Basel

17. Dezember 2011 18:01; Akt: 17.12.2011 20:26 Print

Protestaktion gegen «BaZ»-Besitzer

Die «Basler Zeitung» bleibt auch nach dem jüngsten Besitzerwechsel im Schussfeld der Kritik. An einer Kundgebung in Basel protestierten mehrere hundert Personen gegen die Eigentümer der «BaZ».

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An einer Kundgebung in Basel demonstrierten am Samstag mehrere hundert Personen gegen die Eigentümer der «BaZ» und Chefredaktor Markus Somm.

Zur Protestaktion aufgerufen hatte die Bewegung «Rettet Basel!», die letztes Jahr in Zusammenhang mit dem umstrittenen Beratermandat von Christoph Blochers Robinvest entstanden war. Nach Überzeugung von «Rettet Basel» verfolgt Blocher als Kreditgarant mit der «BaZ nach wie vor seine nationale Medienstrategie. Um Meinungsvielfalt gehe es den Besitzern nicht.

«BaZ» als politisches Projekt

Die «BaZ» sei keine Basler Zeitung mehr, sondern ein politisches Projekt von Zürchern, sagte etwa der Basler SP-Nationalrat Beat Jans. Ihm wäre es lieber, wenn die «BaZ» einem Zürcher Verlag statt Zürcher Politikern gehörte, sagte Jans.

Offizieller Besitzer der «BaZ» ist zwar seit dieser Woche ein Kreis von Aktionären um den Tessiner Financier Tito Tettamanti, der die Zeitung schon letztes Jahr für kurze Zeit besessen hatte. Dass aber Blocher aus dem Hintergrund die politische Berichterstattung steuere, sei ein Angriff auf die Demokratie, sagte Jans. Deshalb habe der SVP-Chefstratege im Nationalrat nichts mehr zu suchen.

Wenn es den Besitzern der «BaZ» um die Region Basel ginge, hätten diese Chefredaktor Somm längst entlassen, sagte Jans weiter. Denn kein Unternehmer halte einen Chef, der ständig seine Kundschaft beleidige.

Somms Leitartikel kritisiert

Somms Leitartikel wurden in diversen Voten kritisiert. Der Chefredaktor gefalle sich darin, gegen Andersdenkende zu hetzen und den geistige Boden zu bereiten für soziale Ausgrenzung, ökologische Verantwortungslosigkeit und die Beschneidung von Grundrechten, hielt «Rettet Basel» im Aufruf zur Kundgebung fest.

Unter den Kundgebungsteilnehmern auf dem Theaterplatz hatte es auch auffallend viele ergraute Häupter. Als Redner traten neben anderen auch der Historiker Georg Kreis, Ex-Präsident der Eidg. Kommission gegen Rassismus, und der ehemalige Basler SP-Nationalrat Rudolf Rechsteiner auf. Er habe seine Mitarbeit bei der «BaZ» diese Woche gekündigt, sagte er in seinem Votum.

Unterstützt wurde die Kundgebung unter anderem von den Grünen und der SP beider Basel. «Herr Blocher, fahren Sie die SVP ruhig an die Wand, aber lassen Sie die Finger von der BaZ» oder «Berlusconisierung der Schweiz - Nein danke» hiess es etwa auf Transparenten.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Geri Baudinot am 17.12.2011 18:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Peinliche Demo 

    Proteste gehören zur Demokratie genau so wie eine Presse die nicht nur Einheitsbrei und Mainstream verbreitet. Die BAZ ist eindeutig besser geworden seit Herr Somm Chefredakteur wurde. Diejenigen die "Polemik" und "Diffamierung" rufen sollten dann aber selber damit aufhören. Wenn man keine Argumente mehr hat brüllt man im Kanon mit den Fremdenhassern "göhnd hei nach Ziri".

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  • Thomas Brunner am 17.12.2011 18:52 Report Diesen Beitrag melden

    Wie konsequent ist der BaZ-Leser

    Ein konsequenter Basler kündigt sein Abo bei der BaZ - das ist die einzige Sprache, die verstanden wird. Jammern und weiterhin die BaZ lesen ist verlogen ...

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  • Bieler am 18.12.2011 02:48 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo Basler!!

    Bravo, Basler!!! Lässt euch nicht von Blocher kaufen!!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Andreas Schindler am 20.12.2011 10:05 Report Diesen Beitrag melden

    BaZ war nie links!

    Ich finde es irgendwie lächerlich, dass die BaZ in ihrer früheren Form als "links" bezeichnet wird. Das ist eine krasse Fehleinschätzung. Nur weil es nicht rechts-populistisch ist, heisst das noch lange nicht links. Bürger- und Menschenrechte, Umwelt und Soziales sollte ALLEN ein Anliegen sein.

  • Peter Zimmermann am 19.12.2011 08:31 Report Diesen Beitrag melden

    Hinterfragen!

    Fragen an die sog. Linken: Warum gibt es eigentlich keine AZ mehr in Basel? Warum ist die AZ in anderen Kantonen verschwunden?

  • Noldi Schumacher am 18.12.2011 16:22 Report Diesen Beitrag melden

    Warum kaufen die Linken nicht die BAZ?

    Motzen, aber kein Geld investieren. Bin kein Blocherfreund, aber Linke sind genau wie Blocher, nur immer Motzen anstatt Taten sehen lassen. Protesttieren kann süchtig machen.

    • Tinu am 18.12.2011 18:52 Report Diesen Beitrag melden

      @Noldi Schumacher

      Schon mal einen Kommunisten mit Geld gesehen? Ich bin froh, dass die Linken nur motzen und keine Taten sehen lassen, das wäre noch weit aus schlimmer....!

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  • Martial Callair am 18.12.2011 14:59 Report Diesen Beitrag melden

    Basler wehrt euch!

    Ich hoffe sehr, dass die BAZ wieder in Baslerhände kommt. Es wäre wirklich ein Affront wenn nur noch Zürcher in diese traditionelle Zeitung weiter wursteln!

  • Ernesto am 18.12.2011 13:44 Report Diesen Beitrag melden

    Inhalt vor Geldgeber!

    Seit Herr Markus Somm Chefredaktor der BaZ ist, finde ich die Zeitung eindeutig interessanter! Die heutige BaZ hat "Ecken und Kanten", so soll es bleiben. Ich werde der BaZ, unter dieser Leitung, auf jeden Fall treu bleiben! Denen es nicht passt, können ja ein Basler-Geldgeber suchen. Die Gesamtauflage wird nur vorübergehend etwas zurückgehen; die Schweiz besteht ja nicht nur aus Basel.