Pratteln BL

22. Dezember 2011 22:07; Akt: 22.12.2011 20:13 Print

Notlösung macht Betroffenen Angst

von Susan Pedrazzi - Weil das Asylaufnahmezentrum aus allen Nähten platzt, wurden gestern erste Asylbewerber in eine Notunterkunft in Pratteln gebracht. Viele fühlen sich unangemessen behandelt.

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Die Asylbewerber zeigen sich beim Betreten ihrer Unterkunft skeptisch. Fotos: sup

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Es regnete in Strömen, als gestern rund 30 Asylbewerber vor dem Zivilschutzbunker Lachmatt aus dem Bus stiegen. Viele von ihnen sind schon seit Wochen in der Schweiz. So auch die 38-jährige serbische Roma Mirjam Goja und ihre ­Familie: «Wir leiden, seit wir vor 60 Tagen nach Basel gekommen sind. Viele von uns sind krank.» Wegen des akuten Platzmangels im Empfangs- und Verfahrenszentrum Basel sind die Asylbewerber vorübergehend in einen Zivilschutzbunker der Gemeinde Pratteln verlegt worden. Für Rolf Rossi von der Koordinationsstelle für Asylbewerber ist dies eine akzeptable Lösung: «Diese Anlage ist neu saniert und wird regelmässig für Zivilschutzübungen verwendet.» Die frustrierten Asylbewerber jedoch haben die Nase voll: «Ich habe das Gefühl, ich komme aus einem Gefängnis in ein Massakerlager», so der 18-jährige Roma Gordan Demirovic, «wir gehören doch nicht unter die Erde.»

Auch Goja wünscht sich für ihre Familie endlich ein richtiges Zuhause: «Wir würden gerne bleiben, bekommen aber keine Chance.» Erfolglos versuchte Gemeindepräsident Beat Stingelin, die Menschen zu ­beruhigen. «Diese Leute sind aufgrund ihrer Vergangenheit sehr verunsichert. Sie haben Angst, dass sie nicht versorgt werden.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kilian Heiniger am 24.12.2011 17:35 Report Diesen Beitrag melden

    SVP unsere letzte Rettung

    Na ja liebe Leute, bei denn nächsten Nationalrats- und Ständeratwahlen doch einfach wieder SVP wählen....dann hätten wir jetzt und heute solche Asylprobleme nicht!!!!

  • Danny am 22.12.2011 22:53 Report Diesen Beitrag melden

    Komische Ansichten

    Ich gehörte damals, als Soldat auch nicht unter die Erde. Trotzdem musste ich dahin, wenn auch nur für wenige Wochen. Das Grand Hotel wäre mir auch lieber gewesen. Eine Zivilschutzanlage hat nichts bedrohliches. Es ist eine Schutzanlage. Was ich nicht verstehe ist, warum diese Leute hier um Asyl nachsuchen. Warum nicht in Kroatien und/oder Slovenien? Beide Länder sind unbedenklich. Und dort gibt es auch keine sprachlichen Probleme. Wenn man um Asyl bittet und aufgenommen wird, sollte man sich nicht undankbar und übertrieben wählerisch zeigen. Ist das rassistisch von mir? Hoffe nicht.

  • Es reicht am 23.12.2011 07:44 Report Diesen Beitrag melden

    Iran, Irak, Afghanistan

    Die Türen stehen ihnen offen. Vielleicht werden sie dort besser versorgt?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Kilian Heiniger am 24.12.2011 17:35 Report Diesen Beitrag melden

    SVP unsere letzte Rettung

    Na ja liebe Leute, bei denn nächsten Nationalrats- und Ständeratwahlen doch einfach wieder SVP wählen....dann hätten wir jetzt und heute solche Asylprobleme nicht!!!!

  • koni am 24.12.2011 16:14 Report Diesen Beitrag melden

    Flüchtling oder Tourist?

    Schaut euch das vorgespannte Bild an! Sind das nun Flüchtlinge oder Touristen?

  • R.Saubermann am 24.12.2011 10:46 Report Diesen Beitrag melden

    in die Schweiz kommen und Wünsche äussern. Soll froh sein, dass sie überhaupt ein Dach über dem Kopf bekommen. Wenn es ihnen nicht passen müssen sie nicht kommen.

    • Tinu am 25.12.2011 02:14 Report Diesen Beitrag melden

      Das habe ich auch gedacht!

      Die kommen hierher und haben wohl das Gefühl, sie würden dann in eine Asylunterkunft in Zermatt kommen, mit direktem Alpenblick und Kuhgebimmel und so weiter! Sie haben ein Dach über dem Kopf, fertig.

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  • S. Oldat am 24.12.2011 08:35 Report Diesen Beitrag melden

    Alle in Zivilschutzanlagen!

    Das ist doch eigentlich schon die Lösung. Alle Asylanten in Zivilschutzanlagen - ohne wenn und aber. Wenn sich das mal rumspricht - kommen automatisch weniger!

    • Adolf am 25.12.2011 02:17 Report Diesen Beitrag melden

      Moment mal:

      Wieso sollen die in Zivilschutzanlagen? Das sind Schutzräume und keine Anlagen für Asylanten. Am besten wäre es, man würde sie in eine ausgemusterte Militärfestung stecken. Da sind sie von der Aussenwelt abgeschnitten, können niemandem schaden, haben ein Dach über dem Kopf. Leider baut ja das Militär viele solcher Anlagen zurück!

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  • Karl Linder am 23.12.2011 20:20 Report Diesen Beitrag melden

    wo, Hr. Auderset, soll das Schiff sein?

    Ich persönlich konnte dem Ansinnen eines Schiffs als Unterkunft erst auch Positives abgewinnen, zumal ein Schiff keine fixe Immobilie darstellt und bei Nicht-mehr-benutzt-werden rasch wieder weggeschafft werden kann. ABER: Die Sache klingt gut, aber ist nicht ganz zu Ende gedacht. Es gibt gar keinen Platz für ein solches Schiff. Wo sollte es sein? Schiffe, wo dann Anfang März die BASEL WORLD Besucher nächtigen sollten am St. Johann? Oder im Hafenbecken 1 + 2? Dort hat es keinen Platz. Und Ruck-zuck sind Schiffe auch nicht zu organisieren. Raschere Verfahren sind die einzige Lösung.