Unterwegs mit der Rheinpatrouille

31. Juli 2019 04:53; Akt: 31.07.2019 06:49 Print

«Können Schwimmer nicht zu ihrem Glück zwingen»

Vor allem im Sommer geniessen viele Menschen den Rhein auf, im und am Wasser. Bei Unfällen ist wird die Rheinrettung aufgeboten. 20 Minuten war mit der Basler Feuerwehr auf Patrouillenfahrt.

Seit knapp 30 Jahren arbeitet Roland Schielly bei der Feuerwehr. Auch auf dem Rhein hatte er schon zahlreiche Einsätze. Was die Aufgaben auf dem Wasser sind und welches Erlebnis ihn wohl nie mehr loslassen wird, erzählt er im Video.
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Die Feuerwehrmänner Kim Grauwiller, Sandro Cavadini und Roland Schielly ziehen ihre Sicherheitswesten an. «Florian 10.2 auf Patrouille», gibt Schielly per Funk an die Zentrale durch. Grauwiller startet den Motor des Patrouillenboots.

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Der Rhein führt nach den Gewittern der letzten Tage viel Wasser. Wohl auch deswegen sind an diesem frühen Montagabend trotz guten Wetters nur wenige Rheinschwimmer unterwegs. «Durch die Unwetter ist viel Treibgut im Wasser. Das kann für Schwimmer gefährlich werden. Wir haben heute schon grössere Baumstücke aus dem Rhein geholt», sagt Schielly.

Mit hoher Geschwindigkeit fährt das Boot rheinaufwärts. «Bergfahrt», heisst das im Fachjargon. «Von der ersten bis zur letzten Basler Rheinbrücke brauchen wir fünf bis sieben Minuten», sagt Schielly. Das ist zwar schnell, manchmal aber nicht schnell genug. Gerät ein Schwimmer in Not, zählt jede Sekunde. «Es kommt vor, dass wir auf dem Rhein sind, aber so weit entfernt, dass die Kollegen aus der Einsatzzentrale schneller am Unglücksort sind, als wir», erzählt der ausgebildete Rettungsschwimmer.

«Wir sind auf den Notruf angewiesen»

Grauwiller, Cavadini und Schielly haben das Rheinufer und die Schwimmer stets im Blick. Die Lage scheint ruhig zu sein. Trotzdem ist die Chance, dass sie selbst einen Schwimmunfall sehen, sehr gering. «Wir sind darauf angewiesen, dass der Notruf gewählt wird, wenn etwas passiert», sagt Schielly.

Eine Funkdurchsage aus der Feuerwehrzentrale unterbricht die rasante Fahrt auf dem Rhein. Kim Grauwiller verlangsamt das Boot, damit man die Durchsage hört. Gerade sei eine Einheit der Berufsfeuerwehr in die Stadt ausgerückt. «Das bedeutet, wenn nochmal etwas ist, müssen wir auch ran», so Schielly.

Die Feuerwehr versucht, so oft wie möglich auf dem Rhein präsent zu sein. Es gibt allerdings keine Vorschrift, wie oft das sein muss. Da sich unterschiedlichste Blaulichtorganisationen an den Rheinpatrouillen beteiligen, kann der Rhein auch beaufsichtigt werden, wenn die Feuerwehr anderweitig im Einsatz ist.

Frachter braucht Begleitung

Kurz vor der obersten Basler Rheinbrücke, der Schwarzwaldbrücke, kehrt das Boot und begibt sich auf «Talfahrt», rheinabwärts. Wenige Minuten später rauscht es abermals aus dem Funk. Es ist die zentrale Stelle der Rheinschifffahrt, die die Begleitung eines Frachtschiffs anfragt.

Sandro Cavadini, der inzwischen das Steuer übernommen hat, wendet und beschleunigt. Die Wellen bringen das Boot tüchtig ins Schaukeln, die Gischt schlägt hoch. Es gilt, den Frachter rechtzeitig zu erreichen.

Die Feuerwehr auf Rheinpatrouille

Der Kapitän eines Frachtschiffes sieht nicht, was vor dem Schiff alles passiert. «Deshalb steht jemand am Bug des Schiffes, der Informationen in die Kabine hochfunkt», so Schielly. Im Ernstfall nützt aber alles Funken nichts: «Ein Frachtschiff kann seine Fahrt nicht verlangsamen, ohne dass man die Kontrolle über die Steuerung verliert», erklärt Schielly.

«Wir können es ihnen nur sagen»

Deswegen ist es eine der Aufgaben der Rheinpatrouille, Schwimmer aus der Schifffahrtsrinne zu weisen. «Wobei wir von der Feuerwehr keine Weisungsbefugnis haben», so Schielly. «Wir können es den Leuten nur sagen, zu ihrem Glück zwingen können wir sie nicht.»

Die Florian 10.2 gleitet vor dem niederländischen Frachtschiff, das zügig rheinabwärts unterwegs ist, im Wasser. Die Fahrt verläuft ruhig, es hat sich kein Schwimmer in die verbotene Zone verirrt. Der Kapitän des Frachters winkt dankend zum Abschied.

(kom)