12. April 2005 04:51; Akt: 11.04.2005 22:16 Print

Polizeibeamte sollen die Kügeli-Dealer «verstehen»

In Kursen sollen Basler Polizisten erfahren, weshalb die Kügeli-Dealer aus Westafrika in die Schweiz kommen. Das Projekt will zudem Vorurteile gegenüber Schwarzafrikanern ausräumen.

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Es wird oft gespuckt, gebissen und geschlagen, wenn Drogendealer von Polizeibeamten zur Personenkontrolle aufgefordert werden. Darum startet jetzt das Sicherheitsdepartement Basel-Stadt ein Pilotprojekt mit dem Namen «Polizei und Migration». In 13 Kursen wird rund 240 Polizisten erklärt, weshalb die Kügeli-Dealer, die vor allem aus Westafrika stammen, in den Basler Gassen Kokain und Heroin in abgepackten Kleinstmengen verkaufen.

Die Ethnologin Lilo Roost Vischer (49) wird die Kurse leiten. «Teenager, vor allem aus Nigeria, bezahlen Schleppern bis zu 8000 Franken, um in die Schweiz – ins ‹Paradies› – zu kommen, und hier Geld zu verdienen», weiss Roost. Es sei aber praktisch keinem bewusst, dass er hier kaum eine Chance auf eine Aufenthaltsbewilligung bekomme.

Die Veranstaltungen, zu denen Polizeikorps aus der ganzen Schweiz eingeladen sind, werden auch von der Eidgenössischen Fachstelle für Rassismusbekämpfung mitfinanziert. Man will transparent machen, dass die Kügeli-Dealer nicht repräsentativ für die afrikanisch-stämmige Wohnbevölkerung der Schweiz sind.

(lvi)