Kollision mit LKW in Kaisten

29. Januar 2019 22:04; Akt: 29.01.2019 22:48 Print

«Die beiden wären sicher ums Leben gekommen»

Eine Autofahrerin kollidierte in Kaisten AG mit einem Lastwagen. Danach flüchtete sie zu Fuss. Der LWK-Fahrer konnte durch ein Ausweichmanöver Schlimmeres verhindern.

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Eine 34-jährige Deutsche war am Montag, 28. Januar um 16.30 Uhr auf der Baslerstrasse in Kaisten in Richtung Eiken unterwegs. Dabei krachte sie frontal in die Seite eines korrekt entgegenkommenden Lastwagens. Die Autofahrerin stieg daraufhin aus und flüchtete zu Fuss, wie die Kantonspolizei Aargau am Tag darauf mitteilte.

Mehrere Patrouillen der Polizei und der Schweizer Grenzwache suchten nach der Frau. Auch diversen Hinweisen aus der Bevölkerung ging man nach. Schliesslich konnte die 34-Jährige kurz nach 19 Uhr in Kaisten aufgefunden werden: Sie hatte ein Messer in der Hand und wies Schnittverletzungen auf.

Mit Absicht in Lastwagen gefahren

Die Kantonspolizei Aargau klärt den genauen Unfallhergang ab.
Erste Ermittlungen ergaben dass die 34-Jährige offenbar in suizidaler Absicht mit dem Lastwagen kollidiert war. Im Wagen der Lenkerin sass auch eine Beifahrerin. Sie wurde bei der Kollision an den Beinen verletzt. Beide Frauen wurden ins Spital gebracht.

Dass bei dem Zusammenstoss nichts Schlimmeres passierte, ist auch der Geistesgegenwärtigkeit des LKW-Lenkers zu verdanken. Dieser konnte mit dem Lastwagen in letzter Sekunde ausweichen. «Ich war auf dem Heimweg von Basel her in Richtung Freienwil», sagt Silvio Steimer zum «Blick». «Plötzlich kam der Mercedes geradewegs auf mich zugerast. Es ging blitzschnell. Ich bin nach rechts über den Strassenrand hinaus ausgewichen.» Durch das Ausweichmanöver verfehlte das Auto die Stossstange seines Lastwagens, krachte in die Hinterachse des LKWs und wurde schliesslich weggeschleudert.

«Die beiden wären sicher ums Leben gekommen»

«Ich stand unter Schock», so der LKW-Chauffeur. «Dass sich die Mercedes-Fahrerin vom Unfallort entfernte, habe ich gar nicht gemerkt. Die Beifahrerin stand neben dem Auto und weinte», erzählt der 25-Jährige der Zeitung. «Die beiden wären sicher ums Leben gekommen, wenn ich nicht ausgewichen wäre», sagt Steimer dem «Blick». «Und ich wäre wohl selbst auch nicht unverletzt geblieben.»

Doch das Manöver war auch für den LKW-Fahrer nicht ganz ungefährlich. «Wenn ich noch weiter ausgewichen wäre, wäre ich das Bord hinab und dann hätte es mich überschlagen», erzählt Steimer Tele M1. «Wenn die Frau mit meinen Lastwagen frontal zusammengestossen wäre, dann hätte es mehr als einen Toten gegeben.»

Inwiefern die Beifahrerin in den Vorfall verwickelt ist, wird zurzeit abgeklärt. Die Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg eröffnete eine Untersuchung.

(20 Minuten)