Angriff auf Energy

23. Juli 2014 09:03; Akt: 23.07.2014 09:05 Print

Radio Basilisk zweifelt Hörerzahlen an

Der Basler Privatradio-Platzhirsch Basilisk glaubt nicht an den Erfolg von Konkurrent Energy. Dessen Hörerzahlen seien massiv zu hoch. Jetzt sollen Anwälte eingeschaltet werden.

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Blick ins Studio von Radio Basilisk. Der Basler Platzhirsch stellt die Hörerzahlen von Konkurrent Energy infrage. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Das Geschäft der Privatradios in der Schweiz ist knallhart. Hörerzahlen entscheiden darüber, wie der Werbekuchen aufgeteilt wird. Kein Wunder, birgt die Publikation der neuesten Hörerzahlen stets Zündstoff. In Basel liefern sich die beiden Stationen Basilisk und das Ringier-Radio Energy ein enges Rennen um die Platzherrschaft.

Nach der jüngsten Erhebung der Firma Mediapulse ist Basilisk mit 120'200 Hörern am Tag nach wie vor die Nummer eins in Basel. Konkurrent Energy hat aber aufgeschlossen und kommt nun auf 112'500 Hörer am Tag, im Vorjahr waren es noch 101'400. Das ist ein grosser Sprung nach vorne, dessen Richtigkeit von Basilisk nun angezweifelt wird. «Wir vermuten, dass die Zahlen von Energy um rund 10'000 Hörer zu hoch sein könnten», sagt Basilisk Programmleiter Moritz Conzelmann gegenüber der «Basellandschaftlichen Zeitung».

Mediapulse droht ein Verfahren

Grund für den Zweifel an der Richtigkeit der Messzahlen ist das sogenannte Simulcasting, das bei Energy praktiziert wird. Die drei Stationen aus Basel, Bern und Zürich füttern sich gegenseitig mit Inhalten. Die Folge: Es ist nicht immer klar, welcher Station ein Energy-Hörer zugerechnet werden muss. Die Messmethode stösst hier an ihre Grenze. «Es kommt zwischen den den drei Energy-Sendern zu einer leichten Reichweiten-Überhöhung», gesteht Mediapulse gegenüber der BZ ein.

Wie gross diese ist, lässt sich kaum eruieren. Energy spricht von ein paar hundert Ohren, während Basilisk eine weitaus grössere Zahl vermutet. Mediapulse mache ihren Job nicht gut, sagt Conzelmann. Zusammen mit anderen betroffenen Schweizer Stationen, notabene alles Energy-Konkurrenten, prüft er nun rechtliche Schritte gegen das Messinstitut.

Messungen sollen verbessert werden

Mediapulse äussert sich noch nicht zum drohenden Rechtsstreit. Allerdings stellt das Institut Anpassungen bei der Hörererhebung in Aussicht. Das Messsystem müsse verbessert werden, das geschehe aber nicht von heute auf morgen. Wer davon profitieren wird, steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Der Verlierer der verfeinerten Methode wird im Zweifelsfall die Richtigkeit der Zahlen infrage stellen.

(lha)