Manege frei

11. August 2014 05:29; Akt: 13.08.2014 21:49 Print

Quartier Circus als Karriere-Sprungbrett

von Mirjam Rodehacke - Der Quartier Circus Bruederholz stand am Anfang von einigen grossen Artistenkarrieren – etwa von Young Stage Talent Nora Zoller.

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Unter dem Motto «gALLartistica» entführt der Quartier Circus Bruederholz (QCB) seine Zuschauer dieses Jahr auf dem Tituskirchplatz in Basel ins Weltall. «Die knapp 50 Artisten zwischen 7 und 18 Jahren haben ihr selbst zusammengestelltes Programm in eine Geschichte eingebettet, die sie selber geschrieben, einstudiert und während etwa einem Jahr geprobt haben», so Direktorin Martina Stöckli.

Eine von Ihnen ist die 17-Jährige Melina Toffol, Artistische Leiterin des QCB. Da sie in diesem Jahr volljährig wird, wird sie zum Ende der Saison zum «Oldie» ernannt und kann dann als Ehemalige hinter den Kulissen mithelfen. «Seit meinem sechsten Lebensjahr stehe ich schon aktiv auf der Bühne», so Toffol. In dieser Zeit habe sie verschiedene Disziplinen wie die Tuch-Vertikal-Akrobatik, Trampolin, Schlangenmensch und Slackline vorgeführt. «Davon hat mir am besten die Tuch-Akrobatik gefallen, da es viel Kraft braucht und ich am besten meine Erfolge erkennen konnte.»

QCB als Sprungbrett für Zirkus-Karriere

Doch nach dem Wechsel zum Oldie macht Toffol Schluss mit Zirkus und schlägt den akademischen Weg ein: «Ich möchte nach dem Gymnasium lieber studieren als in die artistische Richtung zu gehen.» Hinter den Kulissen würde sie aber immer noch aushelfen. Das hat der 17-Jährigen in ihrer Zeit im QCB stets viel bedeutet: «Die Stimmung während der Saison ist immer grandios – wie in einer Familie». In ihrer letzten Saison ist sie jetzt aber noch einmal ganz vorne mit dabei (siehe Bildstrecke).

Ganz anders Nora Zoller: Die Zirkuswelt liess die 20-Jährige nicht mehr los. Schon als Teenager wurde ihr im QCB klar: Ihr Leben will sie in der Manege bestreiten. Mit 18 Jahren war sie zuletzt mit ihrer ersten eigenen Nummer im Quartierzirkus zu Gast. «Ich habe mit 14 Jahren eine Zirkusschule in Berlin angefangen. Dazwischen kam ich immer wieder zurück und habe auch weiter im QCB mitgemacht», so Zoller, die in diesem Jahr als Zuschauerin dabei war. «Ich wäre jetzt auch gerne auf der Bühne, ich fühle mich schon fast wie am falschen Ort», scherzt sie. Ihr habe die Zeit im Jugendzirkus als gutes Sprungbrett für die weitere Karriere gedient. «Ich kannte in allen wichtigen Disziplinen schon die Basics und konnte sie in Berlin vertiefen.»

Der Traum vom Cirque du Soleil

Die Zirkusschule in Berlin hat sie mit einem Berufsabschluss als staatlich geprüfte Artistin abgeschlossen. Seither war sie bereits auf der Young Stage in Basel zu bewundern und wird im September in einer Diner Show im artistischen Programm mitwirken. Weiter strebt sie an, sich mit ihrem Cyrwheel als artistische Solokünstlerin durchzustarten und vielleicht auch im Cirque du Soleil auftreten zu können. «Ich hoffe, die Leute mit meiner Luftring-Performance begeistern zu können. Ich denke meine Chancen sind relativ gut, da ich bei meiner Darbietung Luft und Boden verbinde, was bisher einzigartig ist.»

Beim QCB beim Wasserturm auf den Bruederholz kann man sich diese Woche noch bis Freitag täglich Aufführungen ansehen, die vom Hauseigenen Orchester begleitet werden. «Der Eintritt ist frei, aber wir würden uns natürlich sehr über einen freiwilligen Beitrag freuen», sagt Direktorin Stöckli.