14. April 2005 17:44; Akt: 14.04.2005 17:44 Print

Nicht zweierlei Mass

Der streitbare Pfarradministrator von Röschenz BL stösst mit seinen verbalen Attacken gegen Bischof Kurt Koch auch in seiner deutschen Heimatdiözese auf Kritik: Auch im Erzbistum Bamberg hätten Franz Sabos Äusserungen Konsequenzen für ihn.

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Als Folge mehrfacher öffentlicher Kritik am Bischof von Basel und der kirchlichen Hierarchie hatte Bischof Koch im März Sabo die Missio Canonica per Ende September entzogen. Die Kirchgemeinde Röschenz, wo der deutsche Priester seit 1998 als Pfarradministrator wirkt, beschloss am Dienstag, sich dem Bischof zu widersetzen und Sabo nicht zu entlassen. Das wirft ungelöste rechtliche Fragen auf.

Auch in Bamberg Entzug der Missio

Während der Kirchgemeinderat von Röschenz dem Bischof von Basel vorwirft, seine Probleme mit Sabo auf dem Buckel der Kirchgemeinde auszutragen, findet Kurt Koch im Erzbistum Bamberg, aus dem der aufmüpfige Priester stammt, Verständnis: «Wir hätten genau gleich gehandelt», sagte der Bamberger Generalvikar Alois Albrecht zum Entzug des kirchlichen Auftrages (Missio Canonica).

Nach Ansicht Albrechts redet Sabo «saudumm daher». Seine Äusserungen seien «purer Populismus» und ausserhalb des kirchlichen Gehörsams. «So kann ein Priester nicht reden» findet Albrecht.

Sabo könnte heimkehren

Trotz der Kritik an Sabos Äusserungen steht für den Bamberger Generalvikar ausser Frage, dass der 51-jährige Priester nach der bisher vom Bischof von Basel vergeblich verlangten Entlassung in Röschenz in seine Heimatdiözese zurückkehren könnte. Kirchenrechtlich sei das absolut klar, sagte Albrecht. Welche Aufgabe man Sabo übertragen würde, sei allerdings noch völlig offen.

Sabo verliess das Erzbistum Bamberg seinerzeit auf eigenen Wunsch Richtung Schweiz. Es habe zwar auch in der Heimatdiözese gewisse Probleme mit dem Priester gegeben, erinnert sich der Generalvikar. Welcher Art sie waren, konnte er jedoch nicht sagen - «aber sicher nicht so, dass man Sabo hätte fortschicken müssen, versicherte Albrecht.

Keine Reaktion des Bistums Basel

Das Bistum Basel hat bisher auf den einstimmigen Entscheid der Kirchgemeinde Röschenz, Sabo nicht zu entlassen, nicht reagiert. Die offizielle Mitteilung aus Röschenz sei zwar am Donnerstag eingetroffen, sagte Roland-B. Trauffer, Generalvikar des Bistums Basel, auf Anfrage. Eine Stellungnahme gebe es vorläufig aber nicht, weil sich Bischof Koch noch in Lourdes befinde.

Über den Zeitpunkte einer Stellungnahme wollte sich Trauffer nicht äussern. Das Bistum Basel wolle jedoch weiterhin mit der Pfarrei Röschenz «eine gute Lösung suchen».

(sda)