Nach Eklat mit SVP

15. Juli 2015 18:37; Akt: 15.07.2015 19:03 Print

Pegida-Aktivist will für DPS in Nationalrat

von Lukas Hausendorf - Wegen seines Engagements für Pegida hat der Dornacher Tobias Steiger die Partei gewechselt. Der ehemalige Präsident der SVP-Ortssektion kam so einem Rauswurf zuvor.

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Ihre Begeisterung für die Bewegung «Patriotischer Europäer gegen die Islamisierung des Abendlands», kurz Pegida, vereint den Dornacher Politiker Tobias Steiger und Ignaz Bearth, den Präsidenten der Direktdemokratischen Partei der Schweiz, schon länger. Steiger geriet jüngst in die Schlagzeilen, nachdem 20 Minuten publik machte, dass er in der Nachbargemeinde Arlesheim eine Pegida-Demonstration gegen die Unterbringung von Flüchtlingen in der Gemeinde plant.

Der Solothurner SVP-Fraktionschef Christian Imark forderte gegenüber der «Basler Zeitung» bereits den Rauswurf des Dornachers, Steiger amtete als Präsident der Dornacher SVP-Ortssektion. Am Mittwoch sagte Steiger jedoch: «Heute habe ich den Wechsel zur DPS vereinbart und werde für die Partei für den Nationalrat kandidieren», sagte er auf Anfrage von 20 Minuten. Stunden zuvor liess DPS-Präsident Bearth schon verlauten, dass Steiger «herzlich willkommen» sei.

Bearth trat dieses Jahr als Sprecher von Pegida-Schweiz zurück, nachdem seine rechtsextreme Vergangenheit publik wurde. Er tritt aber nach wie vor regelmässig als Redner bei Pegida-Veranstaltungen in Deutschland und Österreich auf, wo er schon mehrfach von Steiger begleitet wurde. Bearth und seine DPS stehen auch anderen rechtsnationalen Parteien Europas, wie dem Front National, in Frankreich nahe.

Experte sieht null Wahlchancen

Die Direktdemokratische Partei der Schweiz widmet sich der angeblichen Islamisierung auch in ihrem Parteiprogramm. Viele Exponenten der Schweizer Pegida-Bewegung haben bei der DPS ihre politische Heimat gefunden. Einige von ihnen sind, wie Steiger, von der SVP zur DPS gewechsel. «Die Partei sammelt Leute, die aus anderen Parteien rausfaulen», sagt Politgeograf Michael Hermann. Inhaltlich sei die DPS aber nicht viel anders als der rechte Flügel der SVP. «Die nationale Dimension steht einfach stärker im Vordergund.»

An den eidgenössischen Wahlen im Herbst räumt Hermann der DPS aber keine Chance ein. «Rechts der SVP hat es in der Schweiz einfach keinen Platz.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alex am 15.07.2015 18:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hmmm

    Die Wahl wird immer schwerer. Miss Kösovo oder Pögida... Ich glaub ich kandidiere auch...

  • Silvio Walter am 15.07.2015 22:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    so gehts nicht weiter

    Ja, wie in Deutschland werden alle in denselben Topf geworfen. Hier in der CH reichts schon, kritisch zu sein und schon wird man als Rassist beschimpft. Die SP ist gut, die anderen schlecht. Das eigene Volk wird verhöhnt, die Ängste lächetlich gemacht. Da wundert ihr euch, wenn die Falschen Stimmen erhalten? Auch CVP uns FDP schauen nur zu und sagen dann eas, wenns ihnen nützt.

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  • Kurt am 15.07.2015 19:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Querschlägern

    Sehr gut ist er bei der SVP weg vom Fenster. Solche Querschlägern braucht es nun wirklich nicht. Generell braucht es keine Krawallmacher in der Politik. Wir haben bei unseren Politikern genug schwarze Schäfchen. Da fehlt der gerade noch! War immer der Meinung, Politiker sollten Vorbild sein. Nun ja, im Leben ändert sich viel, auch in der Politik!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Alexander Müller am 20.07.2015 10:38 Report Diesen Beitrag melden

    Aus einer Partei herausfaulen

    Politgeograf Hermann hat wohl die falsche Karte. Die Leute faulen nicht aus anderen Parteien heraus, sie gehen, weil sie andere Positionen haben.

  • Urs am 16.07.2015 20:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unwürdig

    Ein guter Schweizer ist national sozialist, alle anderen sind keine schweizer, ich finde es traurig das man sich noch dafür entschuldigen soll.

    • Erik am 18.07.2015 10:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Tragisch

      National Sozialismus hat im Zuge der Geschichte Millionen von Menschen das Leben gekostet... Wie kann man so etwas nur irgendwie unterstützen. Aber solange Menschen wie Sie aus irgend einer kurzsichtigeren und verklärten Weltsicht heraus handeln, wird diese Tragödie wohl weiter ihren dunkeln Schatten über die Menschheit werfen... Schämen Sie sich.

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  • Kurt K am 16.07.2015 11:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr speziell

    Gerade ultrarechte Kreise schreiben immer wieder deutlich, dass sie nur "gute" Schweizer - Patrioten eben - sind. Auf keinen Fall fremdenfeindlich oder gar rassistisch. Das schlimmste daran ist: die glauben tatsächlich, was sie da schreiben... Unfassbar!

  • Jürg Greiff am 16.07.2015 10:12 Report Diesen Beitrag melden

    Weniger ist nicht mehr

    Einer weniger in der SVP, dafür einer mehr bei den DPS, fragt sich nur, wo liegt der Unterschied?

  • Aightgenosse am 16.07.2015 09:48 Report Diesen Beitrag melden

    Liebe Angst- und Wutbürger

    "In Deutschland werden alle in den gleichen Topf geworfen." 2 Fragen: 1. Was macht ihr denn mit Menschen, die für euch "fremd" sind? Mal scharf nachdenken. Ups. 2. Es ist nun mal ein Topf, der sich gerne mit rechtsextremen Hassmenschen auffüllt. Fakt. Ach ja, Rassismus und Kritik ist eben nicht das Gleiche. Und nein, ihr seid nicht DAS Volk. Zum Glück nicht.