Kunst-Premiere

27. Mai 2015 16:11; Akt: 28.05.2015 10:39 Print

Podladtchikov stellt erstmals Fotografien aus

Iouri Podladtchikov (26) präsentiert in Basel zum ersten Mal seine Fotografien und staunt über die Unterschiede zwischen der Kunst- und der Sportwelt.

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Riesige Panoramafotografien aus der Vogelperspektive, auf denen verschneite, vom Nebel verhangene Bergspitzen zu sehen sind: geschossen wurden die Bilder, die ab Donnerstag in der Galerie Lumas zu sehen sind, von Iouri Podladtchikov. Der 26-jährige Snowboard-Olympiasieger, den man vor allem aufgrund seiner wilden und einzigartigen Stunts in der Halfpipe kennt, hat auch eine künstlerische Seite. Seit rund fünf Jahren knipst er sowohl mit analogen als auch mit digitalen Kameras Landschaftsbilder und Momentaufnahmen.

«Die Ausstellung bedeutet mir sehr viel, das ist meine Künstler-Taufe», so Podladtchikov, der sein Glück immer noch nicht fassen kann. Zum ersten Mal werden seine Werke ausgestellt und stehen für ein grösseres Publikum zum Verkauf. «Mein Umfeld hat das irgendwie nicht wirklich realisiert, was für ein grosser Moment das für mich ist.» Die Reaktionen seien eher zurückhaltend gewesen, erzählt er. In seiner Brust schlagen zwei Herzen und obwohl er sich schon länger in beiden Universen bewege, seien die Unterschiede enorm. «Die Sport- und die Kunstwelt haben so gar keine Parallelen», sagt «I-Pod». So hätten Sportler nichts mit Kunst am Hut und umgekehrt.

Fotografie schon immer spannend

Die Passion für Fotografie begleite ihn seit seiner frühen Jugend. Er sei unter Fotografen aufgewachsen und immer von ihnen umgeben gewesen. Zu Beginn seiner Sportlerkarriere sei er dann wieder erneut mit Kameras in Kontakt gekommen. «In dieser Szene beruht viel auf Foto- und Videobeweisen. Man muss interessierten Sponsoren vorzeigen, was man kann», schildert er. So sei er stets mit Personen in Kontakt getreten, welche die Leistung von ihm und seinen Kollegen mit Fotos dokumentiert haben: «Ihnen habe ich über die Schulter geschaut und gelernt, wie man es macht oder eben auch welche Fehler einem nicht passieren sollten.»

Dass sich nun jedermann einen Podladtchikov übers Bett hängen könne, habe er sich gut durch den Kopf gehen lassen. «Kunst soll eine emotionale Bereicherung sein und wenn meine Bilder einen Menschen berühren, dann freut mich das enorm», so der Fotograf. Er bemerke wie jeder Betrachter eine individuelle Beziehung mit den von ihm geknipsten Fotografien eingehe. «Während diesen besonderen Momenten werde ich selbst zum Beobachter der Szenerie», beschreibt er, wie es sich anfühlt, wenn seine Kunstwerke von einem Publikum betrachtet werden.

Kunst für wenig Geld

Nebst Podladtchikov feiert auch die Galerie Lumas eine Premiere, die an der Schifflände ihre erste grosse Ausstellung zelebriert. Ihr Konzept sei ungewöhnlich, sagt Hannah Hör von Lumas. «Wir wollen, Kunst für einen fairen Preis an Interessierte bringen», so Hör. Die Stückzahl eines Kunstwerkes sei höher als in üblichen Galerien, dafür würden die Bilder deutlich weniger kosten. Das günstigste Bild kostet etwas mehr als 300 Franken.

(jd)