Lohndumping beim «Bau 1»

09. Juli 2014 16:01; Akt: 09.07.2014 16:41 Print

Roche hat eine halbe Million nachbezahlt

Im Lohndumping-Fall beim Bau des Roche-Turms in Basel gehts vorwärts: Die betroffenen Fassadenbauer haben eine erste Nachzahlung erhalten.

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Der Pharmakonzern Roche hatte am Dienstag bekanntgegeben, den um einen Teil ihres Lohnes geprellten polnischen Fassadenbauern vorerst eine Einmalzahlung zukommen lassen. Die Unia bezifferte den Betrag in einer Mitteilung vom Mittwoch auf 20'000 Franken pro Person oder insgesamt rund eine halbe Million.

Für die Unia ist diese Zahlung ein «guter erster Schritt». Nach Einschätzung der Gewerkschaft ist damit jedoch erst rund die Hälfte der Ausstände beglichen, die den vom polnischen Subunternehmer Poko-AL angestellten rund 30 Fassadenbauern zustehen. Die restlichen Lohnausstände seien nun möglichst schnell im Detail zu berechnen und zu überweisen.

Unternehmer «von Subunternehmen getäuscht»

Positiv wertet die Unia auch die Zusicherung von Roche, dass die vom Lohndumping betroffenen Fassadenbauer von der Firma Gartner AG Switzerland in Arlesheim BL übernommen werden. Für sie gelten die Bestimmungen des Gesamtarbeitsvertrags für das Metallbaugewerbe im Kanton Baselland.

Das Arlesheimer Unternehmen gehört zum deutschen Unternehmen Josef Gartner GmbH in Gundelfingen, das die Arbeiten am Roche-Turm an die Poko-AL vergeben hatte. Die Gartner GmbH sieht sich vom polnischen Subunternehmer getäuscht und kündigte diesem am vergangenen Freitag.

Unia fordert hohe Strafen

Für die Unia, die den bisher grössten Fall von Lohndumping in der Schweiz vergangene Woche publik gemacht hatte, ist die Angelegenheit nun so weit bereinigt, dass alle Fassadenbauer ihre Arbeit wieder aufnehmen können. Die Gewerkschaft besteht jedoch darauf, weiterhin freien Zugang zur Baustelle zu haben.

Für die fürs Lohndumping verantwortlichen Unternehmen fordert die Unia hohe Konventionalstrafen. Sollte die Firma Gartner vom systematischen Lohndumping gewusst haben, sei sie im Schweizer Markt nicht mehr tragbar. In diesem Fall sei das Unternehmen mit einer Dienstleistungssperre zu bestrafen.

Kantonale Initiative gegen Lohndumping

Um weitere Fälle von Lohndumping zu verhindern, braucht es aus Sicht der Unia neue, griffige Schutzmassnahmen. Sie will deshalb nach den Sommerferien in Basel-Stadt eine kantonale Volksinitiative lancieren, die den heute oft ohnmächtigen Kontrollorganen zu einem wirksamen Instrument verhelfen soll.

Das geplante Volksbegehren soll den Behörden den Auftrag erteilen, bei dringendem Verdacht auf Lohndumping eine Baustelle zu sperren. Aufgenommen werden kann die Arbeit erst dann wieder, wenn der Arbeitgeber die Einhaltung der korrekten Arbeitsbedingungen nachgewiesen oder Nachzahlungen geleistet hat.

Eine solche Initiative hatte die Unia im April schon im Kanton Zürich lanciert. Innerhalb von 33 Stunden wurden 7000 Unterschriften gesammelt – gereicht hätten 6000.

(huf/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Chrigu am 09.07.2014 16:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Für einmal bravo!

    Bravo, Unia! Mehr muss man hier nicht sagen. Ach doch: NEIN, bin kein Gewerkschafter.

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  • R. S. am 09.07.2014 18:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das geht nicht auf 

    Ich frage mich ernsthaft warum Roche die Nachzahlung tätigt. Die Arbeiten wurden doch an ein Unternehmen bezahlt und diese haben dann die Subunternehmer engagiert? Bei der nächsten Submission w Erde ich auch einen Dumping Preis abgeben wenn bei Verfehlungen Roche bezahlt. Oder habe ich da etwas falsch verstanden?

  • L.B. am 10.07.2014 08:11 Report Diesen Beitrag melden

    Lohndumping

    Wird nicht der letzte Fall von Lohndumping sein auf einer Grossbaustelle in Basel. Immerhin schaut die Gewerkschaft Unia genauer hin, wenn alles andere gewollt wegschaut.

Die neusten Leser-Kommentare

  • L.B. am 10.07.2014 08:11 Report Diesen Beitrag melden

    Lohndumping

    Wird nicht der letzte Fall von Lohndumping sein auf einer Grossbaustelle in Basel. Immerhin schaut die Gewerkschaft Unia genauer hin, wenn alles andere gewollt wegschaut.

  • R. S. am 09.07.2014 18:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das geht nicht auf 

    Ich frage mich ernsthaft warum Roche die Nachzahlung tätigt. Die Arbeiten wurden doch an ein Unternehmen bezahlt und diese haben dann die Subunternehmer engagiert? Bei der nächsten Submission w Erde ich auch einen Dumping Preis abgeben wenn bei Verfehlungen Roche bezahlt. Oder habe ich da etwas falsch verstanden?

  • Chrigu am 09.07.2014 16:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Für einmal bravo!

    Bravo, Unia! Mehr muss man hier nicht sagen. Ach doch: NEIN, bin kein Gewerkschafter.

    • Anneliese Hofer am 09.07.2014 16:58 Report Diesen Beitrag melden

      Gewerkschaft ist wichtig!

      Aber irgendwer darf die Arbeit machen.soll das ehrenamtlich passieren? Man sagten einfach Trittbrettfahren!

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