Entscheidung

    Finde ich eine schlechte Entscheidung! Ich will nicht auf meinem Arbeitsweg dauernd Leute sich küssen sehen! Und das hat nichts damit zu tun, dass sie homosexuell sind! Wann verstehen die Leute endlich, dass homosexuelle nicht anders d.h. auch nicht besser behandelt werden sollten?

  • My Switzerland am 30.01.2015 04:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Happy End

    Am Schluss hat die Liebe gewonnen 3

  • nico am 29.01.2015 23:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    toleranz...

    ...wird heute sowieso irgendwie falsch interpretiert. heute ist man nur tolerant wenn man das "mag" und sich dafür auch noch einsetzt. dabei heisst toleranz nur "ich akzeptiere es und lasse diese menschen tun was sie wollen". deswegen muss man es noch lange nicht mögen. wird aber so eine aussage gemacht gilt man als intolerant! dabei sind es doch genau die, die intolerant sind und andern nicht ihre meinung lassen. ich persönlich bin gegen solche plakate, akzeptiere homosexuelle aber. werde aber langsam "toleranz müde" wenn sie sich immer so aufführen und alles durchboxen wollen.

  • vreni am 29.01.2015 23:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    küssen

    Ich finde es doch gut, das es Lesben und Schwule gibt und das sie es auch zeigen. Wir sind im Jahr 2015.