Basler Rassimusdebatte

23. August 2018 15:56; Akt: 23.08.2018 15:56 Print

Pnos-Vorsitzender lief bei Solidaritätsmarsch mit

Beim Solidaritätsmarsch für die Negro-Rhygass und die Mohrekopf waren Rechtsextreme dabei, darunter auch der Pnos-Vorsitzende Tobias Steiger. Die Organisatoren distanzieren sich.

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Die rechtsextreme Partei Pnos brüstet sich damit, dass ihr Vorsitzender Tobias Steiger beim Solidaritätsmarsch für die Fasnachtsformationen Negro Rhygass und Mohrekopf dabei war. Mehrere Rechtsextreme haben unbehelligt am Solidaritäts-Marsch teilgenommen und auf T-Shirts ihre Gesinnung zur Schau gestellt. Fight Antifa war noch das harmloseste. Laut einem Bericht der «TagesWoche» wurden auch Shirts von Nazi-Marken mit der Aufschrift 88 oder Hate4U gesichtet. Schilder mit politischen Parolen durften nicht mit auf den Umzug. Hier haben die Organisatoren noch interveniert. Auch der schwarz-geschminkte Teilnehmer musste sein Make-up entfernen. Über 1000 Fasnächtler nahmen am Solidaritäts-Marsch am Freitagabend teil. Der Umzug war von den Behörden bewilligt. Gross und Klein standen ein für die beiden Guggenmusiken, die von Facebook wegen ihrer Logos gesperrt wurden, weil diese als rassistisch gemeldet wurden. Bei der Besammlung im De-Wette-Park wurden auch gratis Mohrenköpfe verteilt. Auf der Wettsteinbrücke stellten sich vorübergehend mehrere Dutzend Anti-Rassismus-Aktivisten den Fasnächtlern in den Weg. Sie machten aber nach wenigen Minuten Platz. Transparente von Kritikerin sollen gemäss Medienberichten von Fasnächtlern, die am Solidaritäts-Marsch mitgelaufen sind, entfernt und zerstört worden sein. Die Stimmung am Marsch war friedlich. Von Zwischenfällen während des Umzugs ist nichts bekannt. Stein des Anstosses ist der optische Auftritt der Traditionsclique Negro Rhygass. Besonders die Darstellung des Schwarzen in deren Logo wurde als rassistisch kritisiert. Facebook entfernte nach Meldungen der Seite. Ebenfalls in der Kritik ist das Logo der Guggenmusik Mohrekopf. Auch deren Seite wurde von Facebook gesperrt. Mitglieder der Guggenmusik Mohrekopf an der Fasnacht 2017. Um den Auftritt der beiden Guggen ist eine Kontroverse entbrannt.

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Am Freitag mobilisierten Unterstützer der Fasnachtsformationen Negro-Rhygass und Mohrekopf rund 1000 Personen für einen Solidaritätsmarsch. Der Grund dafür war, dass die Clique und die Gugge wegen ihrer Namen und einem Logo mit Rassismusvorwürfen konfrontiert wurden.

Unter die Teilnehmer des Marsches mischten sich auch Personen, die T-Shirts mit einschlägig rechtsextremen Aufschriften trugen. Nun hat sich herausgestellt, dass auch ein Vorsitzender der rechtsextremen Partei Nationalorientierter Schweizer (Pnos) an der Veranstaltung teilgenommen hat.

Maulkorb für die Tradition oder für Rassismuskritik?

Die Pnos brüstet sich auf ihrer Webseite mit der Präsenz des Vorsitzenden Tobias Steiger, wie Telebasel berichtet. Im Text der Pnos ist die Rede von Maulkörben für die Tradition und Eidgenossen, die erwachen sollen. Das rechte Kampfschreiben ist mit einem Selfie gekrönt, das Steiger während dem Marsch von sich gemacht hat.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Fasnacht von Rechtsextremen instrumentalisiert wird. So marschierte die Pnos dieses Jahr als Schyssdräggziigli mit eindeutig rechtsextremem Sujet mit. Laut ihrem Text zum Solidaritätsmarsch will die Partei die Narrenfreiheit der Fasnacht bewahren und sie vor Zensur schützen.

Organisatoren distanzieren sich

«Wir haben die Rechtsextremen weder eingeladen noch befürwortet, dass sie mitmarschieren», sagt Organisator des Marsches Nico Küng auf Anfrage von 20 Minuten. Sie seien «sicher nicht willkommen» gewesen.

Zudem weist Küng darauf hin, dass man bemüht war, einschlägige Plakate und schwarz geschminkte Personen vom Marsch fernzuhalten. Jedoch betont er: «Wir haben uns auf der Allemd getroffen. Ich kann dort niemandem einen Platzverweis erteilen, geschweige denn Vorschriften machen, welche Kleiderordnung er zu befolgen hat. Wir sind positiv überrascht über und dankbar für das Verständnis der Personen, die unseren Anweisungen folge geleistet haben.»

(las)