Basel

11. September 2018 22:45; Akt: 12.09.2018 13:51 Print

Polizei soll sich nicht an Tatort getraut haben

Weil er wie ein Rechtsextremer aussah, wurde ein junger Mann in Basel auf offener Strasse zusammengeschlagen. Als er mit der Polizei zum Tatort wollte, weigerte sich diese angeblich.

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Für einen Besucher des Jungle Street Groove Festivals am Kleinbasler Rheinufer endete ein Party-Abend blutig. Der 24-Jährige war zusammen mit seiner Freundin nach dem Festival auf dem Weg nach Hause, als sie in die Wasserstrasse einbogen. Dort feierten Linksautonome gerade das sogenannte Wasserstrassenfest, wie die «Basler Zeitung» berichtet.

Die Feiernden sprangen sofort auf das Aussehen des 24-Jährigen an. Dieser ist, laut eigenen Angaben, ein «Gabber», also ein Anhänger der extremen Musikrichtung «Hardcore», deren Fans aufgrund ihres Aussehens oft mit Rechtsextremen verwechselt werden. Der Angegriffene selbst distanziert sich gegenüber der «Basler Zeitung» vom Nazi-Verdacht. Er sei zwar Patriot, aber kein Nazi, beteuert er.

Polizei konnte nicht helfen

Dennoch soll er sofort von den Linksextremen von der Wasserstrasse angegriffen worden sein. Er sei hinterrücks angegangen und mit Faustschlägen zu Boden gebracht worden.

Dort habe er weitere Tritte ins Gesicht abbekommen und sei bedroht und beleidigt worden. Nur dank dem Eingreifen von weiteren Personen gelang es ihm und seiner Freundin, sich in eine Seitenstrasse in Sicherheit zu bringen.

«Fahndung blieb erfolglos»

Dort alarmierten sie sogleich die Polizei, die sie direkt vor Ort vernahm. Der Angegriffene sagte aus, er habe angeboten, mit den Polizisten zurück in die Wasserstrasse zu gehen und ihnen seine Angreifer zu zeigen.

Die Polizisten sollen aber abgelehnt haben. «Sie sagten mir, es sei für sie zu gefährlich, in die Wasserstrasse zu fahren, weil auch immer wieder Polizisten von den Linksextremen angegangen würden», sagt der junge Mann zur Zeitung. In der Mitteilung der Staatsanwaltschaft hiess es am Tag darauf: «Eine sofortige Fahndung blieb erfolglos.»

(doz)