Basel-Stadt

18. August 2015 16:27; Akt: 18.08.2015 16:27 Print

Regierung gegen Sterbehilfe-Zwang

Die Basler Regierung will keine gesetzlichen Vorschriften zur Sterbehilfe. Es handle sich hier um einen heiklen ethischen Bereich.

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Das Schlafmittel wird zuhause von Sterbewilligen eingenommen, aufgenommen bei EXIT Schweiz im Jahr 2008. (Bild: Keystone/Digitalzh)

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Staatlich unterstützte Spitäler und Alters- und Pflegeheime sollen im Kanton Basel-Stadt nicht per Gesetz verpflichtet werden, Sterbehilfeorganisationen Zugang zu ihren Patienten zu gewähren. Stattdessen will die Regierung an der schon heute geltenden Wahlfreiheit festhalten.

Sie wolle auf gesetzliche Vorgaben in diesem «heiklen ethischen Bereich» verzichten, teilte die Basler Regierung am Dienstag zu einer FDP-Motion mit, die ihr der Grosse Rat im April mit 50 gegen 29 Stimmen bei 16 Enthaltungen zur Stellungnahme überwiesen hatte. Der Vorstoss forderte die Zulassung von Sterbehilfe in allen Spitälern und Heimen des Stadtkantons.

Der Regierungsrat sprach sich schon damals gegen diese Forderung aus und bekräftigt seine Haltung jetzt nach vertiefter Überprüfung des Anliegens. Auch die betroffenen Institutionen wollen keine neue gesetzlichen Vorgaben, sondern die heute Regelung beibehalten, wie die Regierung festhält.

Moralische und praktische Probleme

Eine Umsetzung der Motion würde die Spitäler und Heime und deren Personal vor grosse moralische und praktische Probleme stellen, gibt die Regierung zu bedenken. So könnten Mitarbeitende nicht dazu verpflichtet werden, an der Beihilfe zur Selbsttötung mitzuwirken.

Für Spitäler und Heime könnte eine gesetzliche Regelung zudem schwerwiegende Konsequenzen haben, warnt die Regierung: So müssten Institutionen, die Sterbehilfe in ihren Räumlichkeiten nicht zulassen wollen, von der Spital- oder Pflegeheimliste ausgeschlossen werden.

Die Basler Regierung begründet ihre ablehnende Haltung der Motion gegenüber auch mit dem fehlenden Konsens zur Sterbehilfe in der Bevölkerung. Bei Annahme der Motion, die nun noch einmal vom Grossen Rat behandelt wird, würde Basel-Stadt «sehr weit gehen», hält die Regierung fest. Sie will nun statt der Sterbehilfe die Angebote der palliativen Behandlung fördern und besser bekannt machen.

(mak/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ro C am 18.08.2015 17:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Ich finde jeder hat das Recht selbst zu entscheiden wie er diese Party verlassen will. Hauptsache mit Würde. Ich musste hilflos mitansehen wie meine Schwägerin 5x versucht hat sich das Leben zu nehmen weil sie nicht mehr konnte und wollte. Auch Psychiater konnten ihr nicht helfen und schon gar nicht die ganzen Medikamente welche sie in einen Dämmerzustand brachten. Ich hätte mir gewünscht, dass sie mit Würde hätte gehen dürfen

  • Nemo am 18.08.2015 18:00 Report Diesen Beitrag melden

    Beihilfe zur Selbsttötung

    darf nicht geleistet werden. Aber dafür Beihilfe zur Folter. Denn nichts anderes ist das künstliche Zwangsverlängern der Existenz von Sterbewilligen. Abgesehen vom grossen Geld, dass damit - ganz nebenbei natürlich - noch zusätzlich kassiert wird.

  • dorli am 18.08.2015 17:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ich bestimme selber wann ich genug gelebt habe

    Da keiner von uns allen Erdenbürger gefragt wurde, ob wir auf die Welt kommen möchten oder nicht, finde ich es nur gerecht, das jeder einzelne selber entscheiden darf, wann, wie und wo diese Person ihr leben beenden will!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Rosanna am 18.08.2015 22:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sterbe,"Hilfe"

    Bravo Regierung. Würde das nämlich per Gesetz angenommen, käme der Tag irgendwann, dass der Mensch unterschreiben müsste, wenn ihm keine tödliche Dosis verabreicht werden dürfte

  • Nemo am 18.08.2015 18:00 Report Diesen Beitrag melden

    Beihilfe zur Selbsttötung

    darf nicht geleistet werden. Aber dafür Beihilfe zur Folter. Denn nichts anderes ist das künstliche Zwangsverlängern der Existenz von Sterbewilligen. Abgesehen vom grossen Geld, dass damit - ganz nebenbei natürlich - noch zusätzlich kassiert wird.

  • Neudenker am 18.08.2015 17:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Willkür

    Wenn ich schwerkrank in einem Spital/ Heim liege, dann sollte ich Anrecht auf Sterbehilfe bekommen. Vielfach haben die Bewohner kein eigenes zu Hause mehr also wo sollen sie hin wenn sie über keine Mittel verfügen? Mein Grundsatz lautet, ich alleine entscheide über mein Leben. Keine Institution weder Kirche noch Staat haben ein Recht darüber zu befinden! Ein großes Umdenken ist erforderlich sind!!

  • dorli am 18.08.2015 17:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ich bestimme selber wann ich genug gelebt habe

    Da keiner von uns allen Erdenbürger gefragt wurde, ob wir auf die Welt kommen möchten oder nicht, finde ich es nur gerecht, das jeder einzelne selber entscheiden darf, wann, wie und wo diese Person ihr leben beenden will!

    • Reformant am 18.08.2015 22:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Jedem das seine, aber...

      Nun, Gott hat dich dazu erwählt, die Herausforderung Leben anzunehmen. Geniesse es, solange du eines auf Erden hast!

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  • Ro C am 18.08.2015 17:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Ich finde jeder hat das Recht selbst zu entscheiden wie er diese Party verlassen will. Hauptsache mit Würde. Ich musste hilflos mitansehen wie meine Schwägerin 5x versucht hat sich das Leben zu nehmen weil sie nicht mehr konnte und wollte. Auch Psychiater konnten ihr nicht helfen und schon gar nicht die ganzen Medikamente welche sie in einen Dämmerzustand brachten. Ich hätte mir gewünscht, dass sie mit Würde hätte gehen dürfen