Basel

01. Februar 2011 22:00; Akt: 01.02.2011 22:12 Print

Puff-Plakate werden verboten

Werbung für sexuelle Dienstleistungen wird in Basel- Stadt auf öffentlichem Grund nicht mehr zugelassen. Frauen sollen nicht mehr als Sexobjekte dargestllt werden.

storybild

Dieses Plakat war Stein des Anstosses. (Bild: hys)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Basler Regierung hat am Dienstag eine Änderung der Plakatverordnung beschlossen. Anstoss war ein im Grossen Rat überwiesener SP-Vorstoss. Mit der Änderung könne «zumindest teilweise vermieden werden, dass die Bevölkerung mit Plakatwerbung konfrontiert wird, die überwiegend Frauen als käufliche Sexobjekte darstellt und dadurch zu diskriminierenden Geschlechter- und Rollenstereotypen beiträgt», begründet die Regierung ihren Beschluss.

Die neue baselstädtische Regelung sei strenger als andernorts in der Schweiz, sagte ein Sprecher der Allgemeinen Plakatgesellschaft (APG) zur Nachrichtenagentur SDA. Man müsse aber den genauen Wortlaut noch prüfen. Die Verträge mit Städten und Kantonen seien unterschiedlich; üblich sei der Verzicht auf die Verletzung sittlicher und religiöser Gefühle.

Plakate auf Privatgrund unbehelligt

Landesweit ist das Anbieten von sexuellen Dienstleistungen wie Prostitution oder «Escort-Dienste» erlaubt. Der Grossrats-Vorstoss erregte sich über das Aufhängen grosser Plakate einschlägiger Etablissements im Kanton, die sich «an ein grosses Publikum wenden». Kinder würden so ungefragt mit dem Thema konfrontiert.

Die verschärfte baselstädtische Verordnung betrifft nur Plakate, die auf öffentlichem Grund aufgehängt werden; für Plakatflächen auf privatem Boden und an privaten Wänden gilt sie nicht. Rund zwei Drittel aller Plakatwände im Kanton Basel-Stadt sind derzeit auf Allmend, ein Drittel auf Privatgrund.

2010 waren laut der Basler Allmendverwaltung Bordell-Plakatsujets auf Basler Allmend «an einer Hand abzuzählen» - zuvor indes gar noch seltener gewesen. Von den einzelnen Sujets hängt die für die Allmendplakate konzessionierte APG jeweils Plakate an etwa einem Dutzend bis dreissig Standorten im Stadtkanton auf.

Sensibilität gefragt

Die meisten Plakate hänge die APG «in Eigenkompetenz» auf, hiess es bei der Allmendverwaltung weiter - Bordellplakate würden nicht gerade neben Schulhäuser gehängt. Die APG lege Sujets nur dann den Behörden zur Prüfung vor, wenn sie Zweifel an der Zulässigkeit hege. Der Kanton habe auch schon unzulässige Sujets zurückgewiesen.

Die APG hält derweil fest, sie sei «keine Zensurstelle». Weil Plakate im öffentlichen Raum hängen, sei jedoch Sensibilität gefordert. Dafür habe das Unternehmen seine Abläufe eingerichtet und schule auch sein Personal.

(sda)