Gemeinde holt Drohne

07. August 2019 19:09; Akt: 07.08.2019 19:09 Print

Dieser High-Tech-Vogel treibt Krähen in die Flucht

Die Gemeinde Kaiseraugst AG hat ein Krähen-Problem. Mithilfe von Robird soll es gelöst werden: Er sieht aus und bewegt sich wie ein echter Raubvogel, ist jedoch ein Roboter.

In Kaiseraugst vertreibt eine Vogeldrohne lästige Krähen. (Video: Eagle Eye Solutions im Rahmen von SRF Dreharbeiten)
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Von weitem ist kaum ein Unterschied zu einem echten Falken auszumachen: Der Robird, eine Drohne, die einem Wanderfalken zum verwechseln ähnlich sieht, patroulliert zur Zeit in der Kaiseraugster Liebrüti. Das Ziel: die Vergrämung der dort ansässigen Krähen. Diese sind den Anwohnern wegen der Lärm-Immission und den Verunreinigungen ein Dorn im Auge.

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Seit Freitag ist der Robird nun schon im Einsatz. Insgesamt soll er sich über einen Zeitraum von drei Wochen erstrecken, wie die «Basler Zeitung» am Mittwoch berichtete. Die Gemeinde macht sich dabei eine Methode zunutze, die man für gewöhnlich an Flughäfen antrifft.

Der Wanderfalke gehört zu den natürlichen Feinden der Krähen. Seine blosse Anwesenheit sorgt bereits dafür, dass sich die Krähen nicht mehr vor Ort niederlassen. Anders als ein echter Falke rührt sein Antrieb für das Fliegen in der Luft nicht aus der Nahrungsbeschaffung, sondern in der Batterie. Ist der Akku aufgeladen, begibt sich der motorisierte Raubvogel wieder in die Luft.

15 Jahre Entwicklung und Kosten von 5 Mio. Euro

Beim Robird handle es sich um den ersten Roboter-Vogel der Welt, so die Macher. 800 Gramm leicht, und mit einer Spannweite von einem Meter, erreicht er eine Geschwindigkeit von 60 Stundenkilometern. 15 Jahre Entwicklung und fünf Millionen Euro investierte die niederländischen Firma Clear Flight Solutions in das Projekt – der Vogel selbst hat einen Wert von 100'000 Franken.

Ein offizieller Schweizer Partner sowie die Hersteller bedienen den Roboter, der sich wie eine übliche Drohne steuern lässt. Der motorisierte Raubvogel muss, so die Bedingung der Hersteller, stets zusammen mit einem Piloten gebucht werden. Zum Verkauf stehe er nicht.

Einsatz bei Zürcher Weinreben

Im vergangenen Jahr kam der Robird in den Zürcher Weinbergen zum Einsatz. Dort sollte er unter anderem Stare und Amseln vertreiben, die dafür bekannt sind in den Rebbergen grosse Schäden anzurichten. Auch dort sollte die Methode mit dem visuellen Reiz der Vögel deren Lernverhalten beeinflussen, so dass sie sich künftig einen neuen Lebensraum suchen.

Nach wenigen Tagen hätten die Kaiseraugster Krähen bereits das Weite gesucht, stellen die Niederländer zufrieden fest. Wie langfristig die Wirkung des Einsatzes ist, werde sich erst noch zeigen – schliesslich handle es sich bei den Krähen um sehr intelligente und organisierte Tiere.

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Urs K. am 07.08.2019 19:30 Report Diesen Beitrag melden

    Spielerei

    Und wo fliegen sie hin? Dann gibts zu viele an einem anderen Ort. Diese Methode überzeugt nicht.

  • Helen am 07.08.2019 19:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aus den augen , aus dem sinn!

    Und dann gehen die krähen wo anders hin und das problem ist nicht gelöst. Warum die population nicht dezimieren?

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  • Marco am 07.08.2019 19:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt zu viele!

    Ich denke, das ist eine innovative Idee. Obwohl dieser Vogel sicher auch schön ist, gibt es zu viele Krähen und Raben. Diese "Spezies" hat leider keine nennenswerte (natürliche) Feinde.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • das imponiert mir gewaltig! am 08.08.2019 13:33 Report Diesen Beitrag melden

    eine ausgeklügelte Technik

    Dieser ROBIRD IST GENIAL, ich hoffe, die Krähen lassen sich von ihm einschüchtern und vermehren sich dadurch auch weitaus weniger weil sie sich gestört fühlen, sind doch intelligent genug um das zu spüren!

  • Luke am 08.08.2019 11:22 Report Diesen Beitrag melden

    Ist das Ursachenbekämpfung?

    Hier haben sie sich ein teures Männerspielzeug geleistet, dass nichts bringt. Den die wahre Ursachenbekämpfung bleibt auf der Strecke! Der Mensch mit seinem Littering-Verhalten ist der Hauptschuldige, dass die kleveren Krähenarten hier so profitieren. Das ganze Geld für diesen Plastik-Vermüllungsvogel, hätte man lieber in ein richtig gutes Litteringskonzept gesteckt!

    • Eagle Eye am 08.08.2019 12:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Luke

      Genau das macht ja die Gemeinde. Das 3 Säulenprinzip. Leider hat die Presse das nicht erwähnt. Deponie und Grünabfall wird verschlossen und der Futternapf geschlossen. Der Robird vergrämt sie in eine Natürliche Umgebung wie Wald und nahe Äcker. MfG

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  • Rusty Bloom am 08.08.2019 10:55 Report Diesen Beitrag melden

    Natürlich

    Ob es wohl nicht billiger wäre ein paar Falken auszusetzen?

    • Eagle Eye am 08.08.2019 12:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rusty Bloom

      Gibt keine, und der Kauf ist streng veroten!! MfG

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  • Marc am 08.08.2019 10:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pro Hunter

    Für das haben wir Jäger und das Problem wird gelöst und nicht nur verlagert....

  • Zugtier am 08.08.2019 10:43 Report Diesen Beitrag melden

    sie lernen

    Was die Forscher nicht ganz mitgedacht haben, gerade Krähen gehören zu den intelligentesten Vögel überhaupt. Die werden sich wohl nach einer Zeit an diesen "Robotervogel" gewöhnen und werden lernen, dass es kein echter Wanderfalke ist, da sie begreifen werden, dass er ihnen nichts tut.

    • Eagle Eye am 08.08.2019 12:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Zugtier

      Falsch er kann auch angreifen...und das macht er auch.Die anderen bekommen das mit und werden unsicher und distanzieren sich. Der angegriffene zieht sich zurück. Jede Krähe die bei einem Angriff durch einen Wanderfalken davon gekommen ist, meidet das Gebiet.

    • Zugtier am 08.08.2019 12:46 Report Diesen Beitrag melden

      @Eagle Eye

      Von einem Angriff steht im Artikel aber nichts, lediglich von einem visuellen Reiz: "auch dort sollte die Methode mit dem visuellen Reiz der Vögel deren Lernverhalten beeinflussen". Davon lässt sich eine Krähe wohl kaum beeindrucken.

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