Tierquäler

17. Juni 2019 11:54; Akt: 17.06.2019 12:48 Print

In diesem Papiersack wurde Vaiana ausgesetzt

Ein Meerschweinchen wurde ausgesetzt. Tierschutz-Mitarbeiter gehen davon aus, dass sein Kumpane gestorben ist und der Besitzer kein neues kaufen wollte. Das wäre auch nicht nötig gewesen.

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Zwischen acht Uhr abends und sieben Uhr morgens schätzt das Tierheim bei der Birs in Basel den Tatzeitpunkt der Aussetzung ein. Das Findelkind, ein Meerschweinchen, wurde durch Mitarbeitende des Tierheims am Freitagmorgen, dem 7. Juni entdeckt.

Das Meerschweinchen, das vom Tierheim in Anlehnung an die Disney-Heldin Vaiana getauft wurde, kauerte in einem Globus-Papiersack, der an die Tür des Tierheims gehängt war. Im Sack befand sich auch Heu, allerdings setzten es die Besitzer ohne Wasser aus.

Glücklicherweise war der Zustand Vaianas gut, so der Tierschutz beider Basel (TBB) in einer Medienmitteilung: «Es hatte leicht gerötete Hinterpfotenballen, etwas zu lange Schneidezähne und es war sehr gestresst», hiess es dort.

Endloser Kreislauf

«Das Meerschweinchen ist ausgewachsen», so Beatrice Kirn, Geschäftsleiterin des TBB auf Anfrage von 20 Minuten. «Momentan ist Vaiana noch alleine, weil wir im Moment keine anderen Meerschweinchen haben», führt sie weiter aus. Das Tier sei zudem noch in der Quarantäne zur Beobachtung, da das Immunsystem durch Stress geschwächt werde, und dadurch versteckte Krankheiten ausbrechen könnten. «Darum», so Kirn, «wird Vaiana zum Schutz unseres übrigen Tierbestandes erst nach 14 Tagen vergesellschaftet.»

Zwar stelle das Aussetzten von Tieren keine Seltenheit dar, in diesem Fall hat das Tierheim aber eine Vermutung: «Dem Tier geht es gesundheitlich gut, darum vermuten wir hinter dieser Aussetzung keine finanziellen Gründe», erklärt Kirn. Vielmehr habe jemand so versucht, einen endlosen Kreislauf zu unterbrechen: «Weil Meerschweinchen nicht alleine gehalten werden dürfen, muss nach dem Ableben des einen Tiers wieder ein neues geholt werden.» Bei dieser Aussetzung könnte es sich also um einen solchen Fall gehandelt haben. «Das Aussetzen ist jedoch nie eine Entschuldigung», betont Kirn.

Vor allem hätte es eine Lösung für das einsame Meerschweinchen gegeben: «Um genau diesem Kreislauf entgegenzuwirken, gibt es in der Schweiz die Möglichkeit, Meerschweinchen auszuleihen. Die kleinen Nager sollen älteren Artgenossen in den letzten Wochen und Monaten ihres Lebens als Gspänli dienen», so die Geschäftsführerin.

Zeugen gesucht

Die Stiftung TBB Schweiz hat bereits Strafanzeige eingereicht, das Aussetzten von Tieren ist ein Verstoss gegen das Tierschutzgesetz. Zeugen, die Hinweisen zum Delikt geben können, werden gesucht.

(jes)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Boris Johns am 17.06.2019 12:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenigstens... 

    Wenigstens wurde die arme nicht irgendwo im Wald ihrem Schicksal überlassen! Gute Genesung Kleine!

  • Totemügerli 17 am 17.06.2019 12:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    :'(

    Was sind das nur für Menschen? :( Ich drücke die Daumen, dass ein richtig tolles Zuhause gefunden wird

  • Cäcilia Roth am 17.06.2019 12:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich !

    Wie kann man nur so etwas grausames tun ? Glück im Unglück hatte das Meerschweinchen dass es an der Tür zum Tierheim ausgesetzt wurde , aber das macht die Tat nicht milder ! Wie können 2 Beiner den süssen 4 Beiner so etwas antun ! Ich finde das unter aller Sau ! Viel Glück dem kleinen und hoffe dass er bald ein schönes Zuhause bekommt , wo es geliebt wird ! Denn ehemaligen Besitze kann ich nur sagen schämt euch !

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ursula Hiltp am 17.06.2019 17:07 Report Diesen Beitrag melden

    MeerSchweinchen

    Ich hoffe es geht ihm bald besser. Leider darf ich keine haustiere haben laut mietvertrag.

  • Tierlieb am 17.06.2019 16:05 Report Diesen Beitrag melden

    Globus-Sack?

    Aber Geld um im Globus einkaufen zu gehen hat man scheinbar, nur die Geduld für ein Meerschweinchen zu sorgen scheinbar nicht. Nicht einmal den Mut aufzubringen es persönlich ins Tierheim zu bringen hat man, was sehr unverständlich ist. Zeigt aber, Reich an Geld, Arm an Herz!

    • Alleine am 17.06.2019 17:22 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht so einfach

      Wir wollten einmal einen Hasen in der Nagerstation abgeben - weil er nun alleine ist und die Kinder ausgezogen sind. Dort wollte man den nicht. Wir wurden blöd angemacht, dass wir uns das früher hätten überlegen sollen. Jetzt lebt er seinen letzten Jahre alleine.

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  • Rita R. am 17.06.2019 16:02 Report Diesen Beitrag melden

    Tierklappen fehlen

    Warum gibt es keine Tierklappen bei Tierheimen? Dann müssten die Tiere nicht so zurück gelassen werden und allen wäre geholfen.

    • Lilac am 17.06.2019 17:30 Report Diesen Beitrag melden

      @Rita

      weshalb denkt man nicht vor dem Kauf über das Finanzielle und die Verantwortung nach? Das würde das Problem auch lösen.

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  • Susanne am 17.06.2019 16:01 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach nur schlimm sowas!

    Wer ein Tier hat, trägt die Verantwortung! Wer keine Verantwortung will, soll auch kein Tier halten. Es sind Lebewesen, keine Dinge! Für mich unverständlich. Und jetzt im Sommer wird das wieder alltäglich. Mensch will ja schliesslich in die Ferien, will Spass haben und sich nicht um seine Tiere kümmern. Also, ab an den Strassenrand, in den Wald oder in einen Papiersack. Irgendwer wird sich dann schon um sie kümmern, vielleicht! Ich könnte.....

  • biene maya am 17.06.2019 15:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    tierquälerei

    Ich hatte meine katze, die keine kinder mag, vor dem tierheim gerettet. 12 jahre alt und musste pippo wegen zucker einschläfern. Habe die asche und das ist und war meine katze. Mit tieren ist man gebunden, also wer ein gesunder menschenverstand hat, kauft nicht nur wegen den kinder, ich will. Überlegt erst, geht in tierheime und aufs land streichelt und wieder heimzu. Passt