Basel-Stadt

19. November 2019 17:07; Akt: 19.11.2019 18:47 Print

Darum braucht die Polizei einen Panzerbus

Das Parlament will keinen «Sonderschutz-Lastwagen» in den Strassen Basels sehen. Nun soll es ein «Sonderschutz-Lieferwagen» richten. Der ist billiger und sieht harmloser aus.

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Die Regierung des Kantons Basel-Stadt hat dem Parlament am Dienstag beantragt, 800'000 Franken für die Beschaffung eines Sonderschutz-Lieferwagens zu bewilligen. Zudem sollen Betriebskosten von 50'000 Franken im Jahr anfallen.

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Das Fahrzeug soll «verletzte oder gefährdete Personen aus ungesicherten Gebieten» befördern und zur «Intervention in Extremsituation» eingesetzt werden. Dabei gehen die Behörden von Szenarien wie einem terroristischen Anschlag oder einem Amoklauf aus.

Derzeit verfüge die Kantonspolizei Basel-Stadt über kein ballistisch geschütztes Fahrzeug. Daraus ergebe sich eine Sicherheitslücke, die geschlossen werden müsse.

Zweiter Anlauf

Im April 2018 hatte das Parlament den Massnahmenplan «Radikalisierung und Terrorismus» abgesegnet – einzig den gepanzerten Lastwagen für eine Million Franken, dessen Beschaffung der Plan ebenfalls vorsah, wollte der Grosse Rat nicht.

Stattdessen wollte man sich über einen Mietvertrag ein derartiges Fahrzeug sichern, wie das bereits die Kantonspolizeien Zürich und Aargau mit geschützten Mannschaftstransportfahrzeugen (GMTF) der Armee tun. Weil gemietete Armeefahrzeuge nicht schnell genug mobilisiert werden könnten und zu gross seien, sucht die Regierung nach Alternativen.

So soll es statt einem gepanzerten Lastwagen ein gepanzerter Lieferwagen im zweiten Anlauf richten. Die variante sei nicht nur günstiger, sondern auch einfacher unterzubringen.

Zivile Aufmachung, weniger Schutz

Im Bericht des Regierungsrats wird darauf hingewiesen, dass sich das Fahrzeug optisch von Militärfahrzeugen unterscheiden und nicht bei regulären Patrouillentätigkeiten eingesetzt werden solle.

Der technische Unterschied ergebe sich in den verschiedenen Schutzklassen der verbauten Panzerung. Der ausgeschlagene Lastwagen wäre dafür ausgelegt, eine 7,62-Millimeter-Nato-Gewehrpatrone bei 930 Metern pro Sekunde zu stoppen (Stanag 4569 Level 9). Der nun anvisierte Lieferwagen soll eine 0.308-Inch-Winchester-Patrone (7,8 Millimeter) bei 820 Metern pro Sekunde aufhalten (VPAM Stufe 9).

(las)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Leser am 19.11.2019 17:19 Report Diesen Beitrag melden

    gut vorbereitet

    Man will ja vorbereitet sein falls die Bürher langsam aufwachen und sich gegen diesen Staat anfangen zu wehren....

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  • Sandro Studer am 19.11.2019 17:29 Report Diesen Beitrag melden

    Gibt es viel günstiger

    Spannend ist der Preis, wenn im Ausland von Armeen solche Preise bezahlt werden müssten, könnten sie sich keine leisten. Die Engländer und Amerikaner etc. haben hunderte von Fahrzeugen nach dem Abzug zu verkaufen. Personentransporter natürlich.

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  • Urs am 19.11.2019 18:06 Report Diesen Beitrag melden

    Grenzen zu

    Statt sich immer mit noch bessren Karren auzustatten besser mal die Grenzen schliessen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Thana am 20.11.2019 10:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wirklich nötig?

    Grundsätzlich ist wahrscheinlich gegen den Urvater des Gedankens nichts einzuwenden. ABER, ich frage mich was macht im Ernstfall ein einziges Fahrzeug? Würde ein tatsächlicher Gefahrenherd damit ausser Gefecht gesetzt? Ich denke, dass hier wieder viel Geld des Steuerzahlers 'den Bach runter geht' (wie wir Basler sagen).

  • Achso am 20.11.2019 09:47 Report Diesen Beitrag melden

    Radpanzer

    Kauft einen Occ. Radpanzer der Armee und das Probem ist erledigt. Eigentlich ist dies herbeigeredet Problemstellung auch kein Problem. Da sitzen wirklich Leute die sich ständig Gedanken machen für was für unsinnige Dinge man noch Geld ausgeben könnte! Kontrolliert einfach die Leute die în unser Land kommen und sich hier aufhalten und ihr könnte Euch solche Auswüchse sparen.

  • Reto am 20.11.2019 09:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unsinnige Wünsche

    Es gab vor über vierzig Jahren im Kanton Zürich mal einen Polizisten der es geschafft hat, dass der Kanton ihm ein Flugzeug beschafft hat um polizeilich die Lufthoheit zu haben. Ausser einem finanziellen Debakel hat es gar nichts gebracht. Wird bei diesem Wunschfahrzeug auch so sein. Nach kurzer Zeit wird es wegen Nichtgebrauch und zu hohen Kosten ausrangiert.

    • Bert am 20.11.2019 10:10 Report Diesen Beitrag melden

      @Reto

      Wiso wundert es mich nicht dass es im Kanton ZH war.

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  • Andy Seeland am 20.11.2019 09:33 Report Diesen Beitrag melden

    Warum so teuer?

    Warum sind in CH Beschaffungen von Spezialfahrzeugen so massiv teuer? Dies nun nicht nur auf Basel bezogen. Sind es die Sonderwünsche einiger Beamter, müssen es zwingend immer Unikate mit Sonderwünschen sein? Solche gepanzerten Fahrzeuge werden seit Jahrzehnten eingesetzt, z.B. Nordirland , USA etc. Und sind erfolgreich getestet. Warum nicht mal schauen was es ab Stange gibt oder ev. Gebrauchtwagen beschaffen.

  • Der böse Bär am 20.11.2019 09:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aufrüstung gegen das Volk

    Warum sind Staatsbetriebe zunehmend wie Festungen gebaut? Panzertüren, Panzerglas an Schalter und vergitterte Fenster...nun möchten die Polizisten Panzerfahrzeuge kaufen...warum? Würde man mit der Bevölkerung in diesem Land anständig umgehen, dann bräuchte es Dies doch alles gar nicht...!?

    • GH am 20.11.2019 09:24 Report Diesen Beitrag melden

      @Der böse Bär

      Es fühlen sich immer gewisse Leute benachteiligt. Du auch?

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