Lebende Mutter für tot erklärt

19. Februar 2020 18:27; Akt: 19.02.2020 18:27 Print

Post erklärt Frau für tot – Tochter schockiert

Eine Tochter bekommt regelmässig Kondolenzen zum Tod ihrer Mutter. «Meine Mutter ist nicht tot!», sagt sie. Trotzdem wird ihre Post mit dem Vermerk «Gestorben» retourniert.

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«Ich spreche Ihnen mein Beileid zum Tod Ihrer Mutter aus», bekommt eine 30-jährige Baselbieterin seit vier Jahren regelmässig zu hören. Doch: «Meine Mutter ist nicht tot!», sagt sie. Immer wieder werde sie damit konfrontiert, das sei jeweils «extrem schockierend». «Ich sehe meine Mutter nur alle zwei bis drei Monate, da bleibt mir bei solchen Aussagen schon mal das Herz stehen», erzählt sie.

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Grund für die Kondolenzen sind von der Post retournierte Briefe, die an ihre 66-jährige Mutter in Basel versandt wurden. Der Versand kehrt an den Absender mit dem Vermerk «Gestorben» zurück. Aufgefallen, dass ihre Mutter von der Post für tot erklärt wurde, sei der Tochter, als sie von Bekannten darauf angesprochen wurde. «Unsere gemeinsame Ärztin zum Beispiel, kondolierte mir, da die Rechnung meiner Mutter zurückgesandt wurde», erzählt die Frau.

Blick nach Basel offenbarte das Problem

Vor rund einer Woche wandte sie sich mit einem der retournierten Briefe an die Post. Nach längerer Suche wurde man dort schliesslich fündig. Wie sich herausstellte war der Name der Mutter zweimal im System eingetragen, zwar mit zwei unterschiedlichen, jedoch recht ähnlichen Nachnamen, wie Post-Sprecher Oliver Flüeler gegenüber 20 Minuten erklärt. Tatsächlich sei einer der Namen mit «Gestorben» markiert gewesen. Die Post an den anderen Namen sei korrekt zugestellt worden.

Sehr ungewöhnlicher Fall

Die Doublette lässt sich wohl mit der Scheidung der Mutter und dem einhergehenden Namenswechsel Jahre vor dem Postproblem erklären, vermutet die Tochter. Oliver Flüeler hält diese Erklärung für plausibel. Wieso die Frau unter ihrem alten Namen für tot erklärt wurde, bleibt jedoch ein Rätsel.

«Das ist tatsächlich ein sehr ungewöhnlicher Fall. Wir haben das abgeklärt», sagt Flüeler. «Wenn jemand für verstorben erklärt wird, geschieht dies in der Regel auf Geheiss der Angehörigen und muss amtlich beglaubigt werden», erklärt er. Allerdings könne aber auch ein Pöstler eine verstorbene Person im System melden.

Im vorliegenden Fall habe die Post nicht eruieren können, wie es zur Meldung gekommen sei. «Wir haben den Eintrag jetzt bereinigt und es sollte nicht mehr vorkommen», versichert Flüeler.

(mhu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mike26 am 19.02.2020 18:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    4 Jahre..

    4 Jahre ging das so und vor einer Woche hat sie die Post kontaktiert. Gratuliere. Scheint also echt eine Qual gewesen zu sein für die Dame.

  • Bla am 19.02.2020 18:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bla

    Die einen telefonieren ab und zu mit den Eltern (oder dem Post Kundendienst) die anderen rennen zur Zeitung..

  • H.D. am 19.02.2020 18:33 Report Diesen Beitrag melden

    Tochter

    Wie traurig nur alle 2,3 Monate die Mutter zu sehen. Man kann sich sonst auch SMS schicken oder anrufen. Um so eine Tochter würde ich mich zu Tode schämen.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • 8604 am 20.02.2020 15:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anstand wäre gefragt

    Wie wäre es Seite der Post mit einen aufrichtige Entschuldigung an die Betroffenen?

  • bemove am 19.02.2020 20:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    posten

    so etwas zu posten ist schon daneben

  • krisko am 19.02.2020 19:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gestorben

    Dümmliches Getue .immer diese Post

  • Maria am 19.02.2020 19:07 Report Diesen Beitrag melden

    Lange Leitung

    Vier Jahre dauert das schon und die Tochter hat erst jetzt reagiert?

  • Pauline am 19.02.2020 18:59 Report Diesen Beitrag melden

    Steuer

    Die Steuerverwaltung findet Dich trotzdem.