Verkehrsentlastung

07. Juli 2014 14:48; Akt: 07.07.2014 17:39 Print

Rheintunnel soll A2 in Basel entlasten

Mit einem neuen, zwei Röhren umfassenden Tunnel zwischen Birsfelden und Basel Nord soll der Engpass auf der A2 durch Basel entlastet werden. Die Kantone begrüssen diese Variante.

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Das Bundesamt für Strassen will den Engpass auf der Basler Autobahn-Osttangente mit einem Rheintunnel beseitigen. (Bild: Juri Weiss)

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Die A2 bei Basel sei «eine der hässlichsten Engpässe in der ganzen Schweiz», sagte Rudolf Dieterle, Direktor des Bundesamts für Verkehr Astra am Montag in Basel. Deshalb sei eine Engpassbeseitigung seit Jahren in Diskussion. Ursprünglich war eine Verbreiterung der bisherigen A2 vorgesehen. Dies stiess in Basel aber auf Widerstand.

Gemäss der neuen Variante Rheintunnel Basel soll ein Teil des Verkehrs beim A2-Zubringer Birsfelden in den Tunnel geführt und bei der heutigen Ausfahrt Klybeck an die Nordtangente angebunden werden. Der Tunnel würde dabei unter dem Rhein hindurch geführt. Die heutige A2 bleibt in ihrer jetzigen Form bestehen.

Mit dem Tunnel, der 1,4 Milliarden Franken kosten soll, kann die bestehende A2 vom Verkehr von und nach Frankreich sowie Basel Kannenfeld und Allschwil entlastet werden. Möglich ist zudem eine Erweiterung Richtung Deutschland. Dies würde zusätzlich 300 Millionen Franken kosten.

Entlastung für gesamtes Verkehrsnetz

Vorläufig ist geplant, je Röhre eine Fahrspur und einen Pannenstreifen zu bauen. Später sei auch ein Ausbau der Tunnelröhren auf zwei Fahrspuren möglich, sagte der Astra-Diektor.

Laut Dieterle nimmt die A2 hauptsächlich regionalen und städtischen Verkehr auf. Weil die Tunnelvariante das nachgelagerte Verkehrsnetz entlastet und bezüglich Wohnqualität deutlich besser abschneidet als die Erweiterung der bisherigen A2, erwartet das Bundesamt eine finanzielle Beteiligung der Kantone Basel-Stadt und Baselland.

Die Erweiterung der bestehenden A2 hätte – Stand heute – 1,1 Milliarden gekostet. Die Baselbieter Baudirektorin Sabine Pegoraro begrüsst die Tunnelvariante auch – allerdings bestehe sie darauf, in die weiteren Planungen der Projektorganisation miteingebunden zu werden.

Basler Wünsche erfüllt

Der Basler Baudirektor Hans-Peter Wessels sagte, die neue Variante entspreche den Wünschen des Stadtkantons. Die Kapazitätserweiterung erfolge vollständig unterirdisch.

Beide Regierungen begrüssten den Vorschlag des Astra und wollen mit dem Bund zusammenarbeiten. Bis zum Herbst wollen sie zum Projekt Stellung nehmen. Dieses wird nun weiter bearbeitet. Ein Baubeginn ist frühestens für 2025 vorgesehen.

Weil der tägliche Stau auf der A2 bereits jetzt das ganze regionale Strassennetz belastet, verlangte Pegoraro Sofortmassnahmen. «15 Jahre bis zur Fertigstellung des Tunnels können wir nicht warten», sagte sie. Dazu komme, dass die bisherige A2 saniert werden muss.

Das Astra prüft auf dem Abschnitt Hagnau-Augst eine Engpassbeseitigung. Dazu sollen die Fahrstreifen von drei auf vier pro Richtung erhöht werden.

Positive Reaktionen

Die Handelskammer beider Basel gibt in einer Medienmitteilung vom Montag bekannt, dass sie den vom Bundesamt für Strassen präsentierte Variantenentscheid unterstützt. «Die vorgelegte Bypass-Linienführung stellt eine echte und funktionale Kapazitätserweiterung für die Osttangente dar», heisst es weiter.

SVP-Politiker Sebastian Frehner ist auch froh, dass die erste Variante ersetzt wurde: «Die erste Lösung wäre nicht umsetzbar gewesen.» Für die Anwohner sei es laut Frehner kaum zumutbar – auch würde das Kleinbasel so durch einen «Schandfleck» zerteilt. «Ich finde es grundsätzlich unterstützenswert, wenn die neue Variante unterirdisch verläuft.»

Auch Dominique König-Lüdin (SP) begrüsst, dass die Bundesregierung auf die Tunnelvariante umgestiegen ist. «Trotzdem sollte die Strasse oben unbedingt auf vier Spuren erweitert werden, um die Situation zu entlasten.»

(mj/sda)