Basel

31. Januar 2017 16:43; Akt: 08.02.2017 09:12 Print

Patienten essen im Spital künftig à la carte

Das Universitätsspital Basel stellt sein Gastronomie-Konzept um. Fixe Essenszeiten gehören der Vergangenheit an.

Patienten im Universitätsspital Basel haben künftig die Möglichkeit, rund um die Uhr Essen zu bestellen. Zur Auswahl stehen 23 Menüs. (Video: jd)
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Was darfs heute Feines sein? Ein pikantes Thai Curry, das pochierte Dorschrückenfilet oder doch lieber das vegetarische Quarksteak? Patienten des Universitätsspitals Basel (USB) haben künftig die Möglichkeit, spontan eine Mahlzeit zu bestellen. «Die Gerichte können jederzeit aus einer Karte mit 23 Menüs und Einzelkompositionen ausgewählt werden», so Manfred Roth, Leiter Hotellerie und Gastronomie.

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«Wir können somit näher auf die Wünsche der Patienten eingehen», erklärt Roth. Das Essen 24 Stunden im Voraus bestellen zu müssen, werde nicht mehr nötig sein. Denn das USB stellt als erstes Spital der Schweiz die Patientenverpflegung auf die MicroPast-Methode um. Die Mahlzeiten werden auch nach der Umstellung in der Grossküche zubereitet. Schliesslich werden die Nahrungsmittel luftdicht verpackt und später direkt in sogenannten «Stationsoffices» auf den einzelnen Bettenstationen aufgewärmt. Durch den Prozess sind die Esswaren gemäss Roth bis zu vier Wochen haltbar. Positiver Nebeneffekt: «Wir werden automatisch weniger Abfall produzieren, da wir gezielter zubereiten können», so Roth.

Christian Kech, Leiter der USB-Küche ist von der modernen Methode überzeugt. «Nährstoffe und Vitamine gehen damit nicht verloren. Auch Geschmack, Struktur und Qualität der Produkte bleiben erhalten», sagt er. «Es ist keineswegs eine Erfindung von uns. In vielen Restaurants ist die Methode bereits ein fester Bestandteil», so Kech. Geschmacklich können die Menüs überzeugen. «Ich hatte ein wirklich feines Thai Curry. Da lohnt es sich fast, sich dafür ein Bein zu brechen», sagt eine Testesserin schelmisch.

26 Millionen Franken Kosten

Grund für die Umstellung sind gemäss Roth immer höhere Erwartungen der Patienten an die Verpflegung sowie eine starke Veränderung der Behandlungsprozesse. Zudem stehe die altersbedingte Sanierung der Grossküche des Spitals bevor. 26 Millionen Franken investiert das USB insgesamt in die Umstellung.

Die neue Patientenverpflegung sei in einigen Bettenstationen bereits erfolgreich getestet worden. Patientin Katia Ladner isst seit rund einer Woche MicroPast-Gerichte. «Ich finde es toll, mir aus dem Angebot etwas aussuchen zu können und ich somit nicht irgendwas essen muss», sagt sie. Bis im Sommer 2018 will das USB ganz umgestellt haben. Der Küchenumbau beginnt im April.

(jd/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Herr Storch am 31.01.2017 16:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sparen?

    na dann hoffen wir mal, dass die 26mio. schnell eingespart werden, sonst ist es schon 2020 (statt 2030) mit der verdoppelung der prämien zu rechnen..

  • FoodKurier am 31.01.2017 16:52 Report Diesen Beitrag melden

    Patienten essen im Spital künftig à la carte

    Wer beim Essen Sonderwünsche hat soll auch selbst dafür bezahlen, so einfach ist das. Die Alternative: Man lässt sich von Freunden, Partner etc. etwas kommen, das habe ich bei meiner Frau auch getan, als sie im Spital war

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  • Andy Roffler am 31.01.2017 17:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    KK Prämien

    Habe doch gerade gelesen, das die KK Prämien sich verdoppeln sollen. Und jetzt? Bezahlt von den Krankenkassen oder was?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • en guetä am 03.02.2017 10:47 Report Diesen Beitrag melden

    Gesundheit

    Wie die so behandelte Nahrung gesund sein soll-gerade für kranke Patienten-ist wahrscheinlich nie zur Diskussion gestanden. Dieses Spital Essen ist haltbargemachter Müll und man sollte die dafür Verantwortlichen zur Strafe nur noch solches "Essen" vorsetzen. Mal schauen, wie lange es dauert, bis sie desswegen im Notfall landen.

  • J. am 01.02.2017 21:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spital ist kein Hotel!!!!!!

    Wenn ich so Aussagen wie auf diesem Video höre: "da muss ich überlegen, ob ich mir den fuss brechen soll" wird mir übel!!!!Es mangelt so schon an Pflegepersonal. Die Pflege ist da um den Menschen zu helfen und ihr Leben zu retten. Sie haben keine Zeit, auf noch mehr Extrawünsche der Patienten einzugehen. Sogar in einem Luxushotel hat man weniger Auswahlmöglichkeiten und muss sich an geregelte Zeiten halten. Klar bezahlt man viel Geld für einen Krankenhausaufenthalt. Man bezahlt aber dafür gesund zu werden und behandelt zu werden und nicht um luxuröise Mahlzeiten zu erhalten.

  • schwester bernadette am 01.02.2017 20:02 Report Diesen Beitrag melden

    essen mit stil und genuss?

    bäh. einfach nur widerlich.diese entwicklung im gesundheitswesen dient dem finanziellen profit , gewinn zu machen, auf kosten von kranken und deren helfern , völlig an der kernaufgabe vorbei.da muss es auf politischer ebene einfach ein umdenken geben. schlussendlich, wo bleibt unser menschenbild.?

    • m. tiefenbach am 02.02.2017 09:35 Report Diesen Beitrag melden

      essen mit stil ;-)

      genau so ist es. und bei den Krankenkassen wird man auch noch auf das übelste abgezockt.

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  • martin am 01.02.2017 09:18 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte keine Allg. Versicherten

    Hoffe jedoch nur für die teuer bezahlte Privat KK!

    • Grosi58 am 01.02.2017 11:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @martin

      Was wollen sie denn den allg. versicherten Patienten auftischen? Man zahlt 15.-Fr. täglich fürs Essen und bekommt dann eh NUR noch Mikrowellen-Frass und das soll "a la carte" sein? Privat-Versicherte sind in Privat-Spitäler und essen KEIN Mikrowellen-Food!

    • martin am 01.02.2017 14:58 Report Diesen Beitrag melden

      Wer mehr zahlt beserer Food

      Da bricht doch glatt der Neid durch. Die einen sparen um sich Privat zu versichern und andere fliegen xmal in die Ferien. Also jedem das Seine. Wer mehr zahlt so besseres kriegen. Ist doch überall so.

    • Betty-Bossi am 01.02.2017 17:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @martin

      Es ist kein Neid, aber man muss "Plastik-Topf-Mikrowellen-Frass" nicht als "a la Carte" dem dummen Patienten verkaufen! Wenn man das Thema in der heutigen Zeitung liest, geht's ja in erster Linie um das Einsparen von Personal und um die Reduzierung von ausgebildetem Personal! Es gibt dann sicherlich einen neuen Bachelor-Abschluss in "Mikrowellen-Food-Wärmer-Spezialist". Auch Lehrstellen gehen somit verloren und so kann man noch mehr ungebildetes Personal auf den Abteilungen einstellen, welches den Plastikbehälter auf den Teller kippt und wärmt, sorry, "a la carte" serviert!

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  • Heidi am 01.02.2017 07:46 Report Diesen Beitrag melden

    Übertrieben

    Total unnötig und preistreiberisch. Zu Hause kann auch nicht jedes Familienmitglied sein eigenes Menu bestellen. In den Spitälern ist das Essen vorzüglich, meist besser als zu Hause. In Ausnahmefällen kann man schon jetzt zwischendurch mal was zum essen bestellen. Das reicht.