Besetztes Haus

03. Januar 2016 14:22; Akt: 03.01.2016 14:29 Print

Polizei löst Party mit Gummischrot auf

Die alte Poststelle in der St. Johanns-Vorstadt 80 in Basel wurde am Wochenende besetzt. Als am Samstagabend dort gefeiert wurde, setzte die Polizei dem Treiben ein Ende.

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Weil kurz nach Mitternacht einige der rund 150 Anwesenden vor dem besetzten Gebäude ein Feuer entfachten, rückte die Berufsfeuerwehr begleitet von der Kantonspolizei Basel-Stadt aus. Als diese vor Ort eintrafen, wurden die Einsatzkräfte mit Steinen und anderen Gegenständen beworfen. Die Polizei setzte daraufhin Gummischrot ein.

«Die Atmosphäre war zu Beginn friedlich», sagt ein Leser-Reporter, der die Szenerie von der gegenüberliegenden Strassenseite mitbekommen hatte. Als Holz-Paletten angezündet wurden und die Polizei anrückte, sei die Stimmung jedoch gekippt. «Das Fest war dann schnell fertig», erzählt der Beobachter. Gegen 150 Personen zogen daraufhin zum Voltaplatz, wo sich der Umzug auflöste. Die Kantonspolizei sicherte das Gebäude und die weitere Umgebung.

Besetzer kritisieren Verdrängung

Gemäss ersten Angaben gab es Schäden im Haus sowie an drei Nachbarliegenschaften. Diese wurden bei einem Umzug kurz zuvor mit Sprayereien verunstaltet. «Die Liegenschaft ist nicht mehr besetzt», so Polizeisprecher Martin Schütz. «Mit dem Besitzer der Immobilie stehen wir in Kontakt. Ob er eine Anzeige erstatten wird und wie gross der Schaden ist, wird sich noch zeigen», sagt Schütz.

Auf der Plattform Radar wurde die Besetzung im Vorfeld von Unbekannten mit einem Schreiben angekündigt. Bei dem Gebäude, das bis Anfang 2013 als Poststelle gedient hatte, handle es sich um ein «wunderschönes, intaktes Haus am Rhein, das abgerissen werden soll, um lukrativen Eigentumswohnungen Platz zu machen». Weiter steht geschrieben, dass ein Zeichen gesetzt werden soll, da in Basel Platz für neue Ideen und Menschen fehle. «Gerade auch im St. Johann steigen die Mieten fortlaufend und der Raum schmilzt weg für jene, die sich die neuen oder renovierten Glanzwohnungen nicht leisten können», kritisieren die Verfasser.

Das leerstehende Haus in der St. Johanns-Vorstadt war laut der Polizei vermutlich Freitagnacht besetzt worden.

(aj/jd)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Daniel am 03.01.2016 09:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke!

    Man kann nun wieder nörgeln warum und wiso...es gibt Regeln, auch im 2016 welche halt nun mal gelten, Ich danke der Polizei hiermit einfach für Ihren Einsatz und dass Sie Ordnung schafft, auch im neuen Jahr, wo es nötig ist!

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  • Guckt Abundzu-Malrein am 03.01.2016 09:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Personalien feststellen, 1250 CHF Busse

    Ich hoffe es wird hart durch gegriffen gegen solche Rowdies und Chaoten. Vom linken Basel aber eher nicht zu erwarten. leider!

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  • Don Pollo am 03.01.2016 09:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Durch dieses beherzte Eingreifen wird eine ewig dauernde Besetzung im Keim erstickt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hell Seher am 07.01.2016 09:02 Report Diesen Beitrag melden

    Polizei hat recht

    Gut gemacht, weiter so.

  • M. Einung am 04.01.2016 11:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aufmerksam machen ja, aber...

    Ich finde es in Ordnung, unkonventionelle Wege im schon von vorneweg verlorenen 'Kampf' gegen die laufende Luxussaniererei zu gehen. Nur dass dann Dinge zu Bruch gehen und angezündet werden müssen, sowie Rettungskräften angegriffen werden, entzieht der Sache die Akzeptanz der Masse. Schade...

  • Daniel am 04.01.2016 01:24 Report Diesen Beitrag melden

    Danke Polizei

    Hier war der Einsatz der Polizei völlig angemessen und richtig. Es kann nicht sein, dass 1. Ein Haus besetzt wird für eine Party. 2. Ein Feuer in diesem Ausmass entfacht wird. 3. Polizeibeamte mit Steinen beworfen werden. Die Hausbesetzer sollten bis zur weiteren Abklärung in Untersuchungshaft gesteckt werden. Die Besetzer sind eine Gefahr für die Öffendlichkeit.

    • Daniela am 06.01.2016 16:12 Report Diesen Beitrag melden

      5m Horizont

      sagt die Person, welche hinter seinem Bürotisch sitz, seinen Abend mit einem guten Wein abschliesst und seine Werte völlig gedeckt sind. Mit so einem kurzsinnig Horizont und ignoranten Denken ist das Leben sowieso nie Fair gegenüber Randgruppen

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  • Respect! am 03.01.2016 21:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Protest gegen links

    Und dann wundern wir uns das die Völker Europas rechts wählen...

  • strubeli1 am 03.01.2016 17:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Bravo heuzutage geht es halt nur noch mit voller Durchsetzungskraft...Ein Lob an die Polizei