Von Angge bis Zwuggel

02. Dezember 2009 23:05; Akt: 03.12.2009 00:23 Print

Neues Baaseldytsch-Wörterbuch

von Anna Luethi - Ein neues Baaseldytsch-Wörterbuch will vergessene Ausdrücke wiederbeleben. Denn Experten warnen, der Basler Dialekt sei in Gefahr.

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Ein Santymspalter ist ein Geizhals, eine Juxbutygge eine Partymaus. Im neu erschienenen Baaseldytsch-Deutsch-Wörterbuch hat Ernst Meister unzählige Dialektausdrücke gesammelt, die kaum jemand mehr kennt. «Ich will einen Beitrag leisten, das Baseldeutsch zu erhalten und zu kultivieren», sagt der Autor. Seit 17 Jahren steckte er rund 20 Stunden Arbeit pro Woche in sein «Weerterbuech». 35 000 Dialektwörter kamen so zusammen – das bislang umfassendste Baseldeutsch-Lexikon.

Nie hört man in Basel so viel traditionelles Baaseldytsch wie an der Fasnacht. «Die Fasnacht ist eine wichtige Gralshüterin des Basler Dialekts», so Fasnachts-Comité-Obmann Felix Rudolf von Rohr, der sich bei der IG Dialekt für das Baseldeutsch engagiert. «Wir müssten den Dialekt verbieten, um ihn zu erhalten – dann würden die Leute ihn gerade zum Trotz mehr verwenden.» Schriftdeutsch und Anglizismen bürgern sich immer mehr ein. Das merkt auch Schnitzelbangg-Obmann Walo Niedermann: «Die meisten Bänggler reimen heute umgangssprachlicher, besonders Junge.»