Basel-Stadt

10. Juli 2014 06:08; Akt: 10.07.2014 09:56 Print

Rekord bei Rettungen aus dem Rhein

von Valeria Happel - Vergangenes Jahr haben die Basler Rettungsdienste 25 Personen aus dem Rhein gefischt – so viele wie noch nie. Der Grund: Viele unterschätzen die Gefahren beim Schwimmen im Fluss.

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Das Rheinschwimmen ist eine grosse Tradition in Basel. Besonders an heissen Sommertagen trauen sich auch ungeübtere Schwimmer in das kühle Nasse. Doch dies ist nicht ganz ungefährlich. Die starke Strömung wird oft unterschätzt oder die Gefahrenzonen im Rhein, auf welchem reger Schiffsverkehr herrscht, nicht beachtet.

Schnell geraten die Schwimmer in Gefahr. Im letzten Jahr wurden insgesamt 25 Personen aus dem Rhein gerettet – so viele wie noch nie. Dies zeigen die neusten Zahlen des Justiz- und Sicherheitsdepartements, die anlässlich einer Rettungsübung der Berufsfeuerwehr auf dem Rhein am Mittwoch präsentiert wurden. Dabei simulierten die Einsatzkräfte in der Nähe der Mittleren Brücke die Rettung eines Ertrinkenden.

Rheinpatrouillen zeigen Erfolg

Allein dank koordinierten Patrouillen wurden im vergangenen Jahr 13 Personen gerettet. Dies wird als grosser Erfolg gewertet, weshalb sie seit dem 5. Juli wieder regelmässig stattfinden. Damit wird eine höhere Sicherheit der Schwimmer gewährleistet. «Wir sind jedoch keine Bademeister», sagt Renato Goldschmidt von der Rheinpolizei. Aus diesem Grund sei der Rhein auch nur für gute bis sehr gute Schwimmer geeignet.

«Es gibt Verhaltensregeln, die dringend eingehalten werden müssen», so Goldschmidt. Darunter zählt beispielsweise das Schwimmen in den sicheren Zonen, welche durch Bojen gekennzeichnet sind. Informationen auf einen Blick bieten diverse Flyer des Justiz- und Sicherheitsdepartements.

Die Bojen selbst sind allerdings auch eine Gefahr für die Schwimmer. Beim Pausieren halten sich viele an ihnen fest und verheddern sich mit den Haaren oder Badekleidung daran.

Ungenaue Zeugenaussagen erschweren Rettung

Dieses Jahr gab es bereits zwei Rettungseinsätze der Berufsfeuerwehr auf dem Rhein. Allerdings wurden die gemeldeten Personen nicht gefunden. Dies liege vor allem an den lückenhaften Schilderungen von Zeugen, sagt Thomas Mangold von der Grenzwache.

Wichtige Informationen wie Ortsangaben, Auffälligkeiten der Kleidung oder Personenbeschreibungen sollten unbedingt genannt werden, wenn eine Person Hilfe benötigt. Auch der Kontakt zu Person im Wasser sollte nach Möglichkeit bestehen bleiben, wobei sich Retter unter keinen Umständen selbst in Gefahr begeben dürften.

Dennoch empfiehlt Mangold jedem, die Erfahrung zu machen und selbst einmal im Rhein zu schwimmen. Unter Berücksichtigung der Warnhinweise und Einhaltung der Regeln sei das Schwimmen nämlich absolut unbedenklich.