Basel

19. September 2019 08:57; Akt: 19.09.2019 08:57 Print

Willkommens-Broschüre strotzt vor Fehlern

Reihenweise inhaltliche Fehler finden sich in einer Broschüre, die sich an Neuzuzüger im Kanton Basel-Stadt richtet. Entdeckt hat sie ein Politiker. Jetzt muss sich die Regierung erklären.

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Vor einigen Tagen präsentierte das baselstädtische Präsidialdepartement die neue Broschüre «Welcome Basel. Business, life, culture.», die sich an Neuzuzüger des Stadtkantons richtet, insbesondere Expats.

Auf über 100 Seiten wird auf Englisch erklärt, was den Kanton und die Stadt Basel ausmacht. FDP-Grossrat David Jenny hat die Broschüre angeschaut – und ist auf skurrile inhaltliche Fehler gestossen.

«Basel als Teil des Mittellandes oder Riehen mit einem Bundesrat oder wie viel Sorgfalt wurde bei der Redaktion von ‹Basel. Business, life culture.› verwendet?» heisst die Schriftliche Anfrage, die er diesbezüglich zuhanden der Regierung eingereicht hat.

«Viele Fehler hätten vermieden werden können»

17 Formulierungen sind dem Juristen aufgefallen, die inhaltlich Fragen aufwerfen oder völlig falsch sind. «Die Fehler haben mich amüsiert, gleichzeitig aber auch verärgert. Mit nur ein bisschen mehr Aufwand hätten wohl viele Fehler vermieden werden können», so Jenny gegenüber 20 Minuten.

Bei der Überprüfung der Angaben ist 20 Minuten auf weitere Fehler gestossen. Beispielsweise wird auf eine aussergewöhnlich tiefe Kriminalitätsrate im Vergleich zu anderen Schweizer Städten hingewiesen – obwohl in Basel schweizweit die meisten Gewaltdelikte pro Kopf verübt wurden. «Ich finde die Fehlerquote für ein professionell erstelltes Produkt, das bestimmt für die Steuerzahler nicht günstig war, erstaunlich hoch», sagt Jenny.

«The majority of the Swiss population lives in the Mittelland (lowlands) around Basel and around Lake Geneva», heisst es in der Broschüre beispielsweise. «Wird hier impliziert, dass Basel Teil des Mittellandes ist (was gängiger geographischer Definition widerspricht)?», schreibt Jenny in seiner Anfrage.

Riehen hat einen eigenen Bundesrat?

Die Aussage «Riehen has it's own federal council» kommentiert er mit «Dass Riehen über einen eigenen Bundesrat verfügt, ist eine erstaunliche Aussage.»

Auf Nachfrage von 20 Minuten schreibt Sabine Horvath, Leiterin Aussenbeziehungen und Standortmarketing: «Die Broschüre ist von unserer Abteilung realisiert worden. Zu den in der Schriftlichen Anfrage von Grossrat David Jenny genannten Punkten wird im Rahmen der Anfrage-Beantwortung Stellung genommen. Ich bitte Sie um Verständnis, dass ich dieser Beantwortung nicht vorgreifen kann.»

Verantwortliche wollen nachbessern

Man nehme den Hinweis auf die Fehler ernst. «Diese Welcome-Broschüre richtet sich an Personen, die sich über Basel als künftigen Lebens- und Arbeitsraum informieren wollen und sie wird daher primär als elektronische Version genutzt. Diese elektronische Datei wird von uns nun umgehend überprüft und korrigiert.»

(kom)