Zoo Basel

14. November 2018 16:10; Akt: 14.11.2018 17:42 Print

Rentier-Stier hat ohne Geweih nichts zu sagen

Der Rentierstier im Zolli hat sein Geweih abgeworfen. Ohne seinen prachtvollen Kopfschmuck hat er in der Herde kaum noch etwas zu melden.

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Passend zur bevorstehenden Adventszeit gibt es Neuigkeiten aus der Rentierfamilie im Zolli Basel. Der Rentierstier hat vergangene Woche seinen prachtvollen Kopfschmuck aus Knochen, gebogenen Stangen und spitzen Sprossen verloren. Seither zeigt er sich laut dem Zolli nur noch sehr zurückhaltend in seiner durch Weibchen dominierenten Herde, denn der extravagante Kopfschmuck verleiht ihm ein Status- und Machtgefühl. Ohne sein Geweih hat er in der Gruppe nichts mehr zu sagen und muss, wenn es ums Futter geht, hinten anstehen und den Damen den Vorrang lassen.

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Extravaganter Kopfschmuck

Das die Rentierstiere ihr Geweih verlieren mag vielleicht zuerst etwas ungewöhnlich klingen, jedoch ist das bei dieser Hirschart ganz normal. Einmal im Jahr, direkt nach der Paarungszeit im Oktober, erreichen die Geweihstangen ihre definitive Grösse. Durch den hohen Testosteron-Spiegel im Blut werden die Blutgefässe im Geweih verengt und sterben zusammen mit dem Bast, der die Knochensubstanz während der Wachstumsphase versorgt, ab.

Da das Gewebe schon vor dem Abfallen des Geweihs tot ist, ist das für den Rentierstier überhaupt nicht schmerzhaft, wie der Zolli mitteilt. Ausserdem bleibt der Stier auch nicht lange kahl auf dem Kopf, denn das Knochengebilde wächst im Gegensatz zu den festsitzenden Hörnern jedes Jahr wieder von neuem nach. Doch bis das soweit ist, verteidigen die Weibchen mit ihrem kleinen Geweih die Futterstelle.

Wohlig warmes Fell

Rentiere prägen nicht umsonst das alljährliche Weihnachtsbild in den Köpfen von Jung und Alt, denn sie sind an ein äusserst kaltes Klima gewohnt und leben nördlich von Nordamerika und Eurasien. Sie gelten nicht nur als Haustiere des Weihnachtsmannes die den Geschenke-Schlitten ziehen, sondern sind auch abseits von Märchen die einzige Hirschart, die mit Menschen zusammen lebt.

Um während der jahreszeitlichen Wanderungen durch die kalten Winterlandschaften nicht zu erfrieren, wächst ihnen ein Art warmes «Unterhemd» aus Wollhaaren. Darüber liegen längere Deckhaare, die die warme Luft einschliessen und den Wärmehaushalt der Rentiere regulieren, schreibt der Zolli in seiner Mitteilung. Nebst dem warmen Fell haben sie spezialisierte Klauen, die ihnen ermöglichen, sicher im Schnee oder auf steinigem Gelände zu laufen. In freier Wildbahn können Rentier-Herden bis zu 100'000 Tiere umfassen, im Zolli lebt aktuell eine 12-köpfige Herde, darunter ein Stier, sieben Kühe und vier Jungtiere.

(mis)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • J.Minie am 14.11.2018 16:47 Report Diesen Beitrag melden

    Ach so

    Lustig wusste ich gar nicht das die das Geweih verlieren. Wieder etwas gelernt :)

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  • Freier Mensch am 14.11.2018 18:41 Report Diesen Beitrag melden

    Rentiere gibt es auch in Europa

    in Lappland, das sich von Norwegen über Schweden, Finnland bis nach Russland überzieht. Sie ziehen völlig frei umher und werden nicht im Stall gehalten, gehören jedoch immer einem Rentierzüchter, der sie 2x im Jahr mit anderen Züchtern zusammentreibt und markiert. Insbesondere im Sommer sind sie zahlreich vorhanden und als Autofahrer muss man darauf achten, denn - aus dem Weg gehen sie nicht. Die Weibchen bekommen übrigens ebenfalls ein Geweih. Plus: Der Weihnachtsmann befindet sich in Rovaniemi und kann das ganze Jahr besucht werden.

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  • Walle am 14.11.2018 18:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Horniniatitive

    Was bedeutet das für Kühe ohne Hörner? Die stehen auch hinten an? Dann hat das aussehen doch im Verhalten eine Bedeutung!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Te Rasse am 25.11.2018 23:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie bei Menschen

    BMW statt Geweih

  • P. Meier am 14.11.2018 20:01 Report Diesen Beitrag melden

    Energie sparen

    So Protzgeweihe sind schwer und das Herumtragen braucht viel Kraft. Ohne die Dinger hat das Tier weniger Energieaufwand und es kann sich wieder ein neues Geweih wachsen. Das natürlich noch Imposanter um die Paarungsgegner im Zaum zu halten. Die Kühe verlieren ihre Geweihe zeitversetzt.

  • Freier Mensch am 14.11.2018 18:41 Report Diesen Beitrag melden

    Rentiere gibt es auch in Europa

    in Lappland, das sich von Norwegen über Schweden, Finnland bis nach Russland überzieht. Sie ziehen völlig frei umher und werden nicht im Stall gehalten, gehören jedoch immer einem Rentierzüchter, der sie 2x im Jahr mit anderen Züchtern zusammentreibt und markiert. Insbesondere im Sommer sind sie zahlreich vorhanden und als Autofahrer muss man darauf achten, denn - aus dem Weg gehen sie nicht. Die Weibchen bekommen übrigens ebenfalls ein Geweih. Plus: Der Weihnachtsmann befindet sich in Rovaniemi und kann das ganze Jahr besucht werden.

    • Caribou am 14.11.2018 19:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Freier Mensch

      Europa ist ein Teil von Eurasien

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  • Walle am 14.11.2018 18:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Horniniatitive

    Was bedeutet das für Kühe ohne Hörner? Die stehen auch hinten an? Dann hat das aussehen doch im Verhalten eine Bedeutung!

    • Muni am 16.11.2018 14:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Walle

      Ja, auch bei Rindviecher ist das so.

    • SueR am 19.11.2018 12:26 Report Diesen Beitrag melden

      ist leider so!

      Und wie bei manchen Menschen: es kommt nur auf die Äuserlichkeiten an... ;)

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  • Clown am 14.11.2018 18:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Moos beim Mann nix los.

    Tja, ist wie bei den Menschen. Ohne 'Trümpfe und Statussymbole', müssen die Männer in der Gesellschaft längstens hinten anstehen.