Pratteln BL

31. Mai 2015 16:21; Akt: 31.05.2015 17:24 Print

Polizei sucht fieberhaft nach gefährlicher Kobra

Bei der Verletzung eines Mannes in Pratteln deutet alles auf einen Angriff einer Kobra hin. Experten und Polizei mahnen zur Vorsicht.

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Treibt in Pratteln eine afrikanische Speikobra ihr Unwesen? Die Polizei sucht fieberhaft nach dem Tier. (Bild: Luca Boldrini/Wikipedia)

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Im Gebiet Zunftackerrain in Pratteln ist ein Strassenarbeiter am Samstag vermutlich von einer Giftschlange angegriffen worden. Nach Aussage des Mannes gegenüber der Polizei Basel-Landschaft entdeckte er das Tier beim Heben eines Astes am Waldrand. Die Schlange hätte sich aufgestellt und ein Sekret in seine Augen gespuckt. Der Mann erlitt eine Augenverletzung. Er wusch sich nach der Attacke sofort die Augen aus und wurde ins Augenspital eingeliefert. Bei dem Tier soll sich um eine graue oder schwarze Schlange mit grossem Kopf und einem Durchmesser einer Banane handeln.

Als Jürg Meier, Professor der Zoologie an der Universität Basel, vom Vorfall am Sonntag erfuhr, war sein erster Gedanke: «Kobra». «Es deutet alles darauf hin, dass es sich bei dem Tier um eine afrikanische Speikobra handeln könnte», so der Professor. Der Vorfall beschreibt zudem die natürliche Abwehrreaktion einer Kobra. «Sie fühlte sich offensichtlich bedroht», so Meier.

Giftschlangen sind bewilligungspflichtig

Die Haltung von Giftschlangen ist gesetzlich streng reglementiert. Für die Tiere sind spezielle Bewilligungspflichten nötig. «Eine Bewilligung für eine Kobra erhält man nicht ohne vorherige Erfahrungen mit anderen Giftschlangen», erläutert Meier. Trotz der restriktiven Gesetze sei durchaus möglich, dass diese Tiere unter Hand verkauft würden. Das sei auch ein möglicher Grund dafür, dass bisher noch niemand den Verlust gemeldet hat.

Laut Gesetz muss der Besitzer einer Giftschlangen im Falle eines Verlusts sofort die Behörden informieren. Gemäss der Polizei ist aber keine vermisste Giftschlange gemeldet worden. Es könne auch sein, dass das Tier einfach ausgesetzt worden ist oder der Besitzer den Verlust noch nicht bemerkt hat, sagt Polizeisprecher Meinrad Stöcklin. Wer Hinweise geben könne, werde gebeten, sich bei der Polizei Basel-Landschaft zu melden.

Bei Begegnung auf Abstand

Das Tier konnte bisher nicht gefunden werden. «Mehrere Suchaktionen im Gebiet waren nicht erfolgreich», sagt Stöcklin. Kein Wunder. «Die Suche nach dem Reptil ist etwa so aussichtsreich, wie eine Nadel im Heuhaufen zu finden», sagt Zoologie-Professor Meier.

«Die Leute dürfen auf keinen Fall versuchen, das Tier selbständig einzufangen», mahnt Stöcklin. Wenn man dem Reptil begegne, solle man sofort den Notruf verständigen. «Wenn es wirklich eine Kobra ist, muss man unbedingt auf Abstand bleiben. Der Speiradius einer Kobra reicht mehrere Meter weit», sagt Meier. Bei einer Flucht würde einem das Tier aber nicht verfolgen.

(cs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Daniela am 30.05.2015 17:47 Report Diesen Beitrag melden

    Klingt nach Kobra

    Da ist wohl mal wieder jemandem eine Kobra entwischt. Ganz schon fahrlässig wenn Leute gefährliche Haustiere halten ohne sich richtig damit auszukennen!

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  • P. Panasch am 30.05.2015 18:23 Report Diesen Beitrag melden

    Ich wünsche gute Besserung

    und keine bleibende Schäden, wenn es denn der Beschreibung nach eventuell eine afrikanische Speikobra war. Hoffentlich kann der unverantwortliche Tierhalter ermittelt werden. Ich verstehe nicht, wieso Giftreptilien in Privathand gehalten werden. Ist es Geltungsdrang?

  • K. Lima Wandel am 30.05.2015 18:07 Report Diesen Beitrag melden

    bis zu 3meter

    Hört sich nach einer Ringhalskobra an. Vieleicht neu heimisch in der Schweiz ? ;)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ein Mensch am 01.06.2015 00:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zufall oder was?

    Ich hoffe sehr, dass man das Tier schnappt (vorallem wenn es sich um eine Kobra handelt).Auffällig das noch vor kruzer Zeit ein Tier an der Birs, ein anderes im Wald, in Allschwil leblos gefunden wurde! 3 Fälle in so kurzer Zeit, im selben Gebiet ist zuviel des Guten!! Es erfordert eindeutig strengere Massnahmen für die Einreisenden!!!! Stoppt den illegalen Import!!

  • AngstAngstAngst am 31.05.2015 23:43 Report Diesen Beitrag melden

    Strengere Gesetzte jetzt!!

    Ich habe Angst vor Schlangen und Spinnen!! Warum schützt mich der Staat nicht? ... Verbietet die private Haltung von solchen Tieren ausser bei privaten mit Maximalhaftung! Der Halter dieser Schlange sollte zu lebenslänglicher Haft verurteilt werden!

  • Mimi am 31.05.2015 23:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klima

    Frage an die Schlangenexperten hier: Kann eine Kobra im Pratteler Wald überhaupt überleben? Diese Tiere leben doch in ganz anderen Klimazonen.

  • 6Man am 31.05.2015 23:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Ganz toll ! Ich wohne ein paar Häuser nebenan und kann jetzt nicht mehr meine Hunde in den Garten unbeaufsichtigt lassen !

  • Schlangenhalter am 31.05.2015 21:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorsicht

    Es ist höchste Vorsicht geboten, denn ausgewachsene Speikobras können Sekrete bei günstigen Windverhältnissen bis zu 15 m weit speien.