Strafgericht Baselland

10. April 2019 11:43; Akt: 10.04.2019 13:52 Print

Sanitäter mussten vor Patientin (22) flüchten

Sie waren angerückt, um ihr Leben zu retten. Die heute 23-Jährige griff die Helfer jedoch an. Sie war so aggressiv, dass die Spezialeinheit der Polizei anrücken musste.

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Das Baselbieter Strafgericht verurteilte am Dienstag, 9. April eine heute 23-jährige Frau zu einer 17-monatigen Freiheitsstrafe und einer stationären Massnahme für junge Erwachsene. Ihr Freund hatte Ende 2018 die Sanität gerufen, nachdem sie Rasierklingen geschluckt hatte. Seine damals 22-jährige Partnerin aber griff die Helfer an, bewarf sie gar mit einem Fernseher, so dass sich diese im Krankenwagen verbarrikadierten, wie die «Basler Zeitung» schreibt.

Die Spezialeinheit Barrakuda der Baselbieter Polizei habe die Sanitäter schliesslich aus ihrer misslichen Lage befreit und die Frau festgenommen. Am Dienstag musste sie sich nun wegen mehrfacher versuchter schwerer Körperverletzung und mehrfacher einfacher Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand vor Gericht verantworten.

Gefährlicher Gegenstand, sprich Messer

Zweimal ging die Frau mit einem Messer auf ihren Freund los und fügte ihm Schnittverletzungen zu, wie der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft zu entnehmen ist. Laut der BaZ leidet sie unter einer Borderline-Persönlichkeitsstörung.

Der Vorfall mit den belagerten Sanitätern war nur das letzte Kapitel einer schwierigen Beziehung, in der es immer wieder zu handfesten Streitereien gekommen sein soll.

«Letzte Chance»

Weil ein Gutachter der 23-Jährigen ein hohes Rückfallrisiko attestierte, wurde neben einer Freiheitsstrafe auch eine stationäre Massnahme angeordnet. Sowohl die Staatsanwaltschaft wie auch das Gericht sehen dies als «letzte Chance» an, wie die Zeitung weiter schreibt.

Sollte die Therapie nicht erfolgreich sein, drohe der jungen Frau eine Verwahrung. Die Verfahrenskosten von über 50'000 Franken seien ihr aber erlassen worden.

(las)