Kontroverse um «Weltwoche»

02. Oktober 2018 16:18; Akt: 02.10.2018 16:18 Print

Roger Köppel schlägt öffentliche Blattkritik vor

Am Montag wurde bekannt, dass Studenten die Gratisausgaben der «Weltwoche» aus der Uni Basel verbannen möchten. Chefredaktor Roger Köppel möchte sich der Kritik stellen.

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Der Studierendenrat der Universität Basel verlangt, dass die Gratisexemplare der «Weltwoche» nicht mehr in der Uni ausgelegt werden dürfen. Der entsprechende Antrag hat eine Debatte ausgelöst (20 Minuten berichtete).

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Studierende wollen «Die Weltwoche» aus der Universität Basel verbannen, was denken Sie darüber?

Nun schlägt Roger Köppel, Verleger und Chefredaktor der «Weltwoche», eine «grosse öffentliche Blattkritik an der Uni Basel» vor. Der Studierendenrat solle die «Weltwoche» auseinandernehmen, er stelle sich der Kritik, schreibt er in einem Post auf Facebook. «Danach gehen wir eins trinken. Abgemacht?»

Mittlerweile wurde ein Gegenantrag eingereicht

Mittlerweile wurde beim Studierendenrat auch ein Gegenantrag eingereicht, welcher die Aufhebung des Beschlusses wünscht. «Das Geschäft ist zurzeit sistiert und wird an der kommenden Sitzung vom 9. Oktober nochmals zur Debatte stehen», so Giuliano Borter, Präsident der Skuba. Nachdem die Diskussionen abgeschlossen seien und ein endgültiger Entscheid vorliege, könne über Köppels Vorschlag diskutiert werden.

Die Antragsteller sind der Meinung, dass die teilweise «rassistischen, islamophoben und rechtspopulistischen Inhalte» der Wochenzeitung beleidigend und diskriminierend gegenüber manchen Studierenden seien. Zudem habe die «Weltwoche» durch die Gratisausgaben eine grössere Plattform an der Uni als andere Medien. Die «Weltwoche» biete das breiteste Meinungsspektrum der Schweiz. Rassistische, islamophobe und rechtspopulistische Inhalte hätten nichts mit dem Inhalt der «Weltwoche» zu tun, sagte Roger Köppel am Montag gegenüber 20 Minuten.

«Studis, sucht euch ein paar bessere Kämpfe»

Auch Aussenstehende reagieren im Netz auf den Antrag des Studierendenrats. Die Kommentare zum Bericht auf 20 Minuten überschlagen sich. «Das ist Gedankenmanipulation und Unterdrückung der Meinungsfreiheit», kommentiert Userin Susanne. «Die Toleranz der Toleranten hört genau dann auf, wenn jemand eine andere Meinung hat», schreibt Lukas. Leser Uwe fordert gar: «Die ‹Weltwoche› sollte Pflichtlektüre werden. Dies als Ausgleich zur linken Mainstream-Presse.»

Sogar die Zürcher SP-Nationalrätin und Verlegerin Min Li Marti, schlägt sich für einmal auf Köppels Seite.


Nutzer Alt-Studiosus führt an, dass auch Meinungsfreiheit Grenzen habe. «Wer nur ein ganz klein wenig reflektiert, merkt sehr wohl, was das gratis Auflegen einer derart umstrittenen, tendenziösen Zeitung wie ‹Die Weltwoche› in einer Lehranstalt bewirken soll. Solche Art der Beeinflussung der persönlichen Meinung junger, noch beeinflussbarer Menschen, ist absolut inakzeptabel», findet er. «Keine Politisierung an den Hochschulen, weder links noch rechts! Am besten auch andere Politzeitungen verbannen», fordert auch Leser Uni Bern.

(lb)