Nach Rassismus-Debatte

18. Juli 2019 18:12; Akt: 18.07.2019 18:12 Print

Negro Rhygass narrt alle mit weissem Clown

Mit ihrem Logo löste die Negro Rhygass letztes Jahr eine Rassismus-Debatte aus. Seither verzichtet die Gugge darauf. Hat sie sich nun für ein neues entschieden?

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«Kompromiss nach Rassismus-Debatte: So sieht das neue Logo der ‹Negro-Rhygass› aus», titelte die «bz Basel» am Donnerstag. Auf einer Einladung zu ihrem Sommerfest prangt anstelle des Bastrock tragenden Afrikaners, der vergangenes Jahr eine hitzige Rassismus-Debatte losgetreten hatte, ein Clown.

Hat die Kleinbasler Gugge sich für ein neues Logo entschieden? Erst im Dezember 2018 hatte die Clique mitgeteilt, das umstrittene Logo offiziell nicht mehr in der Öffentlichkeit verwenden zu wollen. Als Zeichensetzung für «Toleranz und Tradition» habe man damals laut Medienmittelung der Clique jedoch auf ein neues Logo verzichtet.

Dabei bleibt es auch: Auf Anfrage stand die Clique für weitere Auskünfte «nicht zur Verfügung». Auch wenn es keine offizeille Bestätigung gab, weiss 20 Minuten aus sicherere Quelle, dass die Clique kein neues Logo hat. Der Clown sei einfach auf dem Flyer, aber die Story über ein neues Logo sei eine Ente.

Student startete hitzige Rassismus-Debatte

Ausgelöst hatte die Kontroverse um das Logo im vergangenen August ein Basler Medizinstudent. Er empörte sich über ein Plakat, auf dem die Gruppe auf «E nätts Negro-Fescht» hinwies: «Das Logo zeigt eine schwarze Person, die Trommeln schlägt. Das stellt ganz klar einen Sklaven aus der Kolonialzeit dar», so der schockierte Student. Daraufhin hagelte es von verschiedenen Seiten Kritik.

Nachdem auf Facebook mehrer Beschwerden eingegangen waren, nahm die Plattform die Seite der Gugge vom Netz. Eine Solidaritätsbekundung mit der Clique liess nicht lange auf sich warten, was darin mündete, dass über 1000 Fasnächtler am Solidaritäts-Marsch am 17. Augustes 2018 auf die Strasse gingen. Auch mehrere Rechtsextreme nahmen unbehelligt daran teil.

Die Negro Rhygass nahm nicht daran teil, verurteilte die Teilnahme der Rechtsexetrmen aber «aufs Schärfste». Zudem distanzierte sich die Clique in einer Mitteilung «ausdrücklich von Rassismus aller Art».

(jes)