Software für Trainer

12. Oktober 2017 05:54; Akt: 12.10.2017 05:54 Print

Revolution im Fussball dank Schweizer Technik?

Forscher aus Basel und Bern könnten den Fussball auf den Kopf stellen: Eine Software soll es möglich machen, verschiedene Spielsituationen umfassend zu analysieren.

Das Projektteam gewährt Einblicke in die Software «Stream Team». (Video: Uni Basel/Youtube)
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Fussball und Technik, diese Kombination hat seit längerem Bestand, insbesondere bei der Live-Übertragung von Spielen im Fernsehen. Nun soll sie auch bei Mannschaft und Trainer noch kräftiger zum Einsatz kommen. Ein Projekt unter der Leitung der Universität Basel soll es ermöglichen, taktische Elemente auf dem Platz zu erfassen und sie für den Trainer analysierbar zu machen.

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Damit könnte der Trainer künftig anhand eines Tools auf seinem Tablet erkennen, wie die Spieler seine taktischen Vorgaben auf dem Platz umsetzen. Beispielsweise, ob die Viererkette sauber steht, ob die Bewegung zum Ball stimmt und wie das Verhalten der Spieler in Abseitssituationen ist.

Ganzes Team soll erfasst werden

Bereits heute werden Trainerteams mit allerlei Daten wie der zurückgelegten Distanz, der Anzahl gespielter Pässe usw. gefüttert. «Diese Daten werden bislang aber nur für die einzelnen Spieler erhoben», sagt Heiko Schuldt, Professor am Departement für Mathematik und Informatik an der Uni Basel und Co-Leiter des Projekts. Das Team setzt sich zusammen aus Forschern der Uni Basel und des Zentrums Technologien in Sport und Medizin der Fachhochschule Bern. Auch die Eidgenössische Hochschule für Sport in Magglingen BE und das Bundesamt für Sport sind am Projekt beteiligt.

Das Team will nun eine Software namens Stream Team herausbringen, die die Daten der einzelnen Spieler zu Teamdaten zusammenrechnen kann und so das Verhalten des Teams auf dem Platz wie die Taktik oder das Bewegungsverhalten erfassbar machen soll.

«Bei einem Testspiel ausprobieren»

Stream Team hat das Labor längst verlassen und wurde auch schon getestet. Michel Kohler vom Schweizerischen Fussballverband (SFV) hat erste Einblicke in die Software erhalten und ist begeistert: «Die rohen Daten alleine sagen nicht viel aus. Stream Team versucht, die Daten mit realen Spielsituationen auf dem Platz in Verbindung zu bringen – so liefern die Daten viel nützlichere Ergebnisse.» Kohler ist unter anderem Konditionstrainer der U-21-Nationalmannschaft und fände es «sehr spannend, das Analyse-Tool einmal bei einem Testspiel ausprobieren zu können».

Einsatz schon bald im Profifussball?

Stand heute kann Stream Team Ballbesitzwechsel sowie das Passspiel automatisch erkennen und dazu Statistiken erstellen. Es kann dem Anwender auch virtuelle Abseitslinien anzeigen und sichtbar machen, in welchen Bereichen des Spielfelds sich Spieler und das ganze Team vorwiegend bewegen.

Momentan arbeite man daran, komplexere taktische Vorgaben wie Abseitsfallen, Konter oder Pressing analysieren zu können, schreibt die Uni Basel. Schuldt ist optimistisch, dass die Sensortechnologie und Auswertungssoftware «in den nächsten Jahren im Profifussball zum Einsatz kommen werden».

Technik während Spiel verboten

Auch Peter Knäbel zeigt sich vom Projekt Stream Team angetan. Zwar kennt er das Tool nicht im Detail, grundsätzlich findet der ehemalige technische Direktor des SFV aber: «Die technischen Analysen sind wichtig für die Qualität des Spiels.» Ebenso wichtig seien aber die Experten und Spezialisten. Denn es brauche «entsprechende Fachleute, die die Daten interpretieren und dem Publikum verständlich präsentieren können».

Die Daten alleine können also keinen Trainer oder Experten ersetzen. Zumal der Einsatz von Technik im Fussball per Regelwerk eingeschränkt ist: «Während des Spiels darf das Trainerteam nicht auf die Daten zurückgreifen, die auf dem Feld erhoben werden», so SFV-Konditionstrainer Kohler.

(daf)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ced am 12.10.2017 06:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...

    Das kann doch Fifa schon lange :)

  • AntiFussball am 12.10.2017 08:04 Report Diesen Beitrag melden

    Fussballstadion = Kolosseum

    Der Fussball wird heute zu hoch bewertet. Exorbitante Transverzahlungen, Spielerlöhne etc.. Aber eben, gebt dem Volk Brot und Spiel und es folgt euch überall hin. Das wussten schon die alten Römer.

  • Anal Lyse am 12.10.2017 10:20 Report Diesen Beitrag melden

    Hilfreich

    Super dann könnte man ja jetzt das Spiel der Nati in Portugal analysieren Das wäre sehr hilfreich

Die neusten Leser-Kommentare

  • Rogee am 12.10.2017 11:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lohn

    Jetzt können die Spieler genau nach Leistung bezahlt werden

  • Maxus am 12.10.2017 10:57 Report Diesen Beitrag melden

    Was soll daran neu sein?

    Die italienische Sender benutzen das Alles schon seit Jahren.

  • Anal Lyse am 12.10.2017 10:20 Report Diesen Beitrag melden

    Hilfreich

    Super dann könnte man ja jetzt das Spiel der Nati in Portugal analysieren Das wäre sehr hilfreich

  • Frank Holland am 12.10.2017 09:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichts Neues

    Diese Technik gibt es schon seit 4 Jahre in der Türkei.. Grüsse aus Oxford

  • AntiFussball am 12.10.2017 08:04 Report Diesen Beitrag melden

    Fussballstadion = Kolosseum

    Der Fussball wird heute zu hoch bewertet. Exorbitante Transverzahlungen, Spielerlöhne etc.. Aber eben, gebt dem Volk Brot und Spiel und es folgt euch überall hin. Das wussten schon die alten Römer.