Hoffnung für den EHC

03. Juli 2014 18:49; Akt: 03.07.2014 19:39 Print

Neuer Verein will Sharks vor dem Untergang retten

Ein neuer Verein des früheren EHC-Basel-Kassiers und Trainer Dino Stecher will den EHC retten und die Bevölkerung als Sponsor gewinnen. Dafür bleiben noch drei Tage.

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Am 7. Juli, also kommenden Montag, droht dem EHC Basel Sharks die richterliche Konkurseröffnung. Dann fällt der letzte Vorhang für das Profi-Eishockey in der Region Basel – ausser es geschieht ein kleines Wunder.

Das will Francis Schmid mit seinen beiden Mitstreitern Stefan Voegele und Dino Stecher bewerkstelligen. Dafür wurde über Nacht der Verein Pro Eishockey Basel aus der Taufe gehoben. Stecher ist amtierender Trainer der Sharks, Voegele beendete 2012 seine Profikarriere nach 400 Spielen beim Basler Verein. Und Schmid amtete vor Jahren als Kassier des EHC Basel-Kleinhüningen.

«Ich kann nicht das grosse Geld bringen», sagt Schmid. Aber er will die letzte Chance, die sich dem Verein bietet nicht ungenutzt lassen. «Wenn jedes Jahr drei oder viertausend Leute bereit sind, einen Hunderter einzuzahlen, reicht das.» Nun hofft er, dass die Fans rasch zum Portemonnaie greifen.

Rettende Nahtoderfahrung?

Laut Schmid ist es vielleicht just die existenzielle Krise, die die Begeisterung für Spitzeneishockey in der Region entfachen kann, die dem Verein so lange fehlte. «Der Konkurs bietet auch die Chance, die nötige breite Identifikation für die Sharks zu schaffen», sagt Schmid. Diese brauche der Verein. «Wir müssen wegkommen von der Abhängigkeit von einem einzelnen Gross-Sponsor», steht für ihn fest. In den letzten Jahren hatte Sharks-Verwaltungsratspräsident Matthias Preiswerk den siebenstelligen Betriebsverlust jeweils ausgeglichen – bis er dazu nicht mehr willens war und vor wenigen Tagen das Aus verkündete.

Das löste im Umfeld des Vereins ein Erdbeben aus. Nicht nur Schmids Verein arbeitet fieberhaft an der Rettung des todkranken Patienten: Auch der Donatorenverein ist auf Spendersuche, die Mannschaft signalisierte Bereitschaft, Lohnreduktionen hinzunehmen und vereinsintern stehe man in Verhandlungen mit grösseren Sponsoren. An allen Fronten wird für eine Zukunft der Profimannschaft gekämpft. «Insofern sind wir nur ein Teil des Rettungsplans», so Schmid. Ein Plan, den noch keiner wirklich kennt und der am Montag den Richter überzeugen muss. Sonst zieht der den Stecker. Endgültig.

Liga zeigt sich solidarisch

Auch die Liga scheint die Hoffnung auf eine Rettung in letzter Sekunde für die Sharks noch nicht aufgegeben zu haben. Wie am Donnerstag bekannt wurde, haben sich die übrigen NLB-Klubs darauf verständigt, keine Basler Spieler aus laufenden Verträgen zu übernehmen, solange der Rückzug nicht beschlossen ist. Damit soll ein vorzeitiger Ausverkauf der Mannschaft verhindert werden.

(lha)