Universitätsspital Basel

03. Januar 2020 20:38; Akt: 03.01.2020 20:38 Print

Neues System spart pro Jahr 100'000 Mahlzeiten

Mit vorgekochten und abgepackten Menüs kann das Universitätsspital Basel bis zu 40 Tonnen Food-Waste pro Jahr verhindern.

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Im Sommer 2018 hat das Universitätsspital Basel seine Patientengastronomie neu ausgerichtet. Als erstes Spital der Schweiz kocht das USB das Essen der Patienten nicht mehr einzeln, sondern nach der Micro-Past-Methode im Voraus und zentral in einer Grossküche. Die Gastronomie ist ein Grossbetrieb im Universitätsspital: Rund 5400 Mahlzeiten werden hier täglich zubereitet. Das neue System sei wesentlich umweltfreundlicher als die alte «Cook and Serve»-Methode, schreibt das USB in seiner Mitarbeiterzeitschrift «Gazzetta»: «Gesamthaft entstehen mit der neuen Methode 18 Prozent weniger Umweltbelastung als mit dem alten System.» Mit der alten Vorgehensweise wurden für eine tatsächlich konsumierte Mahlzeit noch 1,4 Portionen zubereitet. «Dieser Faktor ist dank der viel besseren Planbarkeit der Herstellung und der Lagerbarkeit massiv gesunken», heisst es in der Zeitschrift. Dr. Christian Abshagen, Leiter des Medizincontroling des USB, hat die Ökobilanz der neuen Methode untersucht: «Bezogen auf die täglichen zwei warmen Mahlzeiten sparen wir jetzt beeindruckende 100'000 Mahlzeiten pro Jahr.» Das seien 30 bis 40 Tonnen weniger Lebensmittelabfälle. Ein Wermutstropfen der neuen Massnahme sei der Plastikabfall. Das neue System lohne sich aber, da die entsprechende Umweltauswirkung im Gegensatz zum ökologischen Fussabdruck der Lebensmittelproduktion bescheiden sei. Ein weiterer Ansatz zur Optimierung, der in Zukunft verfolgt werde, sei die Zusammensetzung der Menüs. «Wären ab morgen alle Patientenmenüs zu 100 Prozent vegetarisch, würde sich der ökologische Fussabdruck schlagartig halbieren», so Abshagen zur Hauszeitschrift.

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Als erstes Spital der Schweiz kocht das USB das Essen der Patienten nicht mehr einzeln. Die Menüs werden nach der Micro-Past-Methode im Voraus und zentral in einer Grossküche vorbereitet. Auf Bestellung können sie aufgewärmt werden. Nach der Umstellung der Patientengastronomie im Sommer 2018 hat das Spital eine erste Bilanz gezogen.

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Das neue System sei wesentlich umweltfreundlicher als die alte «Cook and Serve»-Methode, schreibt das USB in seiner aktuellen Ausgabe der Mitarbeiterzeitschrift «Gazzetta»: «Gesamthaft entstehen mit der neuen Methode 18 Prozent weniger Umweltbelastung als mit dem alten System.» Dies sei vor allem der geringeren Verschwendung von Nahrungsmitteln zu verdanken.

Mit der alten Vorgehensweise seien für eine tatsächlich konsumierte Mahlzeit noch 1,4 Portionen zubereitet worden. Für jede Tonne Essen, die verzehrt wurde, landeten 400 Kilo Lebensmittel im Müll. «Dieser Faktor ist dank der viel besseren Planbarkeit der Herstellung und der Lagerbarkeit massiv gesunken», heisst es in der Zeitschrift.

Weniger Food-Waste, mehr Plastikmüll

Dr. Christian Abshagen, Leiter des Medizincontroling des USB, hat für die Fachhochschule Nordwestschweiz die Ökobilanz der neuen Methode untersucht. Er sagt dem Magazin: «Bezogen auf die täglichen zwei warmen Mahlzeiten sparen wir jetzt beeindruckende 100'000 Mahlzeiten pro Jahr.» Das entspricht 30 bis 40 Tonnen weniger Lebensmittelabfälle.

Ein Wermutstropfen der neuen Massnahme sei die Zunahme des Plastikabfalls. «Das sind zehn Tonnen Plastikmüll im Jahr», sagt Abshagen. Dennoch lohne sich das neue System, da dessen Umweltauswirkung im Gegensatz zum ökologischen Fussabdruck der Lebensmittelproduktion bescheiden sei.

Weitere Optimierungen angedacht?

Ein weiterer Ansatz zur Optimierung, der in Zukunft verfolgt werde, sei die Zusammensetzung der Menüs. «Wären ab morgen alle Patientenmenüs zu 100 Prozent vegetarisch, würde sich der ökologische Fussabdruck schlagartig halbieren», so Abshagen zur Hauszeitschrift. Weitere Prozesse, die einer Öko-Untersuchung unterzogen würden, seien das Feld des medizinischen Verbrauchsmaterials.

Das neue Gastrokonzept komme übrigens auf Wunsch der Patienten, heisst es in der «Gazzetta». Denn diese hätten sich mehr Auswahl und Flexibilität gewünscht.

(obr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter Pan am 03.01.2020 21:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auf Wunsch der Patienten....

    Wer's glaubt wird seelig... War dort als externer Techniker immer wieder vor Ort als dieses 'System' in Planung war. Nix Patientenwunsch - Kosteneinsparungen waren der Hauptgrund; Personalkosten lassen grüssen. Auch als Patient kenne ich das USB vorher/nachher und vorher war qualitativ definitiv besser. Und von wecen Auswahl: Nach 10 Tagen ging ich ins Restaurant nebenan oder bestellte mir was von extern; die möglichen Kombinationen sind dann so ziemlich total ausgeschöpft. Dazu kommt noch: Jedes dritte Menue entsprach nicht der ach so tollen und bestellter 'Konfiguration'.....

  • El Niño am 03.01.2020 20:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jobs

    und wie viele Jobs gingen verloren?

    einklappen einklappen
  • Andy am 04.01.2020 05:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Doppelmoral "der Umwelt zuliebe"

    Ganz ehrlich, ich kompostiere lieber nicht gegessenes Gemüse, als anstelle des Plastikabfall. Da soll mir einer was von positives Ökobilanz schwafeln. In den einen Mensen macht man ein Theater wegen Papierbechern und hier verpackt man den ganzen Mist in Plastik?!?

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Reto Bali am 05.01.2020 00:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    aufgewärmter Plastikfrass

    Mehr Plastik und aufgewärmter Frass? Dass soll nun also gut sein?!

  • Roman am 04.01.2020 23:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wir sind Weltmeister

    Herr und Frau Schweizer haben doch immer etwas zu meckern! Die Comments bestätigen es aufs neue: Wir sind die unangefochtenen Weltmeister im jammern, meckern und kritisieren!

  • Tobias am 04.01.2020 23:31 Report Diesen Beitrag melden

    Gewinnoptimierung

    Gewinnoptimierung auf Kosten der Umwelt. Lieber etwas mehr Kompost als Plastik. Punkt. Am Ende werden Apfelschnitze in Plastiktuete verteilt... Reines Profitdenken.

  • Markus48 am 04.01.2020 22:54 Report Diesen Beitrag melden

    Trotzdem gute Genesung

    Wie kompliziert ist dass den? Sparen am Leben immer mehr Qualitätsverlust und das unter dem Motto Modernisierung. Stress less würde viele freie Bettschaffen. Wie überall versucht man Fehler zu reparieren statt die Entstehung zu verhindern.

  • Mike am 04.01.2020 22:35 Report Diesen Beitrag melden

    Ja genau;-)

    100`000 Mahlzeiten und einige Tonnen Lebensmittel eingespart, bessere Qualität für die Patienten und blablabla, und so nebenbei auch noch ein "paar" Arbeitsplätze eingespart. Wer jetzt tatsächlich glaubt es ginge hierbei um die ersteren Gründe, der glaubt auch noch an den Weihnachtsmann:-) Und Nein: Qualität gibts am Unispital Basel schon länger nicht mehr. Am wenigsten beim Essen.