Verkehrsfreie Zone

04. Januar 2016 14:11; Akt: 04.01.2016 17:51 Print

Poller am Spalenberg sollen die Zufahrt regeln

Basel testet im Rahmen eines einjährigen Pilotversuchs am Spalenberg Poller. Diese können nur mit einer entsprechenden Zufahrtsbewilligung versenkt werden.

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Basel testet am Spalenberg ein Jahr lang Poller. Dann soll die Entscheidung gefällt werden, ob sich das System auch für andere Standorte eignet. (Bild: jd)

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Seit einem Jahr ist das Konzept der verkehrsfreien Basler Innenstadt in Kraft. Fünf 60 Zentimeter hohe Poller am Spalenberg sollen nun dafür sorgen, nur berechtigten Autolenkern die Zufahrt via Spalenvorstadt Richtung Spalenberg zu ermöglichen. Dabei handelt es sich um einen einjährigen Pilotversuch, der am Montag vorgestellt und gestartet wurde. Während der bewilligungsfreien Güterumschlagszeiten von Montag bis Samstag zwischen 5 und 11 Uhr erkennen Induktionsschlaufen im Boden jegliche Fahrzeuge vor den Pollern, wie Romeo Di Nucci, stellvertretender Leiter der Verkehrstechnik vom Amt für Mobilität, erklärt: «Während dieser Zeiten senken sich die Sperren automatisch.»

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Selbstverständlich hätten Anwohner auch ausserhalb dieser Zeitspanne die Möglichkeit, die Poller zu entsperren. «Berechtigte können die Poller mit ihrer Zufahrtsbewilligung senken oder via Gegensprechanlage Kontakt zur Kantonspolizei herstellen, die das System via Zentrale aus steuern können», so Di Nucci. Auf den Zufahrtsbewilligungen befindet sich ein QR-Code, der von einem in der Poller-Bediensäule integrierten Lesegerät erkannt wird.

«Keine Sicherheitspoller»

«Der jeweilige Code ist gebietsbezogen und funktioniert lediglich für einen bestimmten Poller.» Blaulichtorganisationen haben die Möglichkeit, mit einer Fernbedienung oder mit einem Schlüsselsystem den Poller zu bedienen. Di Nucci warnt: «Eines darf nicht ausser Acht gelassen werden: Es handelt sich nicht um Sicherheitspoller. Wenn ein Fahrzeug in die Säulen fährt, gibt es einen doppelten Schaden. Sowohl das Auto als auch die Anlage werden angeschlagen sein.»

Die Kosten für die Pilotanlage inklusive Tiefbauarbeiten, Installation und Wartung belaufen sich auf 136'000 Franken. «Am Spalenberg sind wir relativ kostengünstig zur Sache gekommen, da während der Umgestaltung vor drei Jahren bereits die nötigen Vorarbeiten im Boden geleistet wurden.» Beispielsweise wurden damals Werksleitungen entsprechend verlegt. Allfällige Installierungen weiterer Poller dürften demnach kostspieliger werden.

Rund 10 bis 15 weitere Polleranlagen?

Aufgrund der Erkenntnisse aus dem Pilotversuch werden der Regierungsrat und der Grosse Rat über die Installation allfälliger weiterer Poller entscheiden. Laut Di Nucci kommen an schätzungsweise 10 bis 15 weiteren Orten ähnliche Anlagen infrage, beispielsweise am Fischmarkt oder im Gebiet der Kaserne. «Eine hermetische Abriegelung ist jedoch nicht das Ziel», sagt er.

Seit dem neuen Verkehrsregime fuhren bei Kontrollen 14 Prozent der kontrollierten Auto- und Motorradfahrer unberechtigt in die Kernzone, wie die Behörden im Dezember bekannt gaben. Durchschnittlich haben rund 2000 Fahrzeuge pro Tage berechtigten Zugang.

(jd)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Karl Gutknecht am 04.01.2016 14:44 Report Diesen Beitrag melden

    Rot - Grün

    definiert immer mehr öffentliche Strassen zu Privatstrassen für ihre Anwohner: Die Allgemeinheit muss für Bau, Unterhalt, Gestaltung, Schneeräumung uva. zwangsweise bezahlen und eine kleine Anwohnerschicht profitiert exklusiv. Natürlich werden gleichzeitig auch noch die restlichen Durchgangsstrassen mit Verkehrsschikanen für Auto und öffentlichen Verkehr ausgestattet.

  • Ah Ha am 04.01.2016 14:25 Report Diesen Beitrag melden

    Poller

    in meinen augen steht die Säule am vollkommen falschen Ort, warum wurde sie nicht so platziert das man direkt aus dem Auto heraus die Poller versenken kann ? Das zeigt mal wieder wie unüberlegt das ganze geplant und umgesetzt wurde.

    einklappen einklappen
  • Oliver am 04.01.2016 14:58 Report Diesen Beitrag melden

    Unverhältnismässig

    Wie vielen Fahrzeuge sind wohl 14% genau? Ist schon happig CHF 136'000 auszugeben nur um eine geltende Verkehrsregel durchzusetzen.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • He Idy am 09.01.2016 11:03 Report Diesen Beitrag melden

    Poller

    Und was passiert an der Fasnacht,mit Laternen, Requisite etc. können die Cliquen auch die Poller versenken?

  • gustav meyer am 09.01.2016 06:56 Report Diesen Beitrag melden

    Pilotprojekt!

    Pilotprojekt? Immer wenn in der Stadt oder auf dem Land ein Projekt für ein Jahr gemacht wird, dann bleibt es am Schluss meistens bestehen!

  • Kurt B. am 06.01.2016 18:16 Report Diesen Beitrag melden

    Auto-Schikane

    Hoffentlich liest das niemand von der Stadtregierung Luzern,sonst werden schon nächste Woche diese Elefanten-Poller in der Bahnhofstrasse eingebaut!!

  • Peter moser am 06.01.2016 08:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falscher Ort

    Spalenberg ist doch wirklich der falsche Ort für sowas. Es gibt doch klar einige sehr heikle Punkte wo solche Poller echt eine Bereicherung wären. Auf der Freie Strasse muss man ja als Fussgänger aufpassen, dass man nicht angefahren wird. Es gibt noch einige andere Hauptachsen wo dies Sinn mach. Aber doch niemals, niemals am Spalenberg

  • schneider am 06.01.2016 06:31 Report Diesen Beitrag melden

    popelstadt

    haha habe gestern im radio vernommen, dass das baudepartement von mehr flanierenden leuten in der autofreien Innerstadt spricht und der gewerbeverband sich fragt wo genau mehr leute unterwegs sind, denn der gewerbeverband spricht von massiv weniger leuten und das gewerbe leidet unter dem personenschwund. basel wird je länger je mehr zu einer "ich weiss das guy morin dies nicht gerne hört" popelstadt.