Basel

12. August 2019 16:36; Akt: 12.08.2019 17:18 Print

«Jammerschade, müssten wir sie kompostieren»

Sie sind bis zu zwei Tonnen schwer, sechs Meter hoch und bald obdachlos. Die Riesenpalmen der Basler Merian Gärten brauchen ein neues Winterquartier, sonst droht der Kompost.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Basler Merian Gärten sind stolze Besitzer dreier Kanarischer Palmen. Vor gut 60 Jahren wurden sie erstmals auf der Brüglinger Ebene eingetopft und gediehen seither prächtig. Im Sommer sorgen sie für mediterranes Flair im Botanischen Garten und im Winter wurden sie jeweils ins Gewächshaus gebracht. Das geht jetzt nicht mehr.

Wie der Website der Merian Gärten zu entnehmen ist, sind die Riesenpalmen – sie sind mittlerweile sechs Meter hoch – zu gross fürs Gewächshaus geworden. Sie passen nicht mehr durch die Türe. Weil das Gebäude historisch ist, komme eine Vergrösserung der Türe nicht infrage. «Wir haben uns schweren Herzens entschieden, die drei Palmen wegzugeben», erklärte Alexandra Baumeyer, Leiterin Kommunikation und Vermittlung der Merian Gärten, gegenüber der «bz Basel».

Für die drei Palmen wird deshalb ein neues Zuhause gesucht, die Merian Gärten geben sie sogar gratis ab. Dennoch ist das kein ganz einfaches Unterfangen. Mit einem Gewicht von je bis zwei Tonnen und ihrer stolzen Höhe von sechs Metern haben sie spezielle Bedürfnisse an ihr neues Winterquartier und machen die Züglete zur logistischen Herausforderung. Baumeyer meint, ideal seien wohl Eingangsbereiche von Unternehmen, wo es meist viel Platz und Licht gibt.

Wintereinbruch als Deadline

«Es gibt bereits diverse Interessenten», sagte Baumeyer am Montag auf Anfrage. Allerdings ist noch nicht klar, ob sich tatsächlich auch ein Abnehmer darunter befindet. «Die Herausforderung wird der Transport sein», erklärt sie. Dieser muss nämlich vom Abnehmer der Palmen finanziert werden. «Wir können das nicht bezahlen», sagt sie. Dafür gibt es die Palmen gratis. Und jede einzelne der drei Prachtexemplare ist ein kleines Vermögen wert.

Und was, wenn sie am Ende doch keiner nimmt? «Dann müssten wir sie abholzen und kompostieren», so Baumeyer. «An halbtoten Pflanzen in unseren Gärten hat schliesslich niemand Freude.» Noch ist es aber nicht zu spät. Klar ist: Eine Lösung muss her, bevor der Winter einbricht. «Es wäre wirklich wahnsinnig schade, wenn wir sie kompostieren müssten», so Baumeyer.

(lha)