Rheinfelden

08. Mai 2019 17:32; Akt: 08.05.2019 18:30 Print

«Der Täter hatte Lust und war voller Testosteron»

Am Dienstag kam es in Rheinfelden zu einem sexuellen Übergriff. Ein 19-Jähriger begrapschte eine 74-Jährige. Ein forensischer Psychiater erklärt, wie es zum Angriff kommen konnte.

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Am Rhein bei Rheinfelden wurde eine 74-jährige Frau gestern Vormittag Opfer eines sexuellen Übergriffs. Bei der Fahndung konnte die Polizei einen 19-jährigen Mann unter dringendem Tatverdacht festnehmen.

Die 74-jährige Schweizerin war dort spazieren gewesen und begegnete einem unbekannten jungen Mann. Nach einem kurzen Wortwechsel packte er die Frau unvermittelt und wollte sie küssen. Wie die Kantonspolizei Aargau in einer Mitteilung schreibt, fasste er der Frau unter den Rock und berührte sie unsittlich.

Seniorin wehrte sich mit allen Mitteln

«Die Frau schrie um Hilfe und wehrte sich heftig», heisst es in der Mitteilung der Kantonspolizei. Der junge Angreifer zog die Seniorin die Uferböschung hinunter, wobei sie Schürfwunden erlitt. Anschliessend liess er jedoch vom Opfer ab und rannte davon. Die Rentnerin alarmierte umgehend die Polizei.

Bei der ausgelösten Fahndung, sichtete die Polizei einen Mann, auf den die Beschreibung zutraf. Beim Täter handelte es sich um einen Gambier, der keinen festen Wohnsitz in der Schweiz hat und in Deutschland als Asylbewerber registriert ist.

Der mutmassliche Täter sei wahrscheinlich von Deutschland her über die Brücke in die Schweiz gelangt, so Polizeisprecher Bernhard Graser. Laut ihm lebte der Mann in einer Asylunterkunft im grenznahen Deutschland. Die Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung eröffnet. Der Festgenommene sei noch nicht einvernommen worden, so Graser. Die genauen Umstände des Sexualdelikts müssen noch abgeklärt werden.

«Opfer war für Täter einfach greifbar»

Das Alter der Frau habe für den Täter in diesem Moment keine Rolle gespielt, sagt der forensische Psychiater Ralph Aschwanden. «Der knapp 20-jährige Täter war voller Testosteron. Pornos suggerierten ihm, dass westliche Frauen frei verfügbar sind und alles mit sich machen lassen.» Das Opfer sei für ihn einfach greifbar gewesen.

«Er hatte Lust und sie war zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort und alleine.» Im Kulturkreis des Täters trage eine Frau selbst Schuld, wenn sie alleine unterwegs ist. «Schuldgefühle gibt es kaum, obwohl er über das Unrecht seiner Tat in unserer Kultur Bescheid weiss», so Aschwanden.

Die Kantonspolizei in Rheinfelden sucht Zeugen, die den Tatverdächtigen zur fraglichen Zeit am Rheinufer gesehen haben. Der Gambier trug eine Baseballmütze und hatte eine roten Rucksack bei sich.

(fss)